1. Saarland

Gleich ist der Prüfungsstress vorbei

Gleich ist der Prüfungsstress vorbei

Kreis Neunkirchen/Ottweiler. Die Abiturienten drängen sich um ein kleines Blatt Papier, das an der Tafel hängt. Darauf zu entziffern: Die Prüfungszeiten für das mündliche Abitur. Während einige gleich um 9 Uhr dran sind, beginnt für andere das lange Warten. "Ich muss mit Geschichte erst um 15 Uhr ran. Da sind die meisten schon fertig", erklärt Andrea Pyttlik

Kreis Neunkirchen/Ottweiler. Die Abiturienten drängen sich um ein kleines Blatt Papier, das an der Tafel hängt. Darauf zu entziffern: Die Prüfungszeiten für das mündliche Abitur. Während einige gleich um 9 Uhr dran sind, beginnt für andere das lange Warten."Ich muss mit Geschichte erst um 15 Uhr ran. Da sind die meisten schon fertig", erklärt Andrea Pyttlik. Die 18-Jährige aus Wemmetsweiler sieht es aber entspannt, schließlich hat sie das Abitur schon in der Tasche. "Es kann ja nichts mehr passieren", sagt sie. Auf die Frage, warum sie dennoch ihre Lernmaterialien vor sich liegen habe, antwortet sie lax: "Irgendwas muss ich ja während des Wartens machen." Wenn ihr Notenschnitt ausreicht, will sie Psychologie in Bonn studieren oder etwas mit Biologie machen.

An ihrer Seite sitzt die gleichaltrige Irina Sereda, die um 10.30 Uhr in Darstellendes Spiel geprüft wird. Auch sie hat bereits bestanden. "Ich bin eher faul", gibt sie zu. Dazu passt es, dass sie nach der Prüfung erst einmal richtig ausschlafen will. Und was steht nach der Schulzeit an? "Erst einmal mache ich ein Jahr Work und Travel in Kanada", berichtet die Ottweilerin. Danach soll es ins Schauspielfach gehen: "Ich will einen Oscar gewinnen. Oder schreiben Sie Academy Award", meint die gebürtige Russin ganz unprätentiös.

Florian Strauß aus Illingen-Hüttigweiler sieht es nicht ganz so entspannt. Schließlich muss er in Darstellendes Spiel mindestens eine 03 erreichen. Die Prüfung besteht dabei nicht nur aus Theorie: "Es gibt auch einen praktischen Teil. Wir bekommen einen Text, den wir dann vorspielen müssen", erklärt der 17-Jährige. Sein Berufswunsch geht aber in eine ganz andere Richtung: "Ich will Grundschullehrer für Englisch und Biologie werden", erzählt er. Im Umgang mit Kindern ist Florian bereits erprobt: Er unterrichtet Kinder im Tanzen. Der Beruf Tänzer ist aber keine Option für den ehemaligen mehrfachen Landesmeister: "Damit kommt man nicht über die Runden", sagt er.

Gegen 9.30 Uhr haben die ersten ihre Prüfung hinter sich. So auch Charlotte Bohlander aus Ottweiler. Obwohl auch sie ihr Abitur schon vorher bestanden hatte, wünscht sie sich eine gute Note im Prüfungsfach Musik: "Schließlich ist das mein Lieblingsfach." Auch wenn die 18-Jährige manche Fragen des Fremdprüfers nicht richtig verstanden hat, ist sie zuversichtlich. Auch der 19-Jährige Fabian Forst ist gerade mit seiner Prüfung fertig - in Ethik. Vorher sei er aufgeregt gewesen, schließlich ist das Abi noch nicht ganz sicher. "Aber ich brauche nur eine 01. Das ist zu schaffen", sagt er. Auch der Wiebelskircher hat schon Pläne für die Zukunft. Zuerst soll es ein Freiwilliges Soziales Jahr geben. "Danach will ich Journalismus studieren", verrät er.

Bis die Schüler ihre Noten erfahren, müssen sie sich aber erst noch gedulden. Schließlich werden die Prüfungsergebnisse erst um 17 Uhr in der Aula verkündet. Somit ist Andrea Pyttlik nicht die einzige, die noch einen langen letzten Schultag vor sich hat.

Auf einen Blick

In Klasse 11 müssen die Schüler Fächer belegen in zwei der drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache als Hauptfächer, sogenannte E-Kurse, die mit jeweils fünf Wochenstunden unterrichtet werden. Die Abiturprüfung findet am Ende der 12. Klasse landeszentral in fünf Fächern statt, vier Fächer davon werden schriftlich geprüft. Die fünfte, mündliche Prüfung in einem der Grundkurse dauert 20 Minuten. Um das Abitur zu bestehen, müssen mindestens 300 Punkte erreicht werden. lmi