1. Saarland

Gesellschaft braucht das Ehrenamt

Gesellschaft braucht das Ehrenamt

St. Wendel

St. Wendel. "Das Vereinsehrenamt genießt einen hohen Stellenwert beim Saarländischen Fußballverband, nicht zuletzt deshalb, weil es in der heutigen Zeit immer schwieriger geworden ist, geeignete Mitarbeiter für die Vereinsarbeit zu gewinnen", begrüße Adrian Zöhler (Überroth), Vizepräsident des Saarländischen Fußballverbandes und zugleich Landesehrenamtsbeauftragter, 44 Frauen und Männer aus etlichen Saarvereinen, im Hofgut Imsbach in Theley. Diese Ehrenamtler waren für ihr rühriges Engagement im Rahmen der Aktion "Danke ans Ehrenamt", die in diesem Jahr unter dem Motto "Lebenswerk" stand, von ihren Heimatvereinen für eine Auszeichnung vorgeschlagen worden. Neun Vereinsmitarbeitern kamen aus dem Nordsaarkreis, davon sieben aus Vereinen des St. Wendeler Landes. "Sie erledigen freiwillig und ohne Bezahlung mit viel Eifer, Idealismus und Tatkraft unzählige Arbeiten zum Wohle und Ansehen ihrer Vereine", würdigte Zöhler die Verdienste dieser "Vereinsmeier", denen keine Arbeiten zuviel sind.Ehrengast des Abends war Horst Hrubesch, ehemaliger Fußballnationalspieler und heute Trainer der U18-Nationalmannschaft. Hrubesch bestritt von 1980 bis 1982 insgesamt 21 Länderspiele, wurde Europameister und Vizeweltmeister. Mit dem Hamburger SV holte er 1983 den Europapokal der Landesmeister. Als DFB-Trainer gewann er 2008 und 2009 die Europameisterschaft mit der U19 und U21. "Sie sind heute die Stars, nicht ich", betonte Hrubesch, der früher liebevoll "Kopfball-Ungeheuer" genannt wurde. Der Trainer hob die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. "Mit Ihrer ehrenamtlichen Arbeit in der Jugend- und Nachwuchsarbeit der Vereine bilden sie zukünftige Nationalspieler aus". Er selbst hätte es ohne solche Leute wohl auch nicht soweit geschafft.

Auch der gesamte Vorstand des Fußballverbandes drückte mit seinem Besuch seine Verbundenheit und Wertschätzung zu der ehrenamtlichen Arbeit in den Vereinen aus. Darüber hinaus weilte auch Staatssekretär Jürgen Barke vom Wirtschaftsministerium unter den Ehrengästen. "Die Gesellschaft braucht das Ehrenamt, denn ehrenamtlich Tätige leisten freiwillig einen enormen Beitrag zu unserem Gemeinwohl", sagte der Staatssekretär und hob die wirtschaftliche Bedeutung hervor. "In den Vereinen werden viele Arbeiten durch Ehrenamtliche erledigt, die Sache des Saarlandes wäre und dann auch Geld kosten würde".

Mit Einführung der Ehrenamtskarte schlage die Landesregierung einen wichtigen Weg ein. Mit Konrad Karrenbauer (70) vom SV Hofeld war aus dem Kreis der sieben auserwählten Ehrenamtler auch der Kreissieger auserkoren worden. Karrenbauer hat Jugend- und Vorstandsarbeit beim SV Hofeld geleistet. Vor allem aber hat er den Förderverein 1990 mit aus der Taufe gehoben und ist von 1992 bis heute dessen Vorsitzender. Unter seiner Regie ist der Hartplatz in einen schmucken Kunstrasenplatz umgebaut worden, dazu wurde das Clubheim renoviert. Mit dem Bau eines Verkaufspavillons ist ein weiterer Meilenstein gesetzt worden. "Karrenbauer ist ein ganz wichtiger Mann beim SV Hofeld, der trotz seiner unermüdlichen Tatkraft nicht in vorderster Front stehen wollte", sagte Zöhler. "In den Vereinen werden viele Arbeiten durch Ehren- amtliche erledigt, die Sache des Saarlandes wäre und dann auch Geld kosten würde."

Staatssekretär Jürgen Barke

Auf einen Blick

Neben Karrenbauer wurden ausgezeichnet: Rolf Bernhardt (SV Steinberg/Deckenhardt), Guido Bild (SF Winterbach), Friedhelm Reiter (SV Scheuern), Josef Scherer (SV Überroth), Adolf Schmitt (TSV Sotzweiler-Bergweiler) und Heide Theobald (FC Niederkirchen). eb