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Gespannter Blick in Richtung WashingtonBaumholder hofft auf Erhalt der US-Garnison

Gespannter Blick in Richtung WashingtonBaumholder hofft auf Erhalt der US-Garnison

Baumholder. Die Zukunft der US-Garnison Baumholder bewegte alle vier Gastgeber des Neujahrsempfangs von Stadt und Verbandsgemeinde, Truppenübungsplatzkommandantur, Bundeswehrdienstleistungszentrum Idar-Oberstein und Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel in Baumholder

Baumholder. Die Zukunft der US-Garnison Baumholder bewegte alle vier Gastgeber des Neujahrsempfangs von Stadt und Verbandsgemeinde, Truppenübungsplatzkommandantur, Bundeswehrdienstleistungszentrum Idar-Oberstein und Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel in Baumholder. Nicht nur Truppenübungsplatzkommandant Ingo Osbahr wartet gespannt auf die Entscheidung im Zusammenhang der Haushaltsberatung des US-Kongresses und hofft, dass die US-Garnison erhalten bleibt. "Sie gehört zum Stadtbild genau so wie zum Truppenübungsplatz". Und so wünschte er, dass die US-Soldaten nie wie Elvis singen müssen "Muss i den, muss i denn zum Städtele hinaus". Unabhängig von der Zukunft der US-Armee stehen auf dem Truppenübungsplatz Änderungen durch die Bundeswehrstrukturreform an. Die Feuerwehr werde zentral geführt werden, die Fahrschule wird einem anderen Verband zugeordnet und die Truppenübungsplatz Daaden im Westerwald, der von Baumholder aus mitverwaltet wird, mittelfristig aufgegeben.Die Modernisierungen im baulichen und IT-Bereich werden auf dem Platz vorangetrieben. Am Tag des Rettungsdienstes wird die zivil-militärische Zusammenarbeit fortgeführt, nannte Osbahr Beispiele für den Alltag auf dem Platz. Er machte aber auch deutlich: "Wir werden nicht zum überdimensionalen Windpark mutieren und werden auch nicht zum Wochenend-Nationalpark."

Gestärkt aus der Bundeswehrreform geht das Bundeswehrdienstleistungszentrum hervor, wie dessen Leiter Berndt-Georg Hahn betonte. Der Zuständigkeitsbereich werde sich künftig ausweiten. Hahn verhehlte nicht, dass der Standort Idar-Oberstein in Konkurrenz Mainz gestanden habe. Ausschlaggebend für die Entscheidung pro Idar-Oberstein sei letztlich die wirtschaftliche Bedeutung des Bundeswehrdienstleistungszentrums als einem der größten Arbeitgeber der Region mit 600 Arbeitsstellen gewesen. Die Bundeswehrstandorte Idar-Oberstein und Baumholder seien erstmals Garant dafür gewesen, dass das Bundeswehrdienstleistungszentrum als eigene Dienststelle bestehen bleiben konnte.

Sei die Bundeswehrstrukturreform im vergangenen Jahr halbwegs gut verlaufen, bewege derzeit die Frage, wie es mit dem US-Militär weitergehe, griff auch Peter Lang den Faden auf. Der Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde Baumholder hofft, dass es so endet wie angedacht, dass die US-Brigade geht, aber Logistiktruppen kommen. Lang dankte ausdrücklich dem Kommandeur der Artillerieschule, General Heribert Hupka, für die intensiven Anstrengungen, die Standorte Truppenübungsplatz und Artillerieschule zu erhalten. Der Bürgermeister wies auch auf den Interessenkonflikt zwischen Windenergieanlagenbau und dem ED-R-Gebiet hin. Das Flugbeschränkungsgebiet im Bereich des Truppenübungsplatzes enge die Kommunen in ihren Plänen nach neuen Windrädern ein. Trotzdem versprach der Bürgermeister: "Wir werden nichts fordern, was den Truppenübungsplatz gefährdet". Letztmalig begrüßte Herbert Kraft, Leiter des Bundesforstbetriebs Rhein-Mosel in Baumholder die Gäste des Neujahrsempfangs. Er wird Ende April in den Ruhestand verabschiedet. Seine kurze Botschaft: "Kompromisse zwischen Nationalpark- und Windparknutzung sind unumgänglich". gav