Gemeinderat plädiert für Cattenom-Aus

Mandelbachtal. Auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion stimmte der Gemeinderat von Mandelbachtal mehrheitlich für eine Resolution zur sofortigen Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom. Allerdings wurde der Beschluss mit zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen gefasst. Ein Ausdruck dafür, dass es bei den Fraktionen unterschiedliche Ansichten gibt

Mandelbachtal. Auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion stimmte der Gemeinderat von Mandelbachtal mehrheitlich für eine Resolution zur sofortigen Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom. Allerdings wurde der Beschluss mit zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen gefasst. Ein Ausdruck dafür, dass es bei den Fraktionen unterschiedliche Ansichten gibt. Karl-Friedrich Altenkirch (FDP) stellte die Frage, ob der Antrag der SPD überhaupt sinnvoll sei, schließlich habe Umweltministerin Simone Peter bereits Cattenom besucht und entsprechende Forderungen gestellt. Und CDU-Mann Daniel Kempf legte noch nach: Kein Mensch in Frankreich nehme es ernst, wenn der Gemeinderat Mandelbachtal die Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom fordere. Sein Fraktionskollege Jörg Avila bemängelte, dass der Resolution ein echtes Konzept fehle. Kai Hartz (SPD), dessen Fraktion die Resolution vorgelegt hatte, rechtfertigte seinen Antrag. Die Ereignisse in Japan hätten gezeigt, dass die Atomtechnologie nicht beherrschbar sei. Die geforderte Resolution zur Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom habe auch eher symbolischen Charakter, man wolle damit bereits bestehende Initiativen unterstützen. Günter Walle (Die Linke) bat darum, die Resolution durch die veralteten und dem Saarland ebenfalls nahe liegenden Atomkraftwerke Biblis und Philippsburg zu ergänzen. Hans Walter Keller (Grüne) stellte ebenfalls den symbolischen Gehalt einer Resolution heraus.Er machte die Strahlenbelastung, die nach der Katastrophe in Japan herrscht, mit Eurowerten anschaulich. Während die normale Strahlenbelastung in Europa bei drei Euro liege, habe die Belastung in Fukushima bis zu neun Millionen Euro betragen.

Mit der jetzt gefassten Resolution wird die Regierung des Saarlandes gebeten, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um den Forderungen des Gemeinderates nachzukommen. peb