Gleiches Recht für alle!

Gleiches Recht für alle!

InfrastrukturGleiches Recht für alle!Zu: "Nordsaarlandstraße sorgt weiterhin für Zündstoff", SZ vom 11. November Wer die Diskussion um das Projekt "Stadtmitte am Fluss" in Saarbrücken verfolgt, dem wird eines schnell klar: Für die Landesregierung ist der nördliche Landesteil nur noch Ballast

InfrastrukturGleiches Recht für alle!Zu: "Nordsaarlandstraße sorgt weiterhin für Zündstoff", SZ vom 11. November Wer die Diskussion um das Projekt "Stadtmitte am Fluss" in Saarbrücken verfolgt, dem wird eines schnell klar: Für die Landesregierung ist der nördliche Landesteil nur noch Ballast. Das Geld wird lieber in Saarbrücken im wahrsten Sinne des Wortes in der Saar versenkt. Am besten ziehen wir alle brav in den Speckgürtel um Saarbrücken, dann brauchen wir keine Nordsaarlandstraße - und die Landesregierung hätte eine Sorge weniger. Aber so einfach liegen die Dinge nicht. Wir wollen eine Hochwaldregion, die wirtschaftlich und in Sachen Infrastruktur mit anderen Landstrichen mithalten kann und fordern unser grundgesetzlich verbrieftes Recht auf das Schaffen von gleichen Lebensbedingungen überall im Land ein. Dazu gehört auch und ganz besonders die Realisierung der Nordsaarlandstraße - inklusive Nordumgehung Merzig und auch der Umgehung von Nunkirchen ohne Wenn und Aber. Gerade letztere Forderung wurde anfangs belächelt und geht auch heute noch manchmal unter. Dabei haben die Bürger hier sehr lange kämpfen müssen, bis ihnen der Landesbetrieb für Straßenbau eine Verkehrsuntersuchung zugestand. Im Gegensatz zu dem, was der LfS damals lässig und aus der Hüfte prognostizierte, stellte sich heraus, dass eine Nordumfahrung Nunkirchens die Hauptachsen im Ort um rund 50 Prozent entlasten würde. Wenn wir nun die Zahlen aus der Stellungnahme des Losheimer Bürgermeisters Lothar Christ zugrunde legen, der in Merzig von 3000 bis 4000 Fahrzeugen am Tag spricht, wird uns hier in Nunkirchen ganz anders. Durch unseren Ort quälen sich am Tag - gemessen 2006 am Knotenpunkt Kreisverkehr - 21 200 Fahrzeuge. Ein unhaltbarer Zustand, der den Ortsrat Nunkirchen wie den Stadtrat Wadern dazu veranlasste, die Aufnahme der Nordumgehung Nunkirchens in den Bundesverkehrswegeplan zu beantragen. Gleichzeitig soll in einem noch zu erstellenden Gutachten untersucht werden, wie man durch eine Umgehung eine Entlastung des Ortskerns erreichen kann, ohne die vorhandene exzellente Infrastruktur abzuschneiden. Man sieht: Wir wollen die Zukunft aktiv gestalten. Genau das wünschen wir uns indes auch von der Landesregierung. Anstatt gutes Geld in völlig überzogenen Prestigeprojekten zu versenken, wäre es langsam an der Zeit zu kapieren, dass die Hochwaldgemeinden Losheim am See und Weiskirchen und die Stadt Wadern ein gleichberechtigter Teil dieses Landes sind, der ebenso Beachtung verdient, wie Neunkirchen, Homburg, Saarlouis oder auch die Landeshauptstadt selbst. Jochen Kuttler, Ortsvorsteher Nunkirchen

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