1. Saarland

Grenzenloser Klimaschutz

Grenzenloser Klimaschutz

Illingen/Merchweiler/Quierschied

Illingen/Merchweiler/Quierschied. Was als "Integriertes Klimaschutzkonzept unter dem Leitbild Null-Emissions-Gemeindekooperation Illingen, Merchweiler, Quierschied sowie Teilkonzept Erschließung des verfügbaren Erneuerbare-Energien-Potenzials" sprachlich recht gestelzt und wenig griffig daherkommt, soll für die Menschen in der kreisüberschreitenden Teilnehmer-Region und die Umwelt vielfältige Vorteile bringen. Wie der Bürgermeister Armin König bei der Präsentation des Konzeptes am Montag im Illinger Rathaus einräumte, sei klar, dass die regionalen Bemühungen in Sachen Ressourcen-Schonung zwar nicht "die Welt bewegen" aber als kleine Schritte beim globalen Umwelt- und Klimaschutz sehr wohl Geltung hätten. "Die Bürger wollen das so und können in ihren privaten Bereich beispielsweise mit dem Einsatz der Photovoltaik etwas zum Erfolg der Bemühungen beitragen", so König. Seine Quierschieder Kollegin Karin Lavall würdigte das gemeinsame Vorgehen der drei benachbarten Kommunen, denn "schwierige Aufgaben löst man besser gemeinsam". Der Merchweiler Verwaltungschef Walter Dietz richtete an die Bürger den Appell, sich bei aller Begeisterung für den Einsatz der Sonne zur Stromerzeugung auf dem häuslichen Dach von der Vernunft leiten zu lassen, um sich trotz aller Fördermöglichkeiten nicht finanziell zu überfordern. Und genau hier kommt das Gaswerk Illingen mit Werkleiter Josef Meiser, das die Projektleitung für das interkommunale Klimaschutzkonzept übernommen hat, ins Spiel: "Wir wollen die Bürger intensiv beraten, damit ihre Investitionen in jeder Beziehung ein Erfolg werden", so Meiser. Mit im Boot bei dem Projekt sitzt auch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS, siehe Info), das bei der Pressekonferenz durch Christian Koch vertreten wurde. Koch erläuterte das gemeinsame Vorgehen, beginnend mit einer Bestandsaufnahme hinsichtlich der Energie-Einsparmöglichkeiten bei Strom und Wärme. Als zweiter Schritt sollen Erneuerbare-Energien-Potenziale erschlossen werden. Dann werde ein Soll-Szenario für die Jahre 2020 bis 2050 erstellt, das den weiteren Handlungsrahmen vorgebe. Wobei es sehr wichtig sei, die Bürger ("Akteurs-Beteiligung") in die Prozesse einzubinden, schließlich erwarte man von ihnen Engagement beim Ressourcen-Schutz.

Rund 118 000 Euro soll das Konzept kosten. Fast 70 000 Euro werden vom Bund gefördert, 18 000 Euro sind beim Land beantragt, die restlichen 30 000 Euro kommen aus den Kassen des Zweckverbandes Gaswerk, zu dem die drei Beteiligten Kommunen gehören. "Hier zahlt es sich aus, dass unser Gaswerk zwar wirtschaftlich arbeiten soll, aber nicht allein auf Rendite ausgerichtet ist", so Verbandsvorsteher Armin König.

In Illingen wird jetzt beispielsweise die Änderung des Flächennutzungsplanes im Interesse der Wind-Energie ein sichtbares Zeichen auf dem Weg zur Null-Emissions-Gemeinde sein.

Auf einen Blick

Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) ist eine Einrichtung der Fachhochschule Trier mit Sitz am Umwelt-Campus Birkenfeld (Null-Emissions-Campus). Es sieht seine Aufgabe darin, Stoff- und Energieströme auf regionaler und betrieblicher Ebene zu analysieren, Optimierungspotenziale zu erkennen und deren Umsetzung zu initiieren. Das Ziel ist hierbei die Erhöhung der Wertschöpfung bei sinkenden Umweltbelastungen.

Gemeinsam mit Partnern aus Gemeinden, Ministerien, Unternehmen und vielen weiteren Akteuren soll so eine nachhaltige Entwicklung nicht nur geplant, sondern auch umgesetzt werden. sl