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Globus baut ganz groß in Völklingen

Globus baut ganz groß in Völklingen

Völklingen. Kaum hat sich der Automobilclub ADAC über die Enge in deutschen Parkhäusern beschwert und eine Mindestbreite der Stellplätze von 2,50 Metern verlangt (SZ vom 17

Völklingen. Kaum hat sich der Automobilclub ADAC über die Enge in deutschen Parkhäusern beschwert und eine Mindestbreite der Stellplätze von 2,50 Metern verlangt (SZ vom 17. November), kommt der Globus Völklingen und macht es noch besser: Im neuen Parkhaus, das am Sonntag nach etwa fünfmonatiger Bauzeit eröffnet wird, sind die überdachten 300 Plätze sogar 2,80 Meter breit - "weil die Autos ja immer breiter werden und die Kunden es bequem haben sollen", erklärt Geschäftsleiter Jörg Moll bei einem Baustellenrundgang. Und stellt im Vorbeigehen einen Mann vor, der zuletzt in Toronto, Boston und am Flughafen Zürich gewirkt hat: Claus Condne aus Wadgassen, dessen Firma (CUR Systemtechnik) Orientierungssysteme für Parkhäuser installiert.Im Saarland hatten Condne und seine zehn Mitarbeiter kurioserweise noch nie einen größeren Auftrag, aber Moll hat das mit Freuden geändert. Beim Globus wird nun bald über jedem der gut 700 Stellplätze ein Sensor durch rotes oder grünes Licht anzeigen, wo noch etwas frei ist. Darüber hinaus gibt es ein Leitsystem, das auch den Ortsunkundigen durch das unübersichtliche Geflecht der drei Park-Ebenen führt und den Suchverkehr eindämmt.

Das Hellste, was die Völklinger City im Dunkeln zu bieten hat, ist ab sofort die Rathaus-Passage. Allein 120 000 Euro lässt der Globus in die Beleuchtung dieser Durchfahrt fließen. Sogar "Kunst am Bau" wurde installiert, nämlich hinterleuchtete Silhouetten des Weltkulturerbes.

Das Globus-Emblem über dem Haupteingang geht übrigens in die Firmengeschichte ein. Nach Auskunft von Eva Walle aus der Marketingabteilung ist es das erste in dem Milliarden-Konzern, das mit LED-Leuchten bestückt ist. LED-Lichterketten finden sich übrigens auch in den Rollgleiten, mit denen der Besucher aus jeder der drei Ebenen in den Verkauf gelangt, stufenlos. Der Besucher begreift rasch, dass solch ein Bauwerk über sechs Millionen Euro kostet.

Der Preis des neuen Parkhauses ist sozusagen bauartbedingt. Der Völklinger Dirk Zollt, Bauleiter und einer von 50 Mitarbeitern der Bauabteilung im Globus-Konzern, spricht von einer "klassisch-konstruktiven Baustelle". Üblicherweise baue Globus ja aus Stahlbeton-Fertigteilen, in Völklingen handele es sich dagegen um eine sehr komplexe und anspruchsvolle Maßnahme auf mehreren Ebenen mit diversen Anbindungen und Übergängen.

Will sagen: Für einen Ingenieur ist so ein Parkhaus, das sich an ein bestehendes Haus schmiegt, ein Leckerbissen. Zollt und Moll sagen übereinstimmend, dass die Handwerker sehr gut und zügig gearbeitet hätten. Bis Sonntag sind noch etwa 70 bis 80 Personen mit letzten Tätigkeiten beschäftigt: Maler, Elektriker, Trockenbauer, Fliesenleger, Brandschützer, Leitplankenmonteure. Spezialisten schließen die Ampeln zur Bundesstraße 51 an. Das aufgeständerte Bauwerk wird ja sozusagen als Zufahrt zum Parkhaus angezapft. Globus zahlt die Signalanlagen und übergibt sie danach dem Landesbetrieb für Straßenbau, dem Eigentümer der Straße.

Viele Firmen arbeiten in den letzten Tagen vor der Eröffnung ("Super Sonntag") rund um die Uhr. Der Eröffnungstermin 27. November, der von Anfang an vorgegeben war, muss unter allen Umständen gehalten werden. Und wenn nicht? Jörg Moll lacht und sagt, dass diese Möglichkeit nie in Betracht gezogen war. Im Weihnachtsgeschäft, das nun einmal spätestens am ersten Advent beginnt, gilt ihm dieses Parkhaus als unverzichtbar. Wer hier nicht problemlos Platz findet, könnte als Käufer untreu werden, wird versichert.

JörgMoll.

Ein gutes Zeichen, dass alles zeitig fertig wird: Das Baubüro ist schon so gut wie geräumt. Hier soll nächstes Jahr ein Café einziehen. Daneben hat die Taxi-Zentrale Völklingen schon angezeigt, Quartier zu nehmen. Moll freut sich über diesen Mieter und könnte sich sogar vorstellen, dass eine Arztpraxis im Haus öffnet. Allein schon deshalb, weil bei 5000 Leuten pro Tag immer irgendwem etwas fehlt. Bei den Bauarbeiten ist dem Vernehmen nach übrigens keinem einzigen der vielen Handwerker und Bauwerker etwas Schwerwiegendes widerfahren.