Ganz ohne Kirchturmdenken zurück zur Breite

Ganz ohne Kirchturmdenken zurück zur Breite

Völklingen. Während sich die meisten anderen Vereine ein solches Ereignis auf die Fahnen schreiben würden, sind die Verantwortlichen des LC Völklingen beim Thema "Citylauf" überraschend zurückhaltend. "Der LC Völklingen ist mehr als der Citylauf." Jörg Noack, dem 1

Völklingen. Während sich die meisten anderen Vereine ein solches Ereignis auf die Fahnen schreiben würden, sind die Verantwortlichen des LC Völklingen beim Thema "Citylauf" überraschend zurückhaltend. "Der LC Völklingen ist mehr als der Citylauf." Jörg Noack, dem 1. Vorsitzenden, ist diese Unterscheidung wichtig, obwohl der Citylauf, den der LC seit mittlerweile sechs Jahren organisiert, eine Erfolgsstory ist. Natürlich ist auch Noack "stolz auf den Citylauf. Wir haben mittlerweile über 700 Teilnehmer, davon in diesem Jahr erstmals über 400 Schüler und Schülerinnen." Aber es ist Noack außerdem wichtig, dass die alltägliche Vereinsarbeit dabei nicht in den Hintergrund rückt.

Vielleicht liegt es auch daran, dass der Verein seit knapp zwei Jahren versucht, sich von der Fixierung auf die Laufdisziplinen zu lösen. Und das ist dann schon wieder ein Unterschied zu anderen Vereinen, die sich in den vergangenen Jahren immer mehr in Richtung reiner Lauftreffs entwickelt haben. Der LC Völklingen geht in die andere Richtung. "Wir haben zwar auch noch einen Lauftreff und werden diesen Aspekt nicht vernachlässigen, aber bei unserer Jugendgruppe wollen wir alle leichtathletischen Kerndisziplinen anbieten", erklärt Noack. Zwar bestand für die Kinder und Jugendlichen schon immer die Möglichkeit, mehr als nur zu laufen, aber dieser Ansatz soll nun noch weiter forciert werden. Und das auf eine spielerische Weise, mit wechselnden Trainern. "Wir lösen uns immer ab im Vorstand, wer die Jugendgruppe trainiert", sagt Noack. Thomas Schwarz, der Lauftreffleiter, der gerade das Training leitet, betont: "Es muss ihnen auch Spaß machen, das bringt ja nichts, wenn wir nur bolzen." Und so wird das Training immer wieder mit Spielen aufgelockert.

Der einzige Wermutstropfen ist dabei die Laufbahn im ansonsten komplett renovierten Hermann-Neuberger-Stadion. Statt einer Kunststoffbahn liegt hier noch nicht mehr ganz zeitgemäße Brasche. "Das ist natürlich schade, aber wir gönnen es Ludweiler, die stattdessen die Bahn bekommen haben. Auch wenn man sagen muss, dass es angesichts von fast 5000 Schülern, die hier trainieren, ganz gut gewesen wäre", ist Noack immer noch ein wenig verstimmt. Dass die Bahn auch ein Argument für Talente wäre, den Verein in Richtung Konkurrenz zu verlassen, weiß Noack, sagt aber: "Das ist der Lauf der Dinge. Und ich muss sagen, dass ich eine solche Konzentration richtig finde. Die besten sollten gemeinsam trainieren. Wir haben da kein Kirchturmdenken."