1. Saarland

Haarig, aber harmonisch . . .

Haarig, aber harmonisch . . .

Merzig. Ein fröhliches Prosit an dem lauen Abend beschließt den ersten Probetag und drückt den Wunsch für eine harmonische, wenn auch haarige Zusammenarbeit aus - für "Hairspray". Mit dem quietschbunten Stück verabschieden sich Joachim Arnold und sein Team von Musik & Theater Saar von den Opern im Zelt und haben den Weg zum Musical eingeschlagen

Merzig. Ein fröhliches Prosit an dem lauen Abend beschließt den ersten Probetag und drückt den Wunsch für eine harmonische, wenn auch haarige Zusammenarbeit aus - für "Hairspray". Mit dem quietschbunten Stück verabschieden sich Joachim Arnold und sein Team von Musik & Theater Saar von den Opern im Zelt und haben den Weg zum Musical eingeschlagen.Entspannt lassen Maickel Leijenhorst und Sanne Buskermolen ihre Blicke über die Anlage am Zeltpalast schweifen. "Wunderschön, und so viel Grün", schwärmen die beiden Niederländer von der Idylle, um sich sofort wieder ins Gespräch mit ihren Kollegen zu vertiefen. Man schätzt sich, mag sich. "Wir kennen die meisten", sagen Céline Vogt aus Köln und Leoni Kristin Oeffinger aus München - trotz der unterschiedlichen Herkunft. Aus Australien ist Taryn Nelson an die Saar gekommen, aus der Schweiz Stephan Luethy, Niklas Abel aus Stade bei Hamburg, Sebastian Smulders aus Berlin. "So ist das nun mal in der Branche." Während das fast 30-köpfige Ensemble die letzten Sonnenstrahlen, den Wein von der Obermosel, Bier und das leckere Essen genießt, lässt Koch Maxwell Omini ein paar Meter weiter in der Küche die Finger rundgehen, schneidet Sellerie im Akkord, wendet die Poularden in der Pfanne, schöpft Gemüsebrühe aus dem Vollen. "Die habe ich heute Morgen aufgesetzt", plaudert der Spitzenkoch aus dem Nähkästchen. Backofen-Temperaturen und stundenlange Arbeit scheinen dem charmanten Profi nichts auszumachen - im Gegenteil. Nur zu gerne lässt er sich bei seiner Arbeit in die Töpfe schauen. Dass er den Geschmack des Ensembles getroffen hat - einschließlich eines Vegetarier-Menüs - macht ihn stolz. Lässt sich das Gros der Mannschaft bedienen und das Essen an den Tisch bringen, gilt für Dominik Doll die Devise: Selbst ist der Mann. Stolz balanciert er den Teller mit der cross gebratenen Poularde, auf Sellerie gebettet und mit Tomaten und Champignons garniert, zu seinem Platz - krönender Abschluss eines ersten, langen Probentages. "Um halb zehn haben sie mit den Proben begonnen", erzählt Musical-Macher Arnold. "Aber natürlich gab es zwischendurch einige Pausen."

Premiere in Merzig am 27. Juli

Gerade einmal vier Wochen Zeit bleibt allen Akteuren, um das energiegeladene Popmärchen mit der pfundigen Hauptdarstellerin Tracy Turnblad alias Conny Braun und deren gewichtige Mama Edda (Musical-Star Uwe Kröger) auf die Beine zu stellen. Ende Juni geht's nach München zur Premiere, die am 3. Juni im Deutschen Theater steigt, anschließend wieder zurück nach Merzig, wo es am 27. Juli weitergeht.

"Es gibt ein Versprechen, dass wir geben müssen . . . ": Unzählige Male lässt Jeff Frohner, musikalischer Leiter bei der Neuproduktion, den Song der Maybelle vom Ensemble wiederholen. Mal will der Mann am Klavier mehr Akzent auf das Licht setzen, mal die Freiheit stärker betont haben.

Die Anweisungen, witzig und gut gelaunt rübergebracht, bieten Vorlagen zu manchen Retourkutschen. Dann wieder volle Konzentration auf das Stück und die Noten in dem Heft, die längst gelb und rot markiert sind. Während Arnold und seine Mitarbeiterin Angela Brinkmann noch letzte Details im Freien besprechen, lässt Frohner den Song im Zeltpalast noch einmal erklingen, dieses Mal im Zusammenspiel mit Motormouth Maybelle alias Deborah Wodson: "Es gibt einen Traum in der Zukunft. Es gibt einen Kampf, den wir noch gewinnen müssen." Damit ist die Schlacht für die Mannschaft auf der Bühne geschlagen - zumindest für den ersten Tag.

Während sie den wohlverdienten Feierabend genießen, ist für Aysel Kahraman von der Projektleitung, Gunni Mahling, Azubi Nina Behr, Regieassistentin Corinna Jarosch und die fleißigen Helferinnen Caroline Braun und Romina Reinig noch lange nicht Schluss, ebenso wie für Koch Maxwell Omini. Er muss "nachsitzen" wegen des Nachschlags, den so mancher wünscht.

 Ein echter Zauberer in der Küche: Maxwell Omini.
Ein echter Zauberer in der Küche: Maxwell Omini.

musik-theater.de