1. Saarland

Gefährlicher Gang auf dünnem Eis

Gefährlicher Gang auf dünnem Eis

St. Wendel. Trotz anhaltender Kälte und den Minusgraden der vergangenen Tage warnt der Kreisfeuerwehrverband St. Wendel eindringlich davor, zugefrorene Weiher, Badeseen, Bäche und Flüsse zu betreten. An vielen Stellen hat das Eis noch keine ausreichende Tragkraft. Die Feuerwehr betont: "Betreten Sie grundsätzlich nur durch Behörden freigegebene Eisflächen

St. Wendel. Trotz anhaltender Kälte und den Minusgraden der vergangenen Tage warnt der Kreisfeuerwehrverband St. Wendel eindringlich davor, zugefrorene Weiher, Badeseen, Bäche und Flüsse zu betreten. An vielen Stellen hat das Eis noch keine ausreichende Tragkraft. Die Feuerwehr betont: "Betreten Sie grundsätzlich nur durch Behörden freigegebene Eisflächen."Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder Wasser auf die Oberfläche austritt, besteht erhöhte Einbruchgefahr. Große Menschenansammlungen führen dazu, dass das Eis überlastet wird und brüchig wird. Vielen Kindern ist es nicht bewusst, welcher Gefahr sie sich aussetzen, wenn sie Eisflächen betreten. Die Erziehungsberechtigten müssen die Kinder unbedingt über diese Gefahren aufklären.

Tipps für den Ernstfall

Bricht eine Person im Eis ein, lässt das eiskalte Wasser den menschlichen Körper binnen Minuten auskühlen, Arme und Beine werden bewegungsunfähig. Fällt die Körperkerntemperatur unter 24 Grad Celsius, gibt das Herz auf, es kommt zu Rhythmusstörungen dann zu Kammerflimmern und schließlich zum Herzstillstand. Wer jetzt nicht wiederbelebt wird, stirbt. Für im Eis eingebrochene Personen besteht eine absolute Lebensgefahr.

Tipps der Feuerwehr: Rufen Sie in diesem Falle sofort Hilfe, wählen Sie den Notruf 112. Machen Sie Passanten auf die Notsituation aufmerksam. Versuchen Sie der eingebrochenen Person zu helfen, bringen Sie sich jedoch nicht selbst in Gefahr. Dem Eingebrochenen kann ein Rettungsring zugeworfen werden oder ein dicker Ast zur Rettung gereicht werden. Wer im Eis einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten und sich aus dem Wasser auf die Eisfläche zu ziehen. Dabei empfiehlt die Feuerwehr, das eigene Körpergewicht auf einer möglichst großen Eisfläche zu verteilen. Am besten rollt man sich über die Eisschicht in Richtung des Ufers. Hilfsmittel wie eine Leiter, Holzbretter, ein Zaun, Leinen oder Schwimmwesten erleichtern die Rettung. Ist die Person gerettet, sollte diese die nasse Kleidung ablegen. Die Körpertemperatur des Geretteten muss langsam erwärmt werden. Nutzen Sie dazu Decken (Rettungsdecke) und wärmende Kleidung. Unterkühlten Personen nie Alkohol zu trinken geben. Ebenso darf der Gerettete nicht mit Schnee eingerieben werden. red

Auf einen Blick

Wer sehen will, wie Experten Menschen aus eiskaltem Wasser retten, der ist an diesem Samstag, 11. Februar, am Bostalsee richtig. Denn um 14 Uhr beginnt in der Nähe der Eislaufanlage am Bostalsee eine Eistauch- und Eisrettungsübung der Wasserrettungseinheit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft des Bezirks St. Wendel. Im Rahmen dieser Übung können sich Interessierte vor Ort über Gefahren von zugefrorenen Gewässern informieren und den Umgang damit lernen.

Die Wasserrettungseinheit wird zeigen, was man selbst tun sollte, wenn jemand ins Eis eingebrochen ist und auch die professionelle Rettung vorführen. Sofern die Witterung es zulässt, können Passanten auch selbst das Verhalten im Ernstfall üben. Selbstverständlich werden diese dann mit einem Trockentauchanzug geschützt und durch Retter gesichert sein. red