1. Saarland

Gewappnet gegen die tückische Gefahr

Gewappnet gegen die tückische Gefahr

Marpingen. "Drei Tote und über 30 Verletzte bei Kohlenmonoxid-Unfall in Mehrfamilienhaus", "Defekte Gastherme: Zwei Verletzte durch Kohlenmonoxid-Austritt", "Kohlenmonoxid-Alarm: Großeinsatz nach Shisha-Party: Zehn Verletzte", "Sechs Tote in einem Berliner Haus durch Kohlenmonoxid"

Marpingen. "Drei Tote und über 30 Verletzte bei Kohlenmonoxid-Unfall in Mehrfamilienhaus", "Defekte Gastherme: Zwei Verletzte durch Kohlenmonoxid-Austritt", "Kohlenmonoxid-Alarm: Großeinsatz nach Shisha-Party: Zehn Verletzte", "Sechs Tote in einem Berliner Haus durch Kohlenmonoxid". So lauteten nur einige wenige Schlagzeilen zu Einsätzen in Deutschland, bei denen das Atemgift Kohlenstoffmonoxid Ursache war.Jährlich sterben Menschen an einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung. Insbesondere in den Wintermonaten des Jahres, wenn wieder kräftig geheizt wird, gibt es mehr Unfälle aufgrund dieser unsichtbaren Bedrohung. Diese Thematik beschäftigt die Feuerwehren und Rettungsdienste immer mehr bei ihren Einsätzen.

Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Marpingen reagierte auf diese Häufung und stattete nun alle Löschbezirke mit einem speziellen Warngerät aus, welches automatisch bei erhöhten Kohlenstoffmonoxid-Werten Alarm schlägt und die Einsatzkräfte und betroffene Personen rechtzeitig vor Gesundheitsschäden bewahrt.

Ebenso beteiligen sich die Marpinger an einer Studie der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, welche sich mit einer Gefährdungsanalyse durch Kohlenstoffmonoxid an Einsatzstellen inklusive Empfehlungen zur Ausstattung von Einsatzkräften und Abwicklung von Einsätzen mit erhöhtem Kohlenstoffmonoxidgehalt in der Atmosphäre beschäftigt. Weitere beteiligte Hilfsorganisationen sind der Arbeiter Samariter Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe, der Malteser Hilfsdienst und die Firma MSA Auer aus Berlin.

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist geruchs- und geschmacklos, und schon wenige Atemzüge können zum Tod führen: CO entsteht bei einem unvollständigen Verbrennungsvorgang. Kohlenmonoxid kann ein Mensch nicht bemerken, es löst keine Warnsensoren aus wie etwa Erdgas, dem ein warnender Geruchsstoff beigemischt ist. Das Gas bindet sich im Blut an die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) und verdrängt dabei den Sauerstoff. Nach wenigen Atemzügen kann dies bereits zu schweren Vergiftungserscheinungen und zum Tod führen.

Wo kann das Atemgift entstehen? Kohlenmonoxid entsteht stets dann, wenn eine Verbrennung ohne genügend Sauerstoff stattfindet. Die weitverbreitetsten Gefahrenquellen sind zumeist defekte oder unregelmäßig gepflegte Haushaltsgeräte wie gasbetriebene Herde, Thermen und Gasboiler jedoch auch Schornsteine, Kaminöfen, Abzüge, Gasetagenheizungen und Wärmeaustauscher.

Für Sicherheit zu Hause

Wie kann ich mich als Bürger gegen die Gefahren schützen? Nicht nur umsichtiges Handeln, sondern auch technische Vorsorge können dazu beitragen, Unfälle zu verhindern. Ein wichtiger Beitrag ist die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage zum Beispiel durch den Schornsteinfeger. Diese ist ein Mal pro Jahr Pflicht. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob ein Lüftungskanal blockiert wird und die Heizgase oder Abgase daher nicht einwandfrei abziehen. Dies kann auch durch Vogelnester verursacht werden. Es gibt mittlerweile "Rauchmelder", die auch vor der Freisetzung von Kohlenmonoxid warnen. Sinnvoll ist die Installation eines solchen Gerätes in der Nähe der Gastherme. Erhältlich sind diese speziellen CO-Melder im Fachhandel. red