1. Saarland

Gemeindezentrum bereitet Sorgen

Gemeindezentrum bereitet Sorgen

Schiffweiler. Die größte Herausforderung für die meisten Kirchengemeinden, egal ob evangelisch oder katholisch, ist der Erhalt und die Sanierung ihrer Kirchen und Gemeindezentren. Allerorten wird zu Spenden aufgerufen, und wenn das nichts fruchtet, wird schon mal eines dieser Gebäude abgerissen oder, wie jetzt in Quierschied geschehen, ein Gotteshaus entwidmet

Schiffweiler. Die größte Herausforderung für die meisten Kirchengemeinden, egal ob evangelisch oder katholisch, ist der Erhalt und die Sanierung ihrer Kirchen und Gemeindezentren. Allerorten wird zu Spenden aufgerufen, und wenn das nichts fruchtet, wird schon mal eines dieser Gebäude abgerissen oder, wie jetzt in Quierschied geschehen, ein Gotteshaus entwidmet.Erinnert werden sollte auch an den Heiligenwalder Betsaal, ein schmuckes Gebäude an der Durchgangsstraße in Richtung Merchweiler-Illingen, das bereits um 1900 als evangelische Kirche deklariert wurde und schon seit etlichen Jahren auf einen neuen Dachstuhl wartet. Auch dort versucht man, mit Spenden und öffentlichen Zuschüssen die dringend notwendigen Maßnahmen finanziell zu stemmen. Die Liste ließe sich mühelos um ein Zigfaches erweitern.

So auch um den Altmühler Glockenturm, in dem das so genannte Silberglöckchen hängt und der demnächst mit einem Aufwand von 45 000 Euro von Grund auf renoviert werden muss. Zuständig hierfür ist die evangelische Kirchengemeinde Landsweiler-Reden. Und jetzt macht man sich Sorgen, wie es mit dem evangelischen Gemeindezentrum in der Schiffweiler Parkstraße weiter geht. Als die Pfarrgemeinde Landsweiler-Schiffweiler 2009 den 50. Jahrestag seiner Einweihung feierte, wurde bereits deutlich, dass die Nutzung rentabler gestaltet werden müsste. Gesucht werden sollten Gruppierungen für die intensive Nutzung und Anmietung der Räume. Inzwischen sind über drei Jahre ins Land gegangen, aber nichts oder nur wenig hat sich seither getan. Im Gegenteil, in den zurückliegenden Jahren hat sich ein beachtlicher Investitionsstau ergeben. Pfarrerin Wiltrud Bauer: "Dringend notwendig ist die Trockenlegung der Fundamente, und das Dach muss saniert werden. Ebenfalls steht die teilweise Modernisierung der Elektroinstallation und der Toiletten an. Die genauen Kosten haben wir noch nicht ermittelt, aber da kommt was auf uns zu." Alles, so die Seelsorgerin, sei mit großem finanziellem Aufwand verbunden. Und das sei für die Gemeinde allein nicht zu stemmen. Wiltrud Bauer denkt an private Investoren. Friedrich Denne, der stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, macht sich gar Gedanken über einen Verkauf. "In exponierter Lage mit tollem Ausblick nach Süden in Richtung Sommeralm wäre die Immobilie bestimmt interessant auch für einen Neubau. Aber das wolle eigentlich niemand, betont Friedrich Denne. Das Haus solle erhalten bleiben, denn inzwischen lebten in Schiffweiler mehr Protestanten als in Landsweiler-Reden. "Aber wir sind von höchster Stelle angehalten, wirtschaftlich zu arbeiten und müssen ein Konzept entwickeln, wie wir das Gemeindezentrum langfristig und nachhaltig nutzen könnten. Alle Gemeindeglieder sind aufgerufen, ihre Vorstellungen einzubringen. Unsere Köpfe rauchen schon."

Hintergrund

Das evangelische Gemeindezentrum in der Schiffweiler Parkstraße wurde 1959 eingeweiht. Bereits 1981 durften die Glocken wegen gravierender baulicher Mängel nicht mehr geläutet werden. Mit 150 000 DM wurde der Glockenturm saniert. Das Dach muss saniert, das Fundament trocken gelegt werden. Es fehlen eine Zentralheizung und moderne Toiletten. Erneuert werden müssen Teile der Elektroinstallation. Genutzt wird das Haus derzeit mit sonntäglichen Gottesdiensten, von einer Yogagruppe, einer Krabbelgruppe und für vorschulkindliche Musikerziehung. Untergebracht ist hier auch das Café Segen, eine Einrichtung für die Betreuung Demenzkranker. Die ursprünglich dem Küster vorbehaltene Wohnung steht leer. rp