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Gotteshaus ist der ganze Stolz von Reitscheid

Gotteshaus ist der ganze Stolz von Reitscheid

Egal, aus welcher Richtung man in das 504-Seelen-Dorf Reitscheid kommt: von der Höhe des Füsselbergs herunter, über den Feldwirtschaftsweg von Asweiler her, von Grügelborn, Oberkirchen, Furschweiler oder Gehweiler - der Blick fällt stets zuerst auf den Turm der Kirche St. Martin. Das Gotteshaus im Dorf ist der ganze Stolz der Reitscheider. Dabei sah es vor Jahren nicht gut für es aus

Egal, aus welcher Richtung man in das 504-Seelen-Dorf Reitscheid kommt: von der Höhe des Füsselbergs herunter, über den Feldwirtschaftsweg von Asweiler her, von Grügelborn, Oberkirchen, Furschweiler oder Gehweiler - der Blick fällt stets zuerst auf den Turm der Kirche St. Martin. Das Gotteshaus im Dorf ist der ganze Stolz der Reitscheider. Dabei sah es vor Jahren nicht gut für es aus.Größere Renovierungen und Erneuerungen standen an. Ein Vertreter des Bistums schlug vor, die Kirche zu schließen und abzureißen. Doch hatte er nicht mit dem Widerstand von Pastor Hanno Schmitt gerechnet und schon gar nicht mit dem der über 400 Gläubigen. Mit Spenden und Zuschüssen und mit viel Eigeninitiative wurde die Kirche wieder auf Vordermann gebracht und erhielt sogar eine Pfeifenorgel.

Diese Bereitschaft der Bürger, mitzuhelfen, wo Not am Mann ist, steht beispielhaft für das, was das ganze Jahr über im Dorf geschieht. "Wir haben viele ehrenamtliche Helfer mit fleißigen Händen", erzählte Ortsvorsteher Reiner Werth (CDU) im Gespräch mit der SZ. "Gerade haben wir es wieder festgestellt, als es um die Mariengrotte am Hüttenberg ging." Zu üppig war der Wuchs des Grüns um sie herum geworden und Wurzeln in die Fugen eingedrungen, die die Grotte baufällig machten. Sie musste größtenteils abgetragen und neu aufgebaut werden. Zu den Kosten gab die Landesregierung 10 000 Euro dazu. Spenden kamen auch von der Kreissparkasse, von Saar-Toto und Privatleuten. Jetzt wird neues Grün gepflanzt. "Vielleicht klappt es dieses Jahr noch mit der Einweihung", so Reiner Werth.

Die Mitglieder des Schützenvereins, des Sportvereins, des Wandervereins, der Feuerwehr und der Garten- und Naturfreunde sind auch immer da, wenn das Dorffest und der Weihnachtsmarkt organisiert werden müssen. Sie finden im jährlichen Wechsel statt.

Dieses Jahr ist wieder Weihnachtsmarkt im Bauernmuseum, nächstes Jahr Dorffest. Bei vielen weiteren Veranstaltungen zeigt es sich, dass die Dorfgemeinschaft ausgiebig feiern kann und dass dabei auch immer das Gefühl der Zusammengehörigkeit gestärkt wird. So lädt der Schützenverein für 26. August wieder zum Fest ein, die Feuerwehr für 1. September.

48 Kinder haben sich für die Fahrt im Oktober ins Bosiland an den Bostalsee gemeldet, die vom Ortsrat organisiert wird. Die Martinskirmes wird vom 9. bis 11. November gefeiert, verbunden mit dem Martinsumzug.

Mit der Infrastruktur können die Bürger recht zufrieden sein. Es gibt noch eine Bäckereifiliale und ein Gasthaus, einen Pizzabäcker, einen Betrieb für Fenster und Türen, außerdem einen hauptamtlichen Landwirt und zwei im Nebenerwerb. Mitten im Dorf ist ein schöner Kinderspielplatz. Wanderwege locken zu Spaziergängen, unter anderem zum Reitscheider Kreuz. Am ersten Sonntag im Monat öffnet das Bauernmuseum seine Türen. Kultureller Mittelpunkt ist die Mehrzweckhalle. Ortsvorsteher Werth ist froh, dass das undichte Dach noch dieses Jahr repariert werden und die Halle energetisch aufbereitet werden soll.

Weitere Räume für Zusammenkünfte stehen im Sportheim und im Schützenhaus zur Verfügung. Im Frühjahr hat der Naturschutzbeauftragte Elmar Schmitt, sein Sohn Jens und der Ortsvorsteher im Bereich Hofberg/Hüttenberg 40 Nistkästen aufgehängt, die die Naturlandstiftung ihnen geschenkt hat. Im Oktober sollen sie auf die Belegung und das Brutverhalten kontrolliert, gesäubert und bei Bedarf repariert werden.

Foto: privat

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