Gronig feiert 2013 750-jähriges Bestehen

Gronig feiert 2013 750-jähriges Bestehen

Gronig. Wie und in welcher Form das 750-jährige Bestehen von Gronig im nächsten Jahr begangen wird, steht zurzeit noch nicht fest. Die Ortsvereine, die vor einiger Zeit darüber gesprochen haben, waren sich einig, das auf jeden Fall gefeiert wird. Die Vorbereitungen sollen demnächst beginnen

Gronig. Wie und in welcher Form das 750-jährige Bestehen von Gronig im nächsten Jahr begangen wird, steht zurzeit noch nicht fest. Die Ortsvereine, die vor einiger Zeit darüber gesprochen haben, waren sich einig, das auf jeden Fall gefeiert wird. Die Vorbereitungen sollen demnächst beginnen. Erstmals ist Gronig in einer Urkunde aus dem Jahre 1263 aufgetaucht, nach der der Burggraf Wilhelm von Hudestoch der Abtei Tholey seine Groniger Lehen zurückgibt. "Dabei muss man sich vor Augen halten, dass eine Siedlung, die in einer Urkunde erstmals genannt wird, bedeutend älter sein kann", heißt es im Groniger Ortsbuch. Der Name Gronig ist vermutlich aus dem keltischen "Kerenes" abgeleitet, was soviel heißt wie "steiniger Vorberg" und womit wohl der Momberg gemeint ist. 1335 taucht die Bezeichnung "Grunich" auf der Steinkreuzinschrift an der Kapelle auf. 1361 wird das Dorf "Grunech" genannt und 1621 wieder "Grunich". Der Heimatschriftsteller Max Müller spricht von "caran", das heißt "Steinriegel", als Ursprung des Ortsnamens.Die Abtei Tholey hatte Lehen in den Dörfern Gronig und Humweiler. Letzteres war einst ein selbstständiges Dorf, hieß "Homveiler" und "Hunvillare" und ist schon lange mit Gronig vereint. Die Zugehörigkeit zu Lothringen kann an der farblichen Grundgestaltung des Wappens erkannt werden. Die Farben rot und gold waren die der Lothringer Herzöge. Die beiden gekreuzten Absstäbe haben jeweils elf Knospen und sind Sinnbild der elf Wirtschaftshöfe, Zennereien genannt. Der Dreiberg versinnbildlicht den Momberg.

"Auf der Bergkuppe des Momberg ist früher Ackerbau betrieben worden", sagte der Heimatkundler Franz-Josef Recktenwald im Gespräch mit der SZ. "Das ist bis heute an der Bezeichnung ,Kapellenwiese' für ein Stück Grünland zu erkennen. Die Jahrespacht war einst zweckgebunden für den Erhalt der Kapelle im Ort." Der Momberg ist mit seinen 499,4 Metern die höchste Erhebung auf der Groniger Gemarkung und besteht aus Eruptivgestein. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dort ein Kriegerehrenmal errichtet. Der nachgewiesene Ringwall besteht eigentlich aus zwei Wällen, deren Entstehung etwa 300 Jahre auseinanderliegen. "Nichts aber deutet auf eine dauerhafte Besiedlung hin", glaubt Hans-Josef Recktenwald. "Eher war es eine Fliehburg oder ein militärischer Stützpunkt." Gefunden wurden ein römischer Leistenziegel und eine Haushaltsschale.

Früher waren auch in Gronig die Häuser mit Stroh gedeckt. Die Dächer mussten alle 20 bis 30 Jahre erneuert werden. So genannte "Ährendächer" haben sich die Menschen meistens selbst angefertigt. Das letzte Groniger Strohdach wurde 1930 von einem Stall entfernt. Eines der Wahrzeichen des Ortes ist die Donatus-Kapelle. Die früheste Nachricht über eine Kapelle stammt von 1710. Vermutlich ist es der gleiche Bau, der 1835 in einem Visitationsbericht genannt wird. Patron ist der heilige Donatus aus Münstereifel. 1802 ist der Guss einer Glocke erwähnt. 1926 war die Kapelle baufällig und musste geschlossen werden. Nach der Renovierung war sie ab 1932 wieder geöffnet. Weitere Erneuerungen folgten später.

Am Rande

Wissenswertes aus der Groniger Geschichte:

Auf dem Momberg besaß die Dillinger Hütte früher eine Fläche, auf der sie Holz für die Eisenverhüttung einschlug. Deshalb heißt das Gelände bis heute "Dillinger Wald."

Aus der nachantiken Zeit gibt es auf dem Groniger Bann noch immer Begriffe, die mit den Heiden, den nichtchristlichen Vorfahren, zusammenhängen. Erhalten sind die Namen "Heidenschanze", "Heidendell", "Heidenborn" und "Heidenkupp".

Die Flur "Wachsgut" an der Banngrenze zu Theley, ein ehemals 90 Morgen großes Landgut, hatte nichts damit zu tun, dass dort alles gut gewachsen ist. Wer das Stück Land bewirtschaftete, musste als Zinsgabe jährlich drei Pfund Wachs an die Abtei Tholey liefern, die unmittelbar der Kirche St. Peter in Theley zugute kamen.

Die Donatus-Kapelle ist ein Wahrzeichen des Dorfes. Foto: B & K.

Zwischen Gronig und Humweiler gab es öfter gerichtliche Auseinandersetzungen. In einem Prozess wurden die Groniger dazu verpflichtet, innerhalb des Frondienstes die Weinvorräte für das Tholeyer Kloster regelmäßig aus Neumagen-Dhron an der Mosel zu besorgen. gtr