1. Saarland

Große Resonanz auf Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen

Große Resonanz auf Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen

Saarlouis. Mit 57 000 Neuerkrankungen und 17 500 Sterbefällen jährlich zählt Brustkrebs zur häufigsten Krebserkrankung bei Frauen. Das bundesweite Mammographie-Screening-Programm soll Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die Chance der Früherkennung bieten. Im Saarland ging das Programm Ende 2006 an den Start, seither sind 129 865 Frauen eingeladen worden

Saarlouis. Mit 57 000 Neuerkrankungen und 17 500 Sterbefällen jährlich zählt Brustkrebs zur häufigsten Krebserkrankung bei Frauen. Das bundesweite Mammographie-Screening-Programm soll Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die Chance der Früherkennung bieten. Im Saarland ging das Programm Ende 2006 an den Start, seither sind 129 865 Frauen eingeladen worden. Rund 60 Prozent nahmen den Termin wahr. Am Freitag zogen die verantwortlichen Ärzte, Dr. Manfred Bitsch und Dr. Erich Keller, in der Mammographie-Einheit Saarlouis Bilanz.

418 Karzinome festgestellt

Mammografie-Einheit wird die Praxis genannt, in der die Untersuchungen laufen. Im Saarland gibt es, neben Saarlouis, Standorte in St. Ingbert, St. Wendel, Merzig und Saarbrücken. Ziel des Screenings-Programms ist, Mammakarzinome frühzeitig zu erkennen, denn je früher sie erkannt werden, desto höher sind die Heilungschancen.

Und die Zahlen, die Dr. Bitsch am Freitag bekannt gab, zeigen seiner Meinung nach, wie wichtig das Programm ist. Von den untersuchten Frauen sind 4610 zur weiteren Abklärung wieder einbestellt worden, bei 848 Frauen wurde in einer weiteren Untersuchung eine Gewebeprobe entnommen. Von den 418 entdeckten Karzinomen ist in 73 Fällen ein Oberflächenkarzinom diagnostiziert worden, bei 256 Patientinnen ein Karzinom ohne Lymphknotenbefall. Bei 87 Frauen ist ein Karzinom im Stadium 2 plus entdeckt worden, das heißt, der Knoten war bereits größer als zwei Zentimeter.

Zwar startete das Mammographie-Screening-Programm mit Schwierigkeiten, aber drei Jahre nach dem Startschuss zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden.

"Die Teilnahmequoten sind gut und das Screening hat seine Qualitätsanforderungen im Saarland erreicht", heißt es. Im Sommer soll eine neue Software das Programm optimieren und fit machen für die zweite Runde.

Kostenloser Check für Frauen

Auf etwa neun Millionen Euro schätzt Dr. Bitsch die bisherigen Kosten für das Screening, das von den Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Gesundheitsministerium getragen wird. Die Untersuchungen sind kostenlos. "Ich finde es vorbildlich, wie hier gearbeitet wird. Mit dem, was ich gesehen habe, bin ich sehr zufrieden", sagte Gesundheitsminister Georg Weisweiler, der am Freitag einen Eindruck von der Arbeit in einer Mammographie-Einheit bekam.