1. Saarland

"Halte nicht viel von Bäderschließungen"

"Halte nicht viel von Bäderschließungen"

Saarbrücken/Dudweiler. Die Nachricht in der SZ, dass möglicherweise das Kombibad Altenkessel und das Freibad Dudweiler geschlossen werden, hat die Stadtratsfraktionen überrumpelt. Karin Burkart, Fraktionschefin der Grünen, ärgerte sich gestern sehr, dass die Ergebnisse des Bädergutachtens in der SZ standen, bevor der BBS-Aufsichtsrat davon heute erfährt

Saarbrücken/Dudweiler. Die Nachricht in der SZ, dass möglicherweise das Kombibad Altenkessel und das Freibad Dudweiler geschlossen werden, hat die Stadtratsfraktionen überrumpelt. Karin Burkart, Fraktionschefin der Grünen, ärgerte sich gestern sehr, dass die Ergebnisse des Bädergutachtens in der SZ standen, bevor der BBS-Aufsichtsrat davon heute erfährt.Sie betonte: "Ich halte nicht viel von Schwimmbadschließungen." Dieses Thema müsse regionalverbandsweit betrachtet und dürfe nicht auf Saarbrücken beschränkt werden. Das sieht auch CDU-Fraktionschef Peter Strobel so. "Ein gemeindeübergreifendes Bäderkonzept wäre wesentlich sinnvoller als eines, das an der Stadtgrenze endet", kritisiert er. Gerade bei den Bädern biete sich eine Zusammenarbeit der Kommunen an. Strobel verweist darauf, dass das Calypso-Bad den größten Zuschussbedarf aller Bäder in Saarbrücken habe. Der Calypso-Betreiber hat das Gutachten im Auftrag der Bäderbetriebsgesellschaft (BBS) erstellt.

Günter Karcher (SPD) sagte, seine Fraktion könne sich erst zum Gutachten äußern, wenn es ihr vorliege. Es sei aber fraglich, ob die Stadt ein behindertengerechtes Bad wie in Altenkessel schließen müsse. Klar sei aber auch, dass die Stadt 800 000 Euro sparen müsse.

Linke-Fraktionschef Rolf Linsler wies darauf hin, dass noch nichts entschieden sei. Das Gutachten werde nun in den politischen Gremien diskutiert. Dabei würden die desolate Haushaltslage sowie die Interessen der Schwimmvereine und Bewohner vor Ort eine Rolle spielen. Dagegen kündigt die Linke Burbach-Altenkessel Widerstand an. Sie spricht sich auch für den Erhalt der Schulschwimmhallen aus.

Bernd Coen, Präsident des Saarländischen Schwimm-Bundes, wartet nun darauf, dass die Verwaltung, wie angekündigt, auf ihn zukomme. Bisher gab es aber noch kein Signal", sagt Coen. "Ich war überrascht und bestürzt, als ich die Nachricht in der Zeitung gelesen habe." Die Vereine seien auf die Hallenbäder wie in Altenkessel angewiesen. Die Vereine könnten nicht alle quer durch die Stadt zu anderen Bädern fahren.

Friedhelm Fiedler (FDP) besteht darauf, dass bei der Bäderdiskussion die Fraktionen mit eingebunden werden. Das müsse dieses Mal anders laufen als bei der Messe oder dem Stadion-Neubau. Fiedler kündigte einen schmerzhaften Prozess an, in dem offen diskutiert werden müsse. Die Verwaltung könne nicht mehr einfach weiter in diesem Maße Bäder subventionieren. Es könne auch nicht sein, dass das private Calypso mehr Besucher habe, als alle städtischen Bäder zusammen. Letztere würden schlecht gemanagt.