Gefährlicher Blitzer an A 8-Auffahrt

Gefährlicher Blitzer an A 8-Auffahrt

Dillingen. Einen Blitzer direkt am Ende der Beschleunigungsspur an der Auffahrt "Dillingen Süd" auf die A 8 Richtung Dreieck Saarlouis bringt SZ-Leser-Reporter Wolfgang Stachel auf die Palme. Als er vor einigen Tagen auf die A 8 auffahren wollte, musste er ein riskantes Bremsmanöver hinlegen

Dillingen. Einen Blitzer direkt am Ende der Beschleunigungsspur an der Auffahrt "Dillingen Süd" auf die A 8 Richtung Dreieck Saarlouis bringt SZ-Leser-Reporter Wolfgang Stachel auf die Palme. Als er vor einigen Tagen auf die A 8 auffahren wollte, musste er ein riskantes Bremsmanöver hinlegen. Stachel: "Auf der rechten Spur der Autobahn fuhr ein Fahrzeug, hinter dem ich mich einordnen wollte. Gerade als ich beschleunigte, endete die Auffahrt. Genau in diesem Moment erblickte jener andere Autofahrer wohl den Blitzer und legte im Moment des Erschreckens eine Vollbremsung hin." Die Auffahrt ist ungewöhnlich kurz und endet ohne Standstreifen mit einer Leitplanke. Auch wenn Stachel Radarkontrollen generell für notwendig hält, ist für ihn ein Blitzgerät hier unverantwortlich.

Berthold Kreuser von der Landespolizeidirektion sieht das anders: "Die Stelle ist einer der Unfallschwerpunkte im Landkreis." Hauptursache für die Unfälle sei zu schnelles Fahren. "Wir messen dort Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 170 Kilometer pro Stunde, obwohl nur 80 erlaubt sind", berichtet er. Die Folge: zwölf Unfälle im Jahr 2008 mit vier verletzten Personen. 2006 seien es sogar 16 Unfälle mit sechs Verletzten gewesen. "Es ist oft nur Zufall, dass wir da keine Toten haben", sagt Kreuser weiter. Die Geschwindigkeitskontrollen auch am Ende der Beschleunigungsspur hätten deshalb nichts mit Kassemachen zu tun, bekräftigt er.

Seit 2003 arbeitet eine Unfallkommission, der auch Kreuser angehört, daran, die Gefahrenstelle zu entschärfen. Seitdem wird das Tempo einige Kilometer zuvor von 120 auf 100 und schließlich 80 Kilometer pro Stunde gesenkt. Die Polizei hat sogar eine Warntafel aufgestellt, die auf die gefährliche Auffahrt aufmerksam macht. Kreusers Fazit: "Den Leuten ist einfach nicht beizubringen, dass hier langsamer gefahren werden muss." 2003 wurden 13 Unfälle gezählt mit acht Verletzten. 2008 waren es immer noch zwölf Unfälle. Erschwerend komme hinzu, dass Autofahrer an dieser Stelle trotz Verbots häufig den Fahrstreifen wechseln, um sich kurz vor dem Autobahndreieck frühzeitig nach rechts Richtung Merzig einzuordnen. Dabei wird häufig nicht auf die Autos geachtet, die auf die Autobahn fahren wollen.

Kreuser bittet deshalb um Verständnis für die Blitzgeräte, auch direkt am Ende der Auffahrt. Der Ort werde auch genutzt, weil er für die Polizei leichter zugänglich sei. Zudem müssten Autofahrer, weil die Auffahrt so kurz ist, damit rechnen, dass sie anhalten müssen.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von Wolfgang Stachel. Sie haben auch Spannendes zu erzählen und sogar Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles als Leser-Reporter: per Sprachnachricht, SMS/Fax, MMS mit Foto an Tel. (0681) 59 59 800, Mails an leser-reporter@sol.de

Meinung

Risiko nicht unnötig erhöhen

Von SZ-Redakteurin

Dörte Grabbert

Die Unfallgefahr wird durch einen Blitzer am Ende der Beschleunigungsspur vergrößert, denn die meisten Autofahrer bremsen bei einer Radarkontrolle spontan ab, egal wie schnell sie sind. Zwar sind Geschwindigkeitskontrollen notwendig, solange die Leute nicht den Fuß von alleine vom Gas nehmen. Doch die Polizei sollte das Unfallrisiko an einer gefährlichen Auffahrt nicht erhöhen. Den Blitzer 50 Meter davor zu platzieren, ist sogar sinnvoller. Denn dann nähern sich die Autofahrer der Gefahrenstelle mit dem richtigen Tempo, statt durchs abrupte Abbremsen in Höhe der Auffahrt eine zusätzliche Gefahr heraufzubeschwören.