1. Saarland

Gemeinsam für die Region arbeitenDie CDU hat weiter deutlich die Nase vorn

Gemeinsam für die Region arbeitenDie CDU hat weiter deutlich die Nase vorn

St. Wendel. "Der Landkreis St. Wendel hat sich als CDU-Hochburg im Land behauptetet." In keinem anderen Landkreis hätten die Christdemokraten die 40-Prozentmarke übersprungen und in keinem anderen Landkreis sei der Abstand zur SPD, über zehn Prozent, so hoch wie im St. Wendeler Land

St. Wendel. "Der Landkreis St. Wendel hat sich als CDU-Hochburg im Land behauptetet." In keinem anderen Landkreis hätten die Christdemokraten die 40-Prozentmarke übersprungen und in keinem anderen Landkreis sei der Abstand zur SPD, über zehn Prozent, so hoch wie im St. Wendeler Land. Hans Ley, CDU-Kreisvorsitzender, ist mit dem Landkreisergebnis von 40,9 Prozent sichtlich zufrieden. Das sei bei einer Wahlbeteiligung von 69 Prozent, die deutlich über dem Landesschnitt von 61,6 Prozent liege, ein gutes Ergebnis. Mit Tholey (48,1 Prozent), Oberthal (42,5) und St. Wendel (42,3) stelle der Landkreis drei der sechs besten CDU-Gemeinden im Land. Der Verlust seiner Partei von 0,7 Prozentpunkten gegenüber der Landtagswahl 2009 trübe die Stimmung aber doch ein wenig."Wir haben im Wahlkampf gute Arbeit geleistet, besonderes Lob für die Junge Union, und sind mit großer Geschlossenheit aufgetreten", sieht Ley als Grundlagen des Erfolges.

Möglichst das Beste für die Region herauszuholen, das sieht der Kreisvorsitzende auch in Zukunft als wichtigste Aufgabe der drei CDU-Landtagsabgeordneten. Ley erwartet auch von dem SPD-Abgeordneten Magnus Jung, dass er sich mit gleichem Engagement bei den zukünftigen SPD-Ministern für das St. Wendeler Land einsetzte. "Ergebnisse, nicht Ankündigungen werden gezählt."

"Die Große Koalition ist die beste Entscheidung für das Saarland", erklärt der SPD-Kreisvorsitzende Magnus Jung, auch wenn er enttäuscht ist, dass nicht die SPD die Führung der neuen Regierung übernehmen kann. Jung bedankt sich ausdrücklich bei den Ortsvereinen und insbesondere bei den Jusos für den hervorragenden Wahlkampf. Dass sich so viele junge Menschen engagierten, wertet der Kreisvorsitzende als gutes Zeichen für die Zukunft der Demokratie. Stolz ist Jung, dass die SPD in seiner Heimatgemeinde Nonnweiler, 37,4 Prozent, das zweitbeste Gemeindeergebnis für die SPD im Land erzielt hat. Außer Nonnweiler gehörten Freisen (36,1), Nohfelden (34,6) und Marpingen (33,7) zu den besten zwölf SPD-Gemeinden im Land. Das Abschneiden in Freisen wertet Jung als gutes Vorzeichen für die Bürgermeisterwahl am 6. Mai.

In der Großen Koalition setzt der SPD-Kreisvorsitzende auf vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wie bisher schon werde er mit jedem zusammenarbeiten, der für den Landkreis etwas erreichen wolle. Andererseits werde die SPD auf keinen Fall ihre Eigenständigkeit aufgeben, "denn eine Große Koalition ist eine Verbindung auf Zeit".

"Es geht uns ums Programm, nicht darum, Personen in Positionen zu bringen", wirbt Heike Kugler (Linke) für eine Koalition mit der SPD. Die Tür der Linken stehe weiterhin offen. Um jede Stimme hätten die Parteimitglieder gekämpft, lobt die Kreisvorsitzende ihre Mitglieder. Und es habe sich gelohnt. Die Linken hätten im Landkreis etwas weniger verloren als der Landesschnitt. Das sieht sie als gute Voraussetzung für die weitere Arbeit.

"Begeisternd, unglaublich zufrieden", so wertet Michael Hilberer das Ergebnis der Piratenpartei. Hilberer, er wohnt in St. Wendel, ist einer der vier Landtagsabgeordneten der Piraten. Überrascht ist der Softwareentwickler, dass seine Partei im Wahlkreis Neunkirchen mit 7,8 Prozent das beste Ergebnis erzielt hat. Im Landkreis St. Wendel schafften die Piraten 7,2 Prozent, obwohl es hier aktuell noch keinen Kreisverband und nur etwas mehr als 20 Mitglieder gebe.

Im Landtag müssten die Piraten jetzt erst einmal die Arbeitsbereitschaft herstellen. "Das ist wie bei einer Firmenneugründung." Für die Arbeit im Parlament stehe, so erklärt es Hilberer, die Gewissensfreiheit jedes einzelnen Abgeordneten im Vordergrund. "Es gibt keinen Fraktionszwang." Das könne auch bedeuten, dass in der Fraktion unterschiedlich abgestimmt werde.

> Seiten 4 und 5: Ortsteil-Ergebnisse

St. Wendel. Mit 40,9 Prozent (minus 0,7) bleibt die CDU Spitzenreiter im Landkreis St. Wendel, gefolgt von der SPD mit 30,4 Prozent (plus 4,7), der Linken mit 13,1 Prozent (minus 4,1), den Piraten mit 7,2 Prozent, den Grünen mit 3,9 Prozent (minus 0,4) und der FDP mit 0,8 Prozent (minus 6,6). Damit kommen sechs der insgesamt 51 Landtagsabgeordneten aus dem St. Wendeler Land: Hans Ley, Ruth Meyer, Hermann Scharf (CDU), Magnus Jung (SPD), Heike Kugler (Linke) und Michael Hilberer von den Piraten (wir berichten). Somit kommen im Landkreis auf einen Abgeordneten 12 485 Wahlberechtigte, im Landesschnitt sind es 15 638.

Hinter den Kreiszahlen verbergen sich einige Besonderheiten. Beim Blick auf die Ortsteilergebnisse zeigen sich mitunter deutliche Abweichungen von den Durschnittswerten. So kamen etwa die Piraten (Kreisschnitt 7,2 Prozent) in Dörrenbach auf 13,1 Prozent, in Leitersweiler auf 11,5 Prozent. Im Bohnental fuhren sie in Neipel ihr schlechtestes Ergebnis mit 3,7 Prozent ein. In Eiweiler reichte es nur für 4,4 Prozent.

Wenn Hirstein nicht wäre, hier stimmten 13,6 Prozent für die CDU, könnten die Christdemokraten in der Gemeinde Freisen ihr bestes und ihr schlechtestes Ortsteilergebnis verzeichnen. In Freisen holten sie 52,3 Prozent, in Eitzweiler 15,8 Prozent. Mit 60,5 Prozent ist Eitzweiler Spitzenreiter bei der SPD, die ihr schlechtes Ergebnis in Lindscheid mit 18,5 Prozent holte. Linke-Hochburg ist Niederkirchen mit 24,3 Prozent. In Überroth-Niederhofen reichte es nur für 7,8 Prozent. In elf Ortsteilen hat niemand mehr die FDP gewählt. In Sitzerath reichte es noch für 3,9 Prozent. Bei den Grünen liegen Höhe und Tiefe weit auseinander: 0,2 Prozent in Haupersweiler, 7,6 Prozent in Überroth-Niederhofen. ddt

"Die Große Koalition ist die beste Entscheidung für das Saarland."

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 Die Sozialdemokraten um Magnus Jung feierten im Gasthaus Stephan in Steinberg-Deckenhardt.
Die Sozialdemokraten um Magnus Jung feierten im Gasthaus Stephan in Steinberg-Deckenhardt.
Gemeinsam für die Region arbeitenDie CDU hat weiter deutlich die Nase vorn

Magnus Jung, SPD-Kreisvorsitzender