1. Saarland

Gemeinsam im Zeichen fairen Handels

Gemeinsam im Zeichen fairen Handels

Blieskastel ist nicht nur eine naturnahe Kommune innerhalb der Biosphäre Bliesgau, sondern nun auch eine „Fairtrade Town“. Jetzt gab es die Urkunde.

(red/ywi) Geschafft - Blieskastel ist jetzt Fairtrade Town (wir berichteten). Damit beteiligt sich die Stadt Blieskastel an der bundesweiten Kampagne "Fairtrade Towns". Solche Städte fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. In Deutschland gibt es über 420 engagierte Kommunen, Träger der Kampagne ist der gemeinnützige Verein Trans Fair.

Fairtrade ist ein Sozialzertifizierungssystem, bei dem die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern im Mittelpunkt stehen. Rund 280 Firmen bieten in Deutschland mehr als 4000 verschiedene Fairtrade-Produkte. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es derzeit in 42 000 Geschäften.

Der Stadtratsbeschluss zum Thema Fairtrade Town lag in Blieskastel bereits vor. Darin hat sich der Stadtrat dafür ausgesprochen, dass die Stadt Blieskastel der Kampagne Fairtrade Towns beitreten soll, um den entsprechenden Titel anzustreben.

Jetzt wurde dieses Ziel erreicht. Auf der Fachtagung "Fair führt im Saarland" in Saarbrücken, veranstaltet von Fairtrade Deutschland und dem Regionalpartner Fairtrade Initiative Saarbrücken (FIS), wurde die Stadt Blieskastel gemeinsam mit der Stadt St. Ingbert als Fairtrade Town ausgezeichnet.

Um diesen Titel zu erhalten, müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. Zuerst wird der bereits oben genannte Stadtratsbeschluss benötigt, um den politischen Willen zu erklären. Danach wird eine Steuerungsgruppe gegründet. Diese hat den Auftrag, sich mit den Akteuren im Bereich Fairtrade zu vernetzen und die Fairtrade Initiative Blieskastel zu koordinieren.

"Die Steuerungsgruppe von Blieskastel besteht derzeit aus vier Mitgliedern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Vertreterin für den politischen Bereich ist Brigitte Adamek-Rinderle." So teilt es die Stadtverwaltung mit. Die Vertreterin für den Bereich Zivilgesellschaft ist Silvia Zimmer von der fairen Kindertagesstätte St. Maria Alschbach. Der Bereich Handel und Gastronomie wird von Hagen Fetzer aus Biesingen abgedeckt. Die Verwaltung wird von der kommunalen Frauenbeauftragten der Stadt Blieskastel, Sandy Will, die gleichzeitig auch die Fairtrade-Koordinatorin der Stadt und Sprecherin der Steuerungsgruppe ist, vertreten.

Um das Prädikat faire Stadt oder Fairtrade Town zu erhalten, müssen auch bereits verschiedene Fairtrade-Aktivitäten vor Ort in den Bereichen Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft sowie Handel und Gastronomie vorhanden sein.

Eine bestimmte Anzahl der lokalen Einzelhandelsgeschäfte und Floristen sowie Cafés müssen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel anbieten. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl der Kommune. Produkte aus fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt, oft im Rahmen weiterer Kampagnen von Trans Fair wie zum Beispiel die Kampagne Fairtrade-Schools.

Mitstreiter im Bereich Zivilgesellschaft sind unter anderen die faire Kita St. Maria Alschbach, die Grundschule Blieskastel-Lautzkirchen Kirchberg/Schlossberg, der Eine-Welt-Arbeitskreis der Pfarrei "Die Heilige Familie Blieskastel" sowie die Pfadfinderschaft St. Georg Niederwürzbach. "Allen diesen Akteuren ist die Erreichung des Fairtrade-Prädikates zu verdanken, da sich diese Akteure entweder seit letztem Jahr oder bereits seit vielen Jahren, immer wieder mit dem Thema Fairtrade auseinandersetzten und Veranstaltungen und Aktionen hierzu durchführten", so Sandy Will.

Weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten von Trans Fair gibt es im Internet unter www.fairtrade-towns.de . Fragen zur Steuerungsgruppe Fairtrade-Initiative von Blieskastel beantwortet die kommunale Frauenbeauftragte der Stadt Blieskastel, Sandy Will, Tel. (0 68 42) 9 26 13 25, oder E-Mail sandy.will@blieskastel.de.

Zum Thema:

Die Kampagne "Fairtrade Towns" gilt als Erfolgsmodell und ist ein Beispiel für die nachhaltige Entwicklung von Kommunen. Im Vordergrund stehen gezielte Vernetzung unter verschiedenen Akteuren und Nutzung von Synergien. Daraus ergeben sich neue Partnerschaften. Fairtrade-Produkte kommen zum Einsatz bei Neujahrsempfängen, Stadtfesten und weiteren städtischen Veranstaltungen sowie Festen von Vereinen.