1. Saarland

Gute Plattform, um Erfahrungen auszutauschen

Gute Plattform, um Erfahrungen auszutauschen

St. Wendel. 120 Laborfachleute aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland trafen sich auf Einladung der Stefan-Morsch-Stiftung (Birkenfeld) in St. Wendel, um sich über den neuesten Stand der Analyse von Gewebemerkmalen zu informieren

St. Wendel. 120 Laborfachleute aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland trafen sich auf Einladung der Stefan-Morsch-Stiftung (Birkenfeld) in St. Wendel, um sich über den neuesten Stand der Analyse von Gewebemerkmalen zu informieren. Dabei stand nicht nur die Typisierung von Blutproben potenzieller Stammzellspender auf dem Programm, sondern auch andere Anwendungsgebiete der Labortechnik - wie etwa die Forensik oder die Partnerwahl. Seit mehr als zehn Jahren richtet die Stiftung Fortbildungsveranstaltung aus: "Für uns ist der Workshop immer eine gute Gelegenheit, sich mit den Kollegen auszutauschen und neueste Erkenntnisse zu diskutieren", so Dr. Marco Schäfer.Schäfer, Leiter des HLA-Labors der Stefan-Morsch-Stiftung, hatte unter anderem Experten aus dem Labor der Charité in Berlin, der Knochenmark-Transplantationsklinik in Lübeck oder vom Landeskriminalamt in Mainz als Referenten verpflichten können. Zudem hatten Hersteller aus dem Bereich Labortechnik ihre neuesten Produkte nach St. Wendel gebracht. So dass die Teilnehmer des Workshops umfassend die neuesten Entwicklungen in der Molekularbiologie und ihrer praktischen Anwendung diskutieren konnten. Auch das Thema Hygiene und Eigenschutz im Labor wurden intensiv beleuchtet.

Verbrecherjagd per Pipette

Informationen über Analyse-Verfahren und deren Kosten wechselten sich ab mit verschiedenen Ausblicken auf die Zukunft. So wandelte Thomas Binder vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf das letzte Wort des Daliah-Lavi-Titels in "Willst Du mit mir Gen?" ab, um verschiedenste Versprechungen zu entlarven, die rund um die Gen-Analyse gemacht werden - ein Beispiel war die auch per Fernseh-Show propagierte Partnerwahl per Gen-Analyse. Dr. Stefanie Grethe vom LKA Mainz gab ebenfalls spannende Einblicke in ihren Alltag bei der Verbrecherjagd per Pipette und Gaschromatograf: "In Zukunft können wir wahrscheinlich sogar ein Täterprofil mit Hilfe der DNA erstellen." red

Stichwort

Dr. Marco Schäfer, Leiter des HLA-Labors der Stefan-Morsch-Stiftung, zusammen mit Constanze Schönemann, Leiterin eines HLA-Labors. Foto: VA

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv "Helfen - Hoffen - Heilen" bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt, Menschen können sich hier als Spender registrieren lassen. Ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien - wie die der Stefan-Morsch-Stiftung - speisen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen. Mit jedem Spender erhöht sich somit die Chance, dass Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann. red