Gemeinsam Gutes tun

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Nohfelden/Hoppstädten-Weiersbach. Mit bewegter Stimme zitierte der Vorsitzende der Indienhilfe Obere Nahe, Arnold Meiborg, bei einer Tagung des Vereins im Sitzungszimmer des Nohfelder Rathauses aus einem Brief von Pater Franklin aus Indien. Er hatte ihn im Mai diesen Jahres geschrieben und berichtete von einer unerträglichen Hitze im indischen Bhopal

Nohfelden/Hoppstädten-Weiersbach. Mit bewegter Stimme zitierte der Vorsitzende der Indienhilfe Obere Nahe, Arnold Meiborg, bei einer Tagung des Vereins im Sitzungszimmer des Nohfelder Rathauses aus einem Brief von Pater Franklin aus Indien. Er hatte ihn im Mai diesen Jahres geschrieben und berichtete von einer unerträglichen Hitze im indischen Bhopal."In dieser Zeit können wir uns kaum bewegen vor so vielen Kindern, welche im neuen Schuljahr an unsere Tür kommen und um Aufnahme bitten", heißt es in seinem Brief. Und weiter: "Oft kommen sie viele Kilometer weit, halb verhungert, in Lumpen oder krank. Wenn ich sie vor mir sehe, fällt es mir so schwer, sie wegzuschicken. Nachts sehe ich ihre großen, traurigen Augen und kann nicht schlafen." Der Geistliche berichtete von 180 Kindern, die er neu aufnehmen wolle: Bettelarme, Waisen, Slumkinder, Arbeitssklaven und Kranke.

1126 Mädchen und Jungen sind es inzwischen, die, auf mehrere Heime verteilt, bei ihm endlich eine Betreuung gefunden haben. Mit der seit Jahren laufenden Unterstützung der Indienhilfe Obere Nahe lässt der Pater sie an seinem Bildungsprojekt teilnehmen. Es beschränkt sich aber nicht nur auf das Lesen und das Schreiben.

Er lässt ihnen auch zwei Mahlzeiten am Tag zukommen, sorgt für eine ordentliche Unterkunft und für medizinische Betreuung. "Wir leben hier leider von der Hand in den Mund, haben schlaflose Nächte und warten auf das Geld von der Indienhilfe", schrieb Pater Franklin. Vereinschef Arnold Meiborg berichtete in der Zusammenkunft, an der auch der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit (CDU) teilnahm, dass die Indienhilfe jetzt weitere 40 000 Euro spenden konnte.

30 000 Euro gehen an das Heim für Mädchen in der Nähe von Bhopal. 5000 Euro werden an die Leprastation überwiesen, die die Indienhilfe vor Jahren bauen ließ. Mit den restlichen 5000 Euro werden hungernde Menschen in Kalkutta gespeist. "Diese außergewöhnliche Unterstützung für die Projekte des Paters ist nur möglich geworden, weil viele Bürger durch eine Mitglied- oder Patenschaft und durch große und kleine Spenden die Arbeit des Vereins unterstützen", sagte Arnold Meiborg. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nohfelden ist intensiv und fruchtbar. Inzwischen kommen mehr als die Hälfte der rund 400 Mitglieder der Indienhilfe, die ihren Sitz in Hoppstädten-Weiersbach hat, aus dem Bereich der Gemeinde und aus dem übrigen Kreisgebiet von St. Wendel. Ganz bewusst, so Arnold Meiborg, habe sich der Verein den Zusatznamen "Obere Nahe" gegeben, "weil die Nahe von der Quelle bis zur Landesgrenze ein gutes Stück durch die Gemeinde Nohfelden fließt". Seit einiger Zeit unterstützt auch die Kleiderkammer der Evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel den Verein. Die jüngste Spende lag bei 5000 Euro.

Weitere Ereignisse stehen der Indienhilfe im nächsten Jahr ins Haus. Für 24. oder 25. Januar plant die Gesamtschule Türkismühle, eine Partnerschaft mit Pater Franklin einzugehen. Der Geistliche wird die Urkunde in Türkismühle selbst unterzeichnen. Der große Tag wird mit einem Schulfest begangen.

Im April des nächsten Jahres wird die Indienhilfe Obere Nahe 30 Jahre alt. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums wird sie im Gemeindezentrum Hoppstädten-Weiersbach eine besondereVeranstaltung organisieren. Für den 5. Mai ist außerdem der Hungermarsch rund um den Bostalsee vorgesehen.

"Oft kommen die Kinder viele Kilometer weit, halb verhungert, in Lumpen oder krank."

Pater Franklin, Indien