| 19:11 Uhr

Kriminalität in der Landeshauptstadt
Polizei rätselt über Gewaltserie in Saarbrücken

Eine Gruppe von 15 bis 20 Personen griff vor einer Woche ein Shisha-Café in der Dudweiler Straße an. Dabei wurde die gläserne Front zerstört. 
Eine Gruppe von 15 bis 20 Personen griff vor einer Woche ein Shisha-Café in der Dudweiler Straße an. Dabei wurde die gläserne Front zerstört.  FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Nach einer Serie gewaltsamer Auseinandersetzungen in der Saarbrücker Innenstadt prüft die Polizei einen Zusammenhang zwischen den Taten. Von Daniel Kirch und dpa
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Dies könne nach den bisher bekannten Fakten nicht sicher bewertet werden, erklärte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang. Die SZ hatte bereits vor Tagen in der Lokalausgabe Saarbrücken über die Vorfälle berichtet.


Ausgangspunkt der Gewaltserie waren Vorfälle am Sonntagabend (18. November). Nach Polizeiangaben wurden in der Kaiserstraße zunächst zwei Afghanen durch bislang nicht identifizierte Täter aus einer Menschengruppe heraus mit Faustschlägen und Fußtritten angegriffen und verletzt.

Wenig später zerstörte eine Gruppe die gläserne Front einer Shi­sha-Bar in der Dudweiler Straße und verletzte dort einen Mitarbeiter. Die Polizei geht davon aus, dass die Straftaten von einer Gruppe von 15 bis 20 Personen begangen wurden. An den Folgetagen kam es zu mehreren weiteren Körperverletzungsdelikten in Saarbrücken, an denen laut Polizei „nicht nur Einzelpersonen beteiligt“ gewesen sein sollen.



Am Mittwoch meldeten sich drei junge Männer bei der Polizei, die sich als Opfer einer Schlägerei in der Großherzog-Friedrich-Straße zu erkennen gaben. Einer von ihnen hatte blutende Verletzungen im Gesicht, ein anderer Schnittverletzungen am Arm. Sie beschuldigten einen laut Polizei bereits einschlägig in Erscheinung getretenen 20-jährigen Afghanen, der später vorläufig festgenommen wurde, von der Staatsanwaltschaft aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es keine konkreten Hinweise darauf, dass er auch an den beiden anderen Vorfällen beteiligt war, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagabend.

Die „Bild am Sonntag“ hatte zuvor von einer „massiven Zusammenrottung von circa 100 Personen aus dem arabischen und/oder türkisch/kurdischen Kulturkreis“ berichtet. Das Blatt zitierte aus einem internen Polizeibericht, in dem von „schwerem Landfriedensbruch durch rivalisierende ausländische Gruppierungen in der Saarbrücker Innenstadt“ die Rede ist. Nach Informationen der Zeitung vermuten Ermittler als Hintergrund der Auseinandersetzungen einen Kampf um Drogenreviere.

Die Polizei erklärte dazu auf Anfrage, in dem „Bams“-Bericht würden „verschiedene Vorfälle und Fragmente miteinander im Textzusammenhang genannt, die unter Umständen beim Leser zu falschen Schlussfolgerungen führen können“.