Galerie der Menschheit mit St. Wendeler Verein

St. Wendel. Am Samstag, 26. Januar, wird um 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in St. Wendel die Präsentation des "13. Schuttersstuk" (wörtlich übersetzt "Schützengemälde") des niederländischen Künstlerduos Henk Wijnen und Wim van Sijl stattfinden

 Das neue "Schuttersstuk" der holländischen Künstler Wijnen und Van Sijl: Dargestellt sind die Macher der "Europäischen Skulpturenstraße des Friedens". Einige Namen: Modell der Turmskulptur von Otto Freundlich, Professor Dr. Lorenz Dittmann, Kultusminister Ulrich Commerçon, Bürgermeister Klaus Bouillon, Landrat Udo Recktenwald, Cornelieke Lagerwaard, Filmemacherin Gabi Bollinger und natürlich Professor Leo Kornbrust. Foto: Henk Wijnen/Wim van Sijl

Das neue "Schuttersstuk" der holländischen Künstler Wijnen und Van Sijl: Dargestellt sind die Macher der "Europäischen Skulpturenstraße des Friedens". Einige Namen: Modell der Turmskulptur von Otto Freundlich, Professor Dr. Lorenz Dittmann, Kultusminister Ulrich Commerçon, Bürgermeister Klaus Bouillon, Landrat Udo Recktenwald, Cornelieke Lagerwaard, Filmemacherin Gabi Bollinger und natürlich Professor Leo Kornbrust. Foto: Henk Wijnen/Wim van Sijl

St. Wendel. Am Samstag, 26. Januar, wird um 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in St. Wendel die Präsentation des "13. Schuttersstuk" (wörtlich übersetzt "Schützengemälde") des niederländischen Künstlerduos Henk Wijnen und Wim van Sijl stattfinden. Die beiden Künstler erarbeiten ein weltumspannendes Projekt, "Monument of Mankind", eine Fotogalerie der "Menschheit" heute. Obwohl die einzelnen Gruppenporträts jeweils eigenständig sind und ihre eigene Bedeutungsebene haben, bilden letztendlich 150 Bilder gemeinsam das "Monument", das wie eine Gemäldegalerie präsentiert werden soll.Der typisch niederländische Stil der Porträts stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird als "Schuttersstuk" bezeichnet. Die damals bedeutenden Schützengilden - Bürgerwehren - hatten die Aufgabe, ihren Ort vor Gesindel und Räubern zu verteidigen. Sie waren in der Gesellschaft hoch angesehen.

Vier Jahrhunderte später möchten Wijnen und Van Sijl diesem Genre ein neues Kapitel hinzufügen, indem sie Politiker, Sportler, Kunst- und Kulturschaffende oder Wissenschaftler in ihren "Nieuwe Schuttersstukken" (neuen Schützengemälden) porträtieren. Die Bilder sind so konzipiert, dass sowohl die Identität der Gruppe eine Rolle spielt, als auch die Beziehungen der einzelnen Personen untereinander nachvollziehbar sind. Obwohl die Gruppe also "als Gruppe" dargestellt ist, wird die eigentliche Aussagekraft des Bildes durch die einzelnen Personen erzeugt. Die Arbeitsmethode der beiden Künstler unterstreicht diese Bedeutung: Die Teilnehmer werden einzeln aufgenommen, und erst später "zusammenkomponiert". Auf diese Weise entsteht ein ausdrucksvolles Bild der Zeit, in der sie leben und agieren.

Der Verein "Straße des Friedens" ist von den beiden Künstlern als 13. "Gruppe" ausgewählt worden. Porträtiert sind nicht nur die eigentlichen Vorstandsmitglieder oder Initiatoren, sondern auch diejenigen Personen, die für die Geschicke des Vereins mitverantwortlich zeichnen; Minister, Landrat, Bürgermeister, Freundinnen und Freunde, Partner und Förderer. Während der Präsentation des "13. neuen Schützengemäldes" sind alle Interessenten willkommen. Die beiden Künstler werden mithilfe einer Powerpoint-Installation den "Werdungsprozess" des Bildes vorführen. red

Hintergrund

Seit gut 40 Jahren organisiert der Verein "Straße des Friedens" die Errichtung von Skulpturen entlang einer 3500 Kilometer langen Strecke zwischen der normannischen Küste und Moskau. Mittlerweile ist ein internationales Netzwerk von Künstlern, Kunstprojekten und Friedensinitiativen entstanden. Künstler arbeiten mittels der Kraft ihrer Kunst für den Frieden in Europa.

 Original holländisches "Schuttersstuk" aus dem 17. Jahrhundert: Jan Damesz de Veth porträtierte 1622 die zahlreichen Mitglieder des Schützenvereins der Stadt Gouda. Foto: Museum Het Catharina Gasthuis Gouda

Original holländisches "Schuttersstuk" aus dem 17. Jahrhundert: Jan Damesz de Veth porträtierte 1622 die zahlreichen Mitglieder des Schützenvereins der Stadt Gouda. Foto: Museum Het Catharina Gasthuis Gouda

Otto Freundlich (1878-1943) hatte in den 1930er Jahren die Vision von monumentalen Skulpturen in der Landschaft formuliert. Nach seinem Tode - er wurde im Krieg von den Nazis ermordet - ergänzte seine Frau diese Idee zu einer "Skulpturenstraße für den Frieden"; diese Erweiterung hatte sie, kurz vor seiner Deportation nach Sobibor, mit ihrem Mann besprochen. Der Bildhauer Leo Kornbrust begann in den 1970er Jahren damit, das Konzept umzusetzen. 2004 wurde der Verein "Straße des Friedens" gegründet. Der Dokumentarfilm zum Projekt (Filmemacherin Gabi Bollinger) wurde 2011 bei dem New Yorker Film-Festival zweifach ausgezeichnet (wir berichteten).red

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