Gespenster und Geister grillen am Feuer

Gespenster und Geister grillen am Feuer

Tholey. Schummriger Kerzenschein erstrahlt die Burgruine am Schaumberg. Die Bäume sind bunt angestrahlt. Überall flackern Kürbisgesichter und Fackeln. Ein Junge mit bemaltem Gesicht und rotem Kopftuch huscht vorbei. "Ich gehe als Pirat", sagt der fünf-jährige Samuel stolz und lächelt

Tholey. Schummriger Kerzenschein erstrahlt die Burgruine am Schaumberg. Die Bäume sind bunt angestrahlt. Überall flackern Kürbisgesichter und Fackeln. Ein Junge mit bemaltem Gesicht und rotem Kopftuch huscht vorbei. "Ich gehe als Pirat", sagt der fünf-jährige Samuel stolz und lächelt. Er ist einer von rund 150 Besuchern beim "Halloween-Spaß für Kinder", den die Gemeinde Tholey zum zweiten Mal veranstaltet. "Der Schaumbergturm bietet sich durch seine Atmosphäre für solche Veranstaltungen an, und wir wollten das ohnehin schon breite Kulturprogramm noch um eine Halloweenveranstaltung erweitern", sagt Timo Groß von der Gemeinde. Die Teilnehmer können dabei Kürbisse schnitzen und Stockbrote backen. Das Material werde von der Gemeinde gestellt. "Das Stockbrot ist besonders toll", lobt der fünfjährige Samuel. Während er das erzählt, sitzt sein Vater Pascal Ohlmann mit Töchterchen Enna am Kürbis-Tisch. Die Zweijährige schaut gespannt auf das lachende Gesicht, das Papa auf eine rund zehn Zentimeter große Frucht malt. "Ein gefährlicher Kürbis steht schon Zuhause vor der Tür, jetzt gibt es noch einen freundlichen", erklärt Ohlmann. Er finde das Fest wegen der Geselligkeit gut. Außerdem gefalle es ihm, Kürbisse schnitzen zu können und dennoch eine saubere Küche zu haben. Er schmunzelt. "Und die Kinder sind immer direkt mit dabei. Sie freuen sich, wenn sie sich verkleiden", sagt er. Auch Umweltpädagogin Mercedes Oeß sieht Halloween in Deutschland eher als eine ruhige Alternative zum amerikanischen Fest. "Ich glaube, es ist auf dem Vormarsch. Aber hier werden eher alte Bräuche von Allerheiligen übernommen." Während sie das erzählt, sitzt sie als Hexe verkleidet am Lagerfeuer und hilft den Kindern dabei, Stockbrot zuzubereiten. "Zuerst braucht man einmal einen guten Hefeteig und einen dicken nicht angespitzten Stock", erklärt sie und wickelt Teig in Schlangenbewegungen um das Stabende. Und schon flitzen die Kinder los und halten die Leckerei ins Lagerfeuer. Ungefähr fünfzehn Minuten warten sie gespannt, bis das Brot fertig ist. "Ich bin begeistert, dass die Kinder so geduldig sind", lobt die Umweltpädagogin. Wer sich noch anderweitig stärken will, genießt zudem Kürbissuppe oder "Hexentrank".

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