1. Saarland

Händler wollen wiederkommen

Händler wollen wiederkommen

St. Wendel. "Ob Fruchtmarkt oder Schloßplatz: Ich habe meine Stammkundschaft und bin mit den Umsätzen zufrieden." Yvette Charrois aus Frohnhofen hat, wie sie sagt, kein Problem damit, ihre Geschenkideen rund ums Olivenöl seit dem Frühjahr an einem anderen Standort anzubieten

St. Wendel. "Ob Fruchtmarkt oder Schloßplatz: Ich habe meine Stammkundschaft und bin mit den Umsätzen zufrieden." Yvette Charrois aus Frohnhofen hat, wie sie sagt, kein Problem damit, ihre Geschenkideen rund ums Olivenöl seit dem Frühjahr an einem anderen Standort anzubieten. Dagegen findet Günter Schmidt, der mit einer reichen Palette an Nougat aus der Provence wirbt, den Schloßplatz zwar schön und gut. "Aber er hat mir einen schlechteren Umsatz als 2011 beschert. Das muss aber nicht unbedingt mit dem Umzug des Marktes zusammenhängen", bemerkt der Händler.Dem gemütlichen Ambiente rund um die Basilika trauert Christiane Schmitt nach, an deren Obst- und Gemüsestand am Samstag ein reger Betrieb herrschte. "Unser Umsatz hat sich nicht verändert, er ist natürlich auch vom Wetter abhängig", meinte die Quierschiederin. "Die hochgepriesene Laufkundschaft kauft hier nicht viel, sie läuft und läuft - vorbei." Keinen Unterschied zum Fruchtmarkt hat Ute Theiß von der Ziegenkäserei Albessen festgestellt. "Ich bin genauso zufrieden wie an der Kirche."

Dorothea Motz aus Bexbach, die seit Jahren mit ihrem Stand mit Likören, Dosenwurst, Marmeladen, Gewürzen und Tee nach St. Wendel kommt, hat ebenfalls nichts gegen den Schloßplatz einzuwenden: "Ich hatte hier so viele Kunden wie im Vorjahr. Von mir aus kann der Markt hier bleiben." Der Backwarenstand von Heidi Wagner-Fritzen, der auch immer auf dem Wochenmarkt an den Donnerstagen da ist, war am Samstag stark frequentiert. "Die Leute kennen uns von der Mott her und kommen deshalb auch während der Samstag-Märkte zu uns", sagt die Inhaberin. Zwei Stände waren erstmals dabei: Petra Kilian aus Walhausen mit ihren Heukreationen und der "Maxdorfer Weihnachtsmann" Harry Anslinger. Letzterer bot kunstvolle Holzarbeiten an, hatte aber nur ganz wenig für Advent und Weihnachten mitgebracht, weil es seiner Meinung nach einfach noch zu früh dafür sei. "In St. Wendel gibt es lauter nette Leute, deshalb komme ich nächstes Jahr wieder", versichert Anslinger.

Dass sie wiederkommen wollen, versprachen alle befragten Händler, ganz gleich, ob der Samstagmarkt nun auf dem Schloßplatz bleibt oder womöglich wieder zum Fruchtmarkt zurückfindet. Maximilian Ries vom Amt für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung hat bei den Märkten auf dem Schloßplatz viel Positives festgestellt: "Zum Beispiel, dass so mancher Autofahrer ihn sieht, spontan irgendwo parkt und zum Einkaufen kommt."

Die Stadt St. Wendel hatte die monatlich einmal stattfindenden Themenmärkte zunehmend mit Sorge betrachtet. Der erhoffte Kundenzuspruch war ausgeblieben, deshalb war der Standort auf den Schloßplatz verlegt worden (wir berichteten). "Wir werden an dem neuen Standort in diesem Jahr noch einen Versuch machen", hatte Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU) im Frühjahr gesagt.