1. Saarland

Gewerkschaft bedauert Abbau-Stopp

Gewerkschaft bedauert Abbau-Stopp

Grügelborn. Die Kohle und die Zukunft der Ortsgruppen der Industriegewerkschaft Bergbau/Chemie/Energie (IG BCE) waren am Samstag bei der Jubilarehrung in der Grügelborner Mehrzweckhalle die Hauptthemen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Josef Schmidt, sprach über das Ende des Kohlebergbaues im Saarland am 30

Grügelborn. Die Kohle und die Zukunft der Ortsgruppen der Industriegewerkschaft Bergbau/Chemie/Energie (IG BCE) waren am Samstag bei der Jubilarehrung in der Grügelborner Mehrzweckhalle die Hauptthemen.Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Josef Schmidt, sprach über das Ende des Kohlebergbaues im Saarland am 30. Juni und sagte: "Unser Saarland ohne Kohle - man kann es sich kaum vorstellen. Noch in meinem Geburtsjahr 1957 waren 65 000 Menschen im Saarbergbau beschäftigt und es gab 18 selbstständige Bergwerke." Ein Teil der 1300 derzeit noch am Nordschacht Beschäftigten müsse in das 500 Kilometer entfernte Ibbenbüren wechseln. "Da müssen die Familien sehr viel Verständnis aufbringen", so Schmidt. Das Ende des Kohleabbaus im Saarland und der demografische Wandel bringe es, so Josef Schmidt, mit sich, dass sich die Grügelborner Ortsgruppe im Laufe dieses Jahres mit den Ortsgruppen Freisen, Oberkirchen, Haupersweiler und Asweiler/Eitzweiler zusammenschließen werde. Die neue Gruppe trage ab dann den Namen Freisen.

Auch der Vertreter der IG BCE-Bezirksleitung, Hans-Jürgen Becker, kritisierte das Auslaufen des Bergbaus an der Saar. "Wir halten die Kohle nach wie vor für unverzichtbar. Die Aufgabe der Lagerstätten ist ein politischer Fehler, den spätere Generationen ausbaden müssen", sagte Becker. "Energiepolitik ist nicht nur das Ansinnen, mit Gewalt regenerative Energieformen einzuführen. Sie bedeutet für uns als Gewerkschaft, dass Energie auch zukünftig bezahlbar sein muss." Für alle Beschäftigten, nicht nur für die im Bergbau, seien die Zeiten nicht einfach. Auch im Bereich der Kraftwirtschaft, der Chemie und der Keramik krisele es. Die IG BCE werde mit allen Mitteln versuchen, Einfluss auf Politik und Wirtschaft zu nehmen, damit sich die Lage in den Betrieben stabilisiert und Arbeitsplätze erhalten bleiben. "Was wir brauchen, ist eine nachhaltige Entwicklung mit einer vernünftigen Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem."

Starke Solidargemeinschaft

An die Jubilare gewandt sagte Hans-Jürgen Becker: "Viele Leistungen, die heute für die Arbeitnehmer selbstverständlich sind, wurden durch euer und unser gemeinschaftliches Engagement erstritten. Ihr habt, an heutigem Standard gemessen, trotz schwerer körperlicher Arbeit goldene Zeiten erlebt. Euer Berufsleben war geprägt vom Aufschwung und vom allgemeinen Wohlstand." Die Jubilare hätten bewiesen, dass gute und schlechte Zeiten durch eine starke Solidargemeinschaft bewältigt werden könnten. Für 15 Mitglieder standen an diesem Abend Ehrungen an. Den musikalischen Part des Treffens gestaltete Werner Baltes.

Auf einen Blick

Die geehrten Mitglieder der Ortsgruppe Grügelborn der IG BCE: 70 Jahre: Alois Danneck, Oswald Ballof, Engelbert Becker (alle Grügelborn), Walter Baltes (Furschweiler). 60Jahre: Werner Alsfasser (Furschweiler), Franz Theobald, Johann Wiesen (beide Gehweiler), Hans Schnur (Grügelborn). 50 Jahre: Günter Alles (Grügelborn), Helmut Brill (Reitscheid). 40 Jahre: Günter Buschauer, Josef Schmidt (beide Grügelborn), Günter Fieber (Gehweiler). 25 Jahre: Peter Abel (Furschweiler), Gabi Scheffler (Gehweiler). gtr