1. Saarland

Grüne fordern 365-Euro-Ticket für Schüler

Nahverkehr : Grüne fordern 365-Euro-Ticket

Das Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr in Rheinland-Pfalz soll günstiger werden.

Ein 365-Euro-Ticket für Schüler, Azubis und Bufdis in Rheinland-Pfalz würde nach Einschätzung eines Gutachters fünf bis 15 Millionen Euro pro Jahr kosten. Die unterschiedlichen Summen basieren auf zwei Szenarien, sagte der von der Grünen-Landtagsfraktion beauftragte Gutachter, Jochen Sauer, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Im ersten geht Sauer vom Braunschweiger Ingenieurbüro WVI von einem Nachfragezuwachs von 3,5 Prozent aus, im zweiten von neun Prozent. Beide Berechnungen blendeten sinkende Fahrgastzahlen wegen der Coronapandemie aus. Die positive Nachfrage in Hessen nach dem Ticket lasse sich nach seiner Einschätzung auf Rheinland-Pfalz übertragen.

Die Landesregierung in Hessen sei von 20 Millionen Euro Verlusten pro Jahr ausgegangen, sagte Sauer. Die Fahrgastzahlen seien mit dem Ticket jedoch um 60 Prozent auf 407 000 gestiegen, ergänzte die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, Jutta Blatzheim-Roegler. Selbst 15 Millionen Euro entsprächen nur einer Erhöhung der Landesmittel um drei Prozent.

„Wenn wir das finanzieren können, sollten wir es bald angehen“, sagte Grünen-Fraktionschef Bernhard Braun. Die Grünen forderten schon lange ein solches Ein-Euro-Ticket, inzwischen seien aber wohl auch CDU und SPD dafür. Das Ticket sei auch ein Anreiz für Eltern mit zwei Kindern oder mehr, Ausflüge gemeinsam mit dem ÖPNV zu machen, sagte Baltzheim-Roegler. Das Argument, so etwas sei nur ein Ticket für Städter, gelte nicht mehr. Der ÖPNV sei zudem wichtig für den Klimaschutz und die Energiewende.

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte sich zuletzt skeptisch gegenüber einem 365-Euro-Ticket gezeigt und war von viel höheren Kosten ausgegangen. Das hessische Schülerticket sei nicht ohne Weiteres auf Rheinland-Pfalz übertragbar, da es dort ländlicher sei und die Strecken länger. Im Saarland kostet ein Schülerticket allein etwa für den Regionalverband mehr als 700 Euro im Jahr, die von den Eltern zu zahlen sind.