1. Saarland

"Geschenkt wird ihm nichts"

"Geschenkt wird ihm nichts"

St. Wendel. Sascha Weber wirkt gelassen. Er verschwendet keinen Gedanken daran, bei seinem Heimspiel im Januar nicht dabei zu sein. "Ich denke schon, dass ich das hinbekomme", meint er. Zum ersten Mal darf der St. Wendeler in der Elite-Klasse der Querfeldein-Weltmeisterschaft starten

St. Wendel. Sascha Weber wirkt gelassen. Er verschwendet keinen Gedanken daran, bei seinem Heimspiel im Januar nicht dabei zu sein. "Ich denke schon, dass ich das hinbekomme", meint er. Zum ersten Mal darf der St. Wendeler in der Elite-Klasse der Querfeldein-Weltmeisterschaft starten. Und da stehen, genau wie in den anderen drei Klassen, fünf Startplätze für die deutsche Mannschaft zur Verfügung - erklärt Udo Sprenger, der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer. Und er sagt weiter: "Wir werden alles tun, damit der Lokalmatador am Start ist. Aber geschenkt wird ihm nichts." Bis zur WM fährt Weber noch vier Weltcup-Rennen sowie die deutsche Meisterschaft. Bei einem dieser Rennen will der aktuelle deutsche U23-Meister die WM-Norm schaffen.Im Gegensatz zur WM 2005, als er bei den Junioren in St. Wendel startete, zählt er dieses Mal nicht zu den Favoriten. "Die Chancen, es unter die ersten Zehn zu schaffen, sind nicht sehr groß", schätzt sich Weber selbst ein. Aber jeder Radfahrer, der auf den vorderen Plätzen landen will, "braucht eine gute Tagesform", meint Weber. Und die will er sich unter anderem auf Mallorca erarbeiten, wo er zwei Wochen lang die Grundlagen trainiert. Die Strecke in St. Wendel sei schnell und schwierig, weiß Weber nicht erst seit dem Testrennen vor einigen Wochen. Das liege ihm. Für die 2,8 Kilometer lange Runde plant er mit fünfeinhalb bis sechs Minuten. Dabei wünscht er nur, dass das Wetter mitspielt: "Ich hoffe auf Schnee." Notfalls könne er da nachhelfen, meint dazu St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon: "Dann holen wir eben die Schneekanone."

Rund 300 Sportler aus 20 Nationen werden am 29. und 30. Januar im Sportzentrum erwartet. Die Wettbewerbe beginnen am Samstag um 11 Uhr mit dem Rennen der Junioren. Drei Stunden später kämpfen die U23-Fahrer um den Titel. Das Eliterennen der Frauen wird sonntags um 11 Uhr gestartet. Zu den Favoriten zählt dann wieder Hanka Kupfernagel aus Thüringen - mit zehn WM-Medaillen die erfolgreichste Querfeldein-Fahrerin überhaupt. Die Männer-Elite fährt ihre WM um 14 Uhr aus. Zdenek Stybar aus Tschechien geht dabei nicht nur als Titelverteidiger ins Rennen, er fährt auch in dieser Saison von Erfolg zu Erfolg und war in den ersten beiden Weltcuprennen dieses Winters nicht zu schlagen. Und er kennt das Gelände in St. Wendel: Bei der WM 2005 gewann er das Rennen in der Kategorie U23. Die Strecke ist übrigens identisch mit der von 2005. "Sie hat sich für den Rennablauf und für die Zuschauer bewährt", sagt Thomas Wüst vom Organisations-Team. Dank der kurzen Runden erinnere der Kurs fast an ein "Sechs-Tage-Rennen im Freien". Außerdem sei die Strecke schnell und zu 100 Prozent befahrbar. Und gut ausgebaut, wie Bouillon betont: "Eine Schlammschlacht bleibt uns also erspart."