Harter Schlag: arbeitslos ins neue Jahr

Harter Schlag: arbeitslos ins neue Jahr

Regionalverband. Erstmals seit sechs Monaten stieg die Arbeitslosenzahl im Regionalverband. Der Anstieg fiel aber geringer aus als Anfang 2011. Während die Arbeitslosenzahl von Dezember 2010 bis Januar 2011 um 9,6 Prozent wuchs, nahm sie vom vergangenen Dezember bis Januar 2012 nur um 7,3 Prozent zu

Regionalverband. Erstmals seit sechs Monaten stieg die Arbeitslosenzahl im Regionalverband. Der Anstieg fiel aber geringer aus als Anfang 2011. Während die Arbeitslosenzahl von Dezember 2010 bis Januar 2011 um 9,6 Prozent wuchs, nahm sie vom vergangenen Dezember bis Januar 2012 nur um 7,3 Prozent zu. Das bedeutet, dass im vergangenen Monat 15 060 Arbeitslose registriert waren, während 26 170 Frauen und Männer als arbeitssuchend galten (siehe "Stichwort")."Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende wirkte sich negativ auf die Beschäftigtenzahlen aus. Nach dem Weihnachtsgeschäft und zum Jahresende endeten außerdem zahlreiche befristete Arbeitsverhältnisse. In fast allen Bereichen kam es zu mehr Entlassungen als im Vormonat. Trotzdem ist gegenüber Januar 2011 bei allen Gruppen ein Rückgang feststellbar", sagt Hans-Hartwig Felsch, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. Wer gut qualifiziert sei, habe aber gute Aussichten, rasch eine neue Stelle zu finden. Im Januar betraf der Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem die Männer. Ihre Zahl stieg im Regionalverband um rund 710 auf 8240. Das waren aber zirka 1200 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg um knapp 310 auf rund 6790, lag aber um 760 unter dem Wert von Januar 2011.

In den vergangenen vier Wochen zählten die Arbeitsmarktexperten im Regionalverband 1186 junge Arbeitslose unter 25 Jahren, 38 mehr als im Dezember und rund 200 weniger als vor einem Jahr, was einem Rückgang um 14,6 Prozent entspricht. Die Zahl der 50- bis unter 65-Jährigen ist im Januar um 388 auf 4488 gestiegen und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent verringert. Allerdings sank die Arbeitslosigkeit insgesamt um 11,5 Prozent. Die Anzahl der Menschen, die bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind, ist ebenfalls gestiegen. Im Januar gehörten 5654 Arbeitslose zu dieser Gruppe, 295 mehr als im Dezember, aber 430 weniger als vor einem Jahr.

Unter den gemeldeten Arbeitslosen waren 960 Schwerbehinderte, 6,8 Prozent weniger als im Januar 2011.

Dass es sich beim Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein überwiegend saisonbedingtes Phänomen handelt, zeigt sich beim Blick auf die Betroffenen: Meist verloren Menschen ihre Stelle, um die sich die Agentur für Arbeit kümmert. Sie waren also auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt beschäftigt und bekommen jetzt - bei guten Aussichten auf eine neue Stelle - Geld von der Arbeitslosenversicherung. Bei der Arbeitsagentur im Regionalverband waren 3324 Personen arbeitslos gemeldet, 15,5 Prozent mehr als im Dezember und 11,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Zahl der oft seit langem Arbeitslosen, die das Jobcenter des Regionalverbandes betreut, ist leicht um 5,1 Prozent auf 11 707 gestiegen, lag aber um fast 13 Prozent unter dem Stand von Januar 2011. Firmen meldeten dem Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im Januar 624 neue offene Stellen, 150 weniger als im Dezember. Am Monatsende waren noch 2490 offene Stellen gemeldet, davon 630 von Zeitarbeitsfirmen. Die Firmen brauchen Personal in fast allen Berufen und Qualifikationsebenen. Besonders viele offene Stellen gibt es in den Bereichen Metallbau, Metallerzeugung und -bearbeitung, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe, Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Gebäude- und Versorgungstechnik.

Offene Stellen gibt es außerdem im Gesundheitswesen, in den Sparten Erziehung und Hauswirtschaft, Werbung und Marketing sowie im Tourismus und der Gastronomie. red/ole

Stichwort

Arbeitslose und Arbeitsuchende sind Begriffe, die in der Sprache der Bundesagentur für Arbeit eine genau definierte Bedeutung haben - und diese Bedeutung unterscheidet sich stark von dem, was die Bürger darunter verstehen.

Als Arbeitslose bezeichnet die Agentur jene, die keinen Job haben, sich bei der Agentur als "arbeitsuchend" gemeldet haben und ihr dauernd nachweisen, dass sie ständig Bewerbungen verschicken und Vorstellungsgespräche haben.

Als Arbeitsuchende bezeichnet die Agentur erstens die Gruppe der oben definierten Arbeitslosen; zweitens Leute, die noch einen Job haben, aber schon entlassen sind und nur die Kündigungsfrist abarbeiten; drittens Leute, die als Selbstständige Geld verdienen, aber eine Anstellung suchen; viertens Leute, die Grundsicherung bekommen und als "erwerbsfähige Hilfebedürftige" eingestuft werden.

Spricht die Agentur für Arbeit also von Arbeitslosen, dann meint sie ausschließlich Menschen, die gemäß der Agenturvorschrift nachweislich konsequent Arbeit suchen. Sonst gibt ihnen die Agentur für Arbeit kein Geld.

Unterbeschäftigt sind laut Agentur erstens die "registrierten Arbeitslosen", zweitens "Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen", drittens "die Nutzer von vorruhestandsähnlichen Regelungen". fitz