Glühendes Lampenfieber in der Manege

Glühendes Lampenfieber in der Manege

Herrensohr. "Ich bin jetzt etwas nervös", gesteht die zehn Jahre alte Lena. Aufgeregt läuft sie hin und her. Gleich hat sie ihren großen Auftritt als Trapezkünstlerin. Etwas ruhiger ist Nicole (10). Auch sie muss am Trapez ran. Maciej (11) wirkt gelassen. Er spielt mit einem Basketball. "Ich bin der stärkste Mann der Welt", erklärt er und zeigt seine Muskeln

Herrensohr. "Ich bin jetzt etwas nervös", gesteht die zehn Jahre alte Lena. Aufgeregt läuft sie hin und her. Gleich hat sie ihren großen Auftritt als Trapezkünstlerin. Etwas ruhiger ist Nicole (10). Auch sie muss am Trapez ran. Maciej (11) wirkt gelassen. Er spielt mit einem Basketball. "Ich bin der stärkste Mann der Welt", erklärt er und zeigt seine Muskeln. "Maciej ist der stärkste Junge an unserer Schule", verrät Nils (10), der gegen den kräftigen Elfjährigen wie ein Turnfloh wirkt. Nils gehört zu den Akrobaten. "Ich muss einen Flick-Flack machen", sagt er. "Und kannst du das?" "Es geht so. Für die Vorstellung reicht es", plappert er drauflos.

Es war ganz schön was los vergangene Woche an der Grundschule in Herrensohr. Eine Woche Schule ohne Unterricht - der Zirkus Oriental machte es möglich. Ziel des Projekts, das vom Landesjugendamt und dem Jugendamt des Regionalverbandes finanziert wurde: die Schule mit offener Kinder- und Jugendarbeit verbinden. "Es war eine spannende und aufregende Woche für die Kinder, aber auch für uns Lehrer", erzählt Schulleiterin Elisabeth Wickert. "Die Mädchen und Jungs haben Mut bewiesen, und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist stark gewachsen. Die Kinder waren den ganzen Tag im Zirkus und sind nur zum Schlafen nach Hause gegangen." Wickert freut sich besonders, dass so viele mitgeholfen haben, das Zirkusprojekt zu stemmen: Eltern, Förderverein, Hort und Sponsoren.

Alles war wie im richtigen Zirkusleben. Los ging's mit dem Zeltaufbau. Alle Kinder packten mit an, pflegten und fütterten die Tiere und erarbeiteten unter Anleitung von Zirkusdirektor Reiner Wecker und seinen Kolleginnen ein Zirkusprogramm mit Akrobatik-, Trapez-, Fakir- und Clown-Nummern, Tier-Dressuren und Zauberkunst. Schon die Generalprobe zeigte: Das werden tolle Gala-Vorstellungen. Zweimal war das Zirkuszelt voll: Eltern, Omas und Opas, Freunde und Bekannte waren gekommen. Und die waren bei der Super-Show, die die Kinder abzogen, aus dem Häuschen. Immer wieder belohnten sie mit stürmischem Beifall die Auftritte der jungen Künstler. Erstaunliche Dinge vollbrachten die Mädchen und Buben: Sie gingen barfuß über Nägel, flogen wagemutig am Vertikalseil quer durch die Manege. Da stockte manchem der Atem. Donnernden Applaus gab es auch für die stärksten Männer und die Tier-Dompteure. Alles klappte wie am Schnürchen. Die Stars in der Manege waren natürlich die Clowns. Und zum Schluss kamen alle Akteure mit brennenden Kerzen ins abgedunkelte Zirkuszelt. Das war Gänsehaut-Atmosphäre. "Es war eine aufregende Woche für die Kinder und für die Lehrer."

Schulleiterin Elisabeth Wickert

Durch den Reifen hopsen, das kann noch längst nicht jeder Hund.