1. Saarland

Halsweh: Doch Hoheit kennt keinen Schmerz

Halsweh: Doch Hoheit kennt keinen Schmerz

Nohn. "Einmol Prinz zo sin. . . ": Im Takt des bekannten Fastnachtsschlagers singen, swingen, tänzeln Nohns Sympathieträger auf dem prächtigen Wagen - winken im Gleichklang und dann: "Fös geckig" - der Schlachtruf der Rutzen-Buhnen, den die Nuhner ihrem Prinzenpaar des Jahres prompt zurückgeben

Nohn. "Einmol Prinz zo sin. . . ": Im Takt des bekannten Fastnachtsschlagers singen, swingen, tänzeln Nohns Sympathieträger auf dem prächtigen Wagen - winken im Gleichklang und dann: "Fös geckig" - der Schlachtruf der Rutzen-Buhnen, den die Nuhner ihrem Prinzenpaar des Jahres prompt zurückgeben. "Zuhause ist es doch am schönsten", strahlt die aparte Hoheit mit der Sonne um die Wette, begrüßt unzählige Bekannte, verteilt ebenso viele Küsschen. Ihr charmantes Pendant will keine Prioritäten setzen: "Bisher war alles schön", meint er diplomatisch.

Legende und ein Binnes

Wie viele Auftritte Prinzessin Margret und Prinz Jörg in den vergangenen Wochen hinter sich gebracht haben, vermag das goldige Pärchen nicht mehr zu sagen. "An Fastnachtsdienstag sind wir in Bethingen - wie hier in Nohn ein Heimspiel", ist sich das saarländische Prinzenpaar einig. Jörg plagt Halsweh, doch davon lässt er sich die gute Laune nicht vermiesen. Von einem Indianerherz weiß man, dass es keinen Schmerz kennt, jetzt auch von einem Prinzen. Für die Kicker seines Heimatvereins Tünsdorf zählt er längst zu den Legenden. "Kein Fußballer in Tünsdorf, aber Prinz in Nohn: Sch . . . ist das schon" - einen Reim, den die Mannen auf ihren Umzugwagen geheftet haben. Jörg amüsiert sich königlich. Derweil gerät die Nohnerin über die Idee des Saarhölzbacher Jugendclubs ins Schwärmen: "Wie tief muss ein Binnes sich bücken, um einen Mooken zu erblicken?" - ein Spruch, der ankommt - nicht nur bei der Prinzessin.

Während Prinzenpaar, Gardisten, Funkenmariechen und viele der Umzügler aus dem Aufstellen am Bürgerhaus ein Fest machen, hat NCV-Chef Sascha Maas Stress: Alles soll wie am Schnürchen klappen.

"Wir haben bis heute morgen halb fünf an dem Prinzenwagen gearbeitet", verrät Elferratspräsident Helmut Kiefer und betrachtet voller Stolz die Tollitäten. "Dass ich das nach 24 Jahren als Sitzungspräsident erleben darf - die Nohner stellen das Prinzenpaar des Jahres", freut sich der Mann, den die Rutzen-Buhnen liebevoll Sheriff nennen.

Bonbon-Bombardement

Wie viele Kisten mit Süßigkeiten geladen werden, verrät Sheriff nicht. Nur soviel gibt er preis: "Wir haben genug." "Gebt uns mal Wurfmaterial nach vorne", fordern die Tollitäten - einen Wunsch, den die Elferräte Rainer Recktenwald, Heinz Kuhn, Heinz Jungblut und der braungebrannte "Chabbi" nur zu gerne erfüllen. Das Kinderprinzenpaar Moritz und Lotte geht an Bord, ebenso Margrets Söhnchen Ben - der Zug setzt sich in Bewegung. Gleich zuhauf bombardieren Rolf Leinen, 30 Jahre Elferrat und Vorgänger des Sheriffs, seine Kollegen Viktor Uder, Franz-Josef Maas die Zuschauer mit Leckereien - ebenso Manfred Michel, der Vater der Prinzessin.

Von Papa geerbt

Stolz wie ein Spanier beobachtet der Papa die beiden Tollitäten und Enkel Ben. "Das haben meine Tochter und ihr Filius von mir geerbt", lacht er und schickt ein fröhliches "Fös geckisch" nach. Für die Michels steht am kommenden Wochenende das nächste Fest ins Haus: Ben wird fünf. "Dann geht der Schwenker in Betrieb." Für Junior-Tollität Moritz steht fest: "Ich will mit Lotte mal das Saarland vertreten - wie Jörg und Margret." "Einmol Prinz zo sin. . . "

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