1. Saarland

Harmonium erklingt in der Aula

Harmonium erklingt in der Aula

St. Wendel. Wie kommt eine Schule zu einem Harmonium? Die von dem Musiklehrer am Gymnasium Wendalinum, Stefan Kunz, am Abend des Schulkonzertes gestellte Frage, die wohl alle Besucher interessierte, beantwortete er selbst: Es stand in Saarbrücken, wurde nicht mehr gebraucht und kurzerhand nach St. Wendel geholt

St. Wendel. Wie kommt eine Schule zu einem Harmonium? Die von dem Musiklehrer am Gymnasium Wendalinum, Stefan Kunz, am Abend des Schulkonzertes gestellte Frage, die wohl alle Besucher interessierte, beantwortete er selbst: Es stand in Saarbrücken, wurde nicht mehr gebraucht und kurzerhand nach St. Wendel geholt. "Ein bisschen musste noch daran repariert werden", berichtete Stefan Kunz.Weil es weit und breit keinen Harmoniumbauer mehr gebe, habe das ein Orgelbauer übernehmen müssen. Wie das schöne alte Instrument jetzt klingt, davon konnten sich die Besucher des Konzertes überzeugen und sich an den ungewohnten Klängen erfreuen. Manchmal war es als Soloinstrument zu hören, am meisten jedoch zusammen mit verschiedenen anderen Instrumenten.

Bevor das Konzert richtig begann, stellte Stefan Kunz das Harmonmium mit mehreren Klangbeispielen vor und plauderte aus der Geschichte des Instrumentes, das auch "amerikanische Orgel" genannt wird. "Es funktioniert ähnlich wie ein Akkordeon", so der Musiklehrer. "Der Klang wird nicht durch Pfeifen erzeugt. Schwingende Metallzungen erzeugen ihn. Für den notwendigen Wind muss man selbst pumpen." Registrieren müsse man ähnlich wie bei einer Orgel. Die Dynamik werde durch Kniehebel erzeugt. Die Töne seien wandlungsfähig und hätten oftmals einen weichen Klang. Die technische Entwicklung dieser Instrumente sei im 18. Jahrhundert gelaufen. Während den Erklärungen liefen Bildpräsentationen über die Leinwand, die auch einen Blick in das Innenleben des Tasteninstrumentes vermittelten.

Für Harmonium sind im Laufe der Jahrzehnte unzählige Kompositionen entstanden. Andere Tonschöpfungen wiederum wurden für das Instrument umgesetzt. Aus der Fülle der Literatur waren für diesen Abend zehn Stücke ausgewählt worden, bei denen das Harmonium fast immer dabei war. Die Gäste hatten dabei ganz besondere Klangerlebnisse, weil viele andere Instrumente, eine Singstimme und ein Vocalensemble mit ihm zusammenwirkten.

Sehr feierlich klang zum Beispiel das Catalonische Lied von Franz Poenitz durch den Raum, bei dem die Orgel dabei war. Bei einem Allegretto scherzando von Antonin Dvorak wirkten zwei Violinen und ein Violoncello mit, beim Andante religioso von Adam Darr waren es wie Gitarren. Das Vokalensemble mit fünf Mädchenstimmen erfreute mit dem "Reine du ciel", einem Lobgesang auf die Muttergottes, und dem aus dem "König der Löwen" bekannten "The Lion sleeps tonight", das ursprünglich aus Afrika stammt. Katharina Maurer überzeugte mit ihrer Sopranstimme mit dem Abendlied "Der Tag neigt sich zu Ende". Auch die Klänge des Klaviers und der Querflöte vereinigten sich mit denen des Harmoniums.

Den Abschluss des Konzertes bildete ein Rondo von Carl Maria von Weber, bei dem sich unter Leitung von Stefan Kunz sieben verschiedene Instrumente zu einem großartigen Klangkörper vereinigten. Es war für die Besucher ein besonderer Abend, konnten sie doch ein historisches Kirchen- und Hausmusikinstrument einmal im Originalton hören.

Auf einen Blick

Die Mitwirkenden beim Schulkonzert des Gymnasium Wendalinum: Stefan Kunz (Harmonium), Mascha Sokolova (Orgel), Alana Groß, Maja Andernach, Bastian Dumancic, Jana Schömann, Max Wengerek (Violine), Anna Recktenwald, Catharina Scheid (Gitarre), Elisabeth Brill, Christina Berscheid, Nadine Kles, Madeleine Schunk (Flöte), Sofia Kaydanska (Klavier), Jakob Brill (Klarinette), Sabine Paul, Lea Weiß (Saxofon), Martin Freichel, Tobias Schnur, Alana Wilhelm (Violoncello), Maximilian Lüder (Kontrabass), Florian Raber (Pauke), Katharina Maurer (Sopran), Fabienne Franke, Sofia Kaydanska, Carolina Klein, Marie-Claire Kömen, Ines Recktenwald (Vocalensemble). gtr