Gefärbte Gefühle, fühlende Farben

Gefärbte Gefühle, fühlende Farben

Frankenholz. Unter dem Titel "Arbeiten in Öl" sind derzeit Werke der Neunkircher Künstlerin Hildegard Meiser im Martin-Niemöller-Haus zu sehen. Sie sind sichtbares Zeichen einer neuerlichen Weiterentwicklung in der Arbeit von Hildegard Meiser

Frankenholz. Unter dem Titel "Arbeiten in Öl" sind derzeit Werke der Neunkircher Künstlerin Hildegard Meiser im Martin-Niemöller-Haus zu sehen. Sie sind sichtbares Zeichen einer neuerlichen Weiterentwicklung in der Arbeit von Hildegard Meiser. "Öl auf Papier" heißt ihre neue Technik, welche sich bestens dazu eignet, das intensive Erleben einiger Reisen aufzuarbeiten. Die Künstlerin selbst spricht von "Gefärbten Gefühlen" oder "Fühlenden Farben". Die Zartheit und Zurückhaltung seien plötzlich einer gewissen Kraft gewichen, erläuterte ihr Ehemann Gerd Meiser in seiner Einführung zur Ausstellung. Die Farben glühen und zeigen Bekennermut. Die Gewalt der norwegischen Landschaft, die intensiven Eindrücke aus Schottland, das Glühen eines Walnusswaldes in Veneto hat die 1943 in Neunkirchen geborene und seit 1977 freischaffend tätige Künstlerin in Farben und Farbenspiele übertragen. Auf diese Weise sind Bilder entstanden, die der Betrachter erwandern, in denen er sich auch verlieren kann. "Diese Arbeiten in Öl auf Papier scheinen mir von ganz besonderem Können der Künstlerin Hildegard Meiser zu berichten", betonte Gerd Meiser. Die Zuneigung zu Bildern waren bei Hildegard Meiser schon von frühester Jugend an vorhanden. In ihren kleinen Fluchtversuchen entstanden zarte, überschaubare Aquarelle, Landschaften, Motive aus dem Umfeld. Motiviert wurde sie in ihrer künstlerischen Arbeit durch Veröffentlichungen ihrer Zeichnungen, Aquarelle und Monotypien in verschiedenen Büchern. Irgendwann wurde sie den Aquarellen untreu, fand zu den Monotypien, arbeitete mit Glasplatten, Walzen und Druckerschwärze. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein wesentliches Element in ihrem Leben. Seit Jahren arbeitet sie im Rahmen des mus.e-Projektes der Yehudi Menuhin-Stiftung Deutschland mit Grundschulkindern in der Bachschule in Neunkirchen. Dabei treten Kinder unterschiedlicher Nationalität in Kontakt mit Kunst und haben Gelegenheit, unter Anleitung von Hildegard Meiser sich ohne Notenzwang künstlerisch auszudrücken. Sie liebt das Experimentieren mit Farben und Materialien. Aus Monotypien und Walzendrucken entstehen Collagen, Arbeiten, denen nur der Interessierte oder der Experte anmerkt, wie akribisch sie durchgeführt wurden.Geöffnet nach Vereinbarung unter Tel. (06826) 6682 (Ruth Engelmann-Nünninghoff), Tel. (06826) 7821 (Christel Gebhard) und bei Hildegard Meiser, Tel. (06821) 21959. "Die Zurückhaltung ist einer gewissen Kraft gewichen."Gerd Meiser