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Gussmodelle bauen statt Sport unterrichten

Gussmodelle bauen statt Sport unterrichten

Saarbrücken. "Es gehörte viel Fleiß dazu. Meine größte Herausforderung war das Erlernen der deutschen Sprache", sagt Stanislav Schimke. Der 42-jährige gebürtige Kasache hat sich in Deutschland vorbildlich integriert, beruflich ganz neu angefangen und wurde jetzt landesbester Modellbaumechaniker in der Fachrichtung Gießereimodellbau

Saarbrücken. "Es gehörte viel Fleiß dazu. Meine größte Herausforderung war das Erlernen der deutschen Sprache", sagt Stanislav Schimke. Der 42-jährige gebürtige Kasache hat sich in Deutschland vorbildlich integriert, beruflich ganz neu angefangen und wurde jetzt landesbester Modellbaumechaniker in der Fachrichtung Gießereimodellbau. 93 Punkte erreichte er bei der Abschlussprüfung, 1,0 ist der Durchschnitt seines Abschlusszeugnisses, was Grund für die Industrie- und Handelskammer (IHK) war, ihn auszuzeichnen.Fast 13 Jahre ist es jetzt her, dass Schimke nach Deutschland kam. In Kasachstan war er Sportlehrer, doch sein Diplom wurde in der neuen Heimat nicht anerkannt: "Um Geld zu verdienen, habe ich eine Weile auf Baustellen gearbeitet. Danach arbeitete ich vier Jahre als Produktionsarbeiter bei Halberg Guss und begann 2008 im Alter von 39 Jahren im selben Betrieb die Ausbildung zum Modellbaumechaniker", erzählt Schimke. Regulär dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre, doch sein Arbeitgeber riet ihm, auch aufgrund seiner guten schulischen Leistung, die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. "Anfangs hatte ich Angst, dass ich meine Ausbildung nicht zu Ende führen kann. Die Firma meldete damals Insolvenz an und ich dachte, dass sie eher die jungen Azubis behalten", so Schimke. Doch Halberg Guss trennte sich nicht von dem 42-Jährigen. "Heute bin ich in meinem Ausbildungsbetrieb angestellt und im Messraum tätig", berichtet Schimke. Er arbeitet mit Prüfgeräten und überwacht, dass die vorgegebenen Richtlinien für die Gussmodelle eingehalten werden. Seinen Beruf als Lehrer gegen den des Arbeiters getauscht zu haben, bereut Schimke nicht: "Es war richtig, diese Ausbildung zu machen. Ich habe auch schon eine Weiterbildung zum Industriemeister begonnen."

In seiner Freizeit spielt Schimke Basketball im Verein bei Spartakus Saarbrücken. Außerdem verbringt er gerne Zeit mit seiner Frau, die ebenfalls aus Kasachstan stammt: "Ich habe sie in Deutschland kennengelernt. Das Witzige ist, dass ihr Heimatort nur 40 Kilometer von meinem entfernt liegt."

"Es war richtig, diese Ausbildung zu machen."

Stanislav Schimke