1. Saarland

Geprägt von Landschaft und Landwirtschaft

Geprägt von Landschaft und Landwirtschaft

Einer, der seinen Ort regelrecht lebt, ist Alois Wilhelm. Der Ortsvorsteher von Selbach ist in dem Nohfelder Ortsteil geboren und seit 1979 mit einer Unterbrechung in seinem ehrenamtlichen Amt.

Der 770 Einwohner zählende Ort liegt im Quellgebiet von Nahe und Blies und "ist eingebettet in eine wunderschöne Hügellandschaft mit Wiesen, Feldern und Mischwald", so Wilhelm. Selbach ist stark von der Landwirtschaft geprägt und hat noch mehrere hauptberufliche Landwirte.

Wahrzeichen von Selbach ist die Katharinen-Kapelle. In dem Gotteshaus, das in der Dorfmitte steht, befindet sich eine der ältesten Glocken des Bistums Trier. Gegossen wurde sie 1509. Als Patronatsfest wird am 25. November die Kathreinenkirmes begangen. Am Hasborner Weg steht der Brunnen "Bruderborn". "Dessen Quellwasser wird heilende Wirkung nachgesagt", erzählt der Ortsvorsteher. Gleichzeitig ist der Brunnen die Quelle des Imsbaches, nachdem das überregional geschätzte Hotel-Restaurant Hofgut Imsbach benannt ist. Als weiteres Kleinod mögen die Selbacher die Marienkapelle, die am Irschberg steht.

Eine Attraktion ist der Freizeitpark mit Wildgehege, Streichelzoo und Schutzhütte. Auf dem Parkplatz an der Hütte treffen sich Wanderer, um auf den Peterberg oder zum Bostalsee zu gehen. "Vor allem ist der Parkplatz auch ein Portal zum neu angelegten Nahequelle-Pfad", so Alois Wilhelm. Die Besonderheit des Pfades: Es ist ein Kinderpremiumweg, was ihn in Deutschland bisher einmalig macht. Über die Gemarkung Selbach führen mit dem Offizierspfad Imsbach und dem Rötelsteinpfad Oberthal noch zwei weitere Premiumwanderwege.

Natürlich prägen auch Vereine und Verbände das Ortsleben. Freitags trifft sich in der ,B(a)eckerstubb' der Stammtisch Muppet-Show. Die freiwillige Feuerwehr mit ihrer Jugendwehr ist laut Wilhelm die mitgliederstärkste in der Gemeinde Nohfelden und hat keine Nachwuchssorgen. Sie bereitet Martins- und Maifeuer vor und sorgt für kontrolliertes Abbrennen. Der Obst- und Gartenbauverein verarbeitet in seiner eigenen Kelteranlage heimisches Obst zu Saft und Most. Der Katholische Kirchenchor erbaute und pflegt bis heute die Marienkapelle. Der Heimat- und Verkehrsverein renovierte und finanzierte die kleine Kapelle und Wegekreuze am Hirschfelder Weg. Der Bienenzuchtverein Obere Nahe installierte am Nahequelle-Pfad einen Bienenlehrpfad mit Schautafeln. Alle Vereine und Gruppierungen finden sich im Kulturring wieder, in dem Termine koordiniert werden.

"Unser Bürgerhaus ist gut ausgelastet", erzählt Alois Wilhelm. Neben privaten Feiern, die dort stattfinden, haben der Männergesangverein und der Theaterverein eine neue Bleibe gefunden. In diesem Jahr wird einer der Höhepunkte im Ortsleben die Inszenierung eines mittelalterlichen Hexenprozesses sein. "Unser Altbürgermeister Hermann Scheid hat diese geschrieben", so Wilhelm. Zwei Gaststätten, eine Bäckerstube und ein Metzger versorgen die Bürger mit Dingen des täglichen Bedarfs. Zurzeit besteht noch kein Problem mit Leerständen.

Als störend im Ort wird vor allem das hohe Verkehrsaufkommen wahrgenommen. Dieses entsteht zum Beispiel, wenn Autos durch Selbach fahren, um den Weg zur nahe gelegenen Autobahn abzukürzen.

Durch den Freizeitbetrieb am Bostalsee gibt es an Wochenenden oftmals ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, dass natürlich die Emission verstärkt. "Manchmal wäre einfach ein bisschen mehr Rücksicht angebracht", sagt Wilhelm.

Die Termine lauten wie folgt: 6. Juli, 11 Uhr: Seifenkistenrennen am Mandelbachschuss; 23. August, 19 Uhr: Aufführung des Hexenprozesses im Bürgerhaus; 29. November bis 1. Dezember, 20 Uhr: Theaterverein zeigt "Ein Mann spielt verrückt".

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Zur PersonAlois Wilhelm, geboren 1947 in Selbach, Fliesenleger-Ausbildung mit Auszeichnung. 1968 Polizeibeamter in Rheinland-Pfalz. Verheiratet, zwei Töchter, eine Enkelin. Seit 1974 im Ortsrat, seit 1979 Ortsvorsteher, jeweils mit Unterbrechung. CDU-Mitglied und Jugendschöffe am AG Saarbrücken. bo

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Auf einen BlickDas Gruppenfoto der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" gibt es im Internet zum Herunterladen unter www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 99 Cent.Abzüge können Sie nur schriftlich bestellen: Saarbrücker Zeitung, Mia-Münster-Straße 8, 66606 St. Wendel, E-Mail: redwnd@sz-sb.de (Preis: ein Euro). red