1. Saarland

„Gelächter ist die letzte Waffe der Hoffnung“

„Gelächter ist die letzte Waffe der Hoffnung“

„Satire ist ein Stück negative Dialektik, bei der im Hinterkopf eine Alternative mitgedacht wird.“ So erklärte es Karl Lambert, der gemeinsam mit seiner Frau Hiltrud im Rechtsschutzsaal Bildstock seine Ausstellung „Historische sozialdemokratische Satire 1890 - 1933“ eröffnet hat.

In rund 300 Exponaten präsentieren die beiden Sammler Karikaturen, Bildsatire und sozialdemokratische Blätter und Bilder aus Zeitschriften wie "Süddeutscher Postillon", "Lachen links" und "Der wahre Jakob".

Themenschwerpunkte sind vor allem die sozialdemokratische Sicht auf Karl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg, auch "König Stumm von Saarabien" genannt, die Wirtschaftskrisen der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, welche auch heute noch ohne Kommentierungen direkt verstanden werden, da sie große Ähnlichkeit mit aktuellen Problemen haben, sowie der Versuch in den 1930er Jahren mit Hitlerkarikaturen dem Faschismus entgegenzuwirken.

Die Sammlung zeigt einen Querschnitt aus 43 Jahren sozialdemokratischer Geschichte. "Unsere Ausstellung dokumentiert permanentes Ringen um humane Alternativen zu destruktiven gesellschaftlichen Realitäten und Tendenzen", sagt Lambert, "ihre Mittel sind hoher Ernst und Frechheit". Die Bilder geben kleine moralische Hinweise, indem sie Falsches durch übertriebene Darstellung kenntlich machen und Richtiges meinen.

In seiner Eröffnungsrede erzählte Karl Lambert ausführlich über den historischen Hintergrund der Satiredarstellungen und erklärte die Geschichte der sozialdemokratischen Satirezeitschriften, die in der Ausstellung zu sehen sind. Zudem liegen für die Besucher Info-Blätter aus, die Anmerkungen zu den verschiedenen Zeichnungen enthalten.

Doch die Intention der Ausstellung ist es nicht, eine Historienschau zu präsentieren, sondern "die Idee kam uns, als wir entdeckten, dass vieles noch unmittelbar stimmig ist, auch zu aktueller Kritik taugt und oft eher schärfer pointiert ist, als heutzutage", erklärt Karl Lambert. Wünschen würden sich die beiden Sammler aber dennoch, dass die Leute mehr Bewusstsein für ihre eigene Vergangenheit und Geschichte hätten. "Ich war 30 Jahre lang an einer Berufsschule", erzählt der Spiesen-Elversberger, "da hört es wohl nie auf, dass man den Leuten gerne etwas vermitteln möchte." Dazu eigne sich die Satire auch besonders gut, denn "das Gelächter ist die letzte Waffe der Hoffnung", sagt Karl Lambert und blickt dabei auf eine Abbildung von Hitler mit Eisenzähnen.

Die Ausstellung ist noch bis 23. November im Bildstocker Rechtsschutzsaal zu sehen.