Fußballer freuen sich, wenn mal eine Frau pfeift

Fußballer freuen sich, wenn mal eine Frau pfeift

Furschweiler. Stefanie Schreiner ist Fußball-Fan durch und durch. Seit sie sieben ist, jagt sie dem runden Leder nach, im Fernsehen schaut sie jedes Match. Doch dass sie ihre Leidenschaft fürs Kicken bis in die zweite Frauen-Bundesliga bringen würde, hätte sie wohl selbst nicht gedacht

Furschweiler. Stefanie Schreiner ist Fußball-Fan durch und durch. Seit sie sieben ist, jagt sie dem runden Leder nach, im Fernsehen schaut sie jedes Match. Doch dass sie ihre Leidenschaft fürs Kicken bis in die zweite Frauen-Bundesliga bringen würde, hätte sie wohl selbst nicht gedacht.Dort geht Schreiner jedoch nicht selbst auf Torejagd, sondern sorgt als Schiedsrichterassistentin für die Entscheidungen an der Linie. Angefangen habe alles eher zufällig. "Während eines Sportfests saßen wir zusammen und jemand sagte, dass wir noch Schiedsrichter bräuchten und ob einer Interesse hätte. Da hab' ich mich spontan gemeldet", erinnert sich die 20-Jährige. Was am Anfang noch kaum jemand ernst nahm, sei schnell zur Leidenschaft geworden. Unterstützt vom St. Wendeler Wendalinum-Schulleiter und Schiedsrichter-Obmann Heribert Ohlmann sowie Vater Michael Schreiner - selbst lange Jahre Unparteiischer - stürzte sie sich in erste Lehrgänge und Spiele. "Zu Anfang pfeift man erstmal die ganz Kleinen, von F-Jugend aufwärts", beschreibt Schreiner die ersten Schritte im Schiedsrichterleben.

Heute steht die Furschweilerin nicht nur in der zweithöchsten Frauenklasse an der Linie. Sie leitet auch Spiele der Männer-Bezirksliga. Schwerer zu "schiedsen" seien diese nicht. "Jede Partie ist anders", erklärt Schreiner. "Große Probleme hatte ich bei den Herren-Spielen noch nicht, viele freuen sich sogar, wenn mal eine Frau pfeift." Oft problematischer: die Zuschauer. "Die schimpfen schon viel. Aber der Trick ist, während der Spiele so konzentriert zu bleiben, dass man es nicht hört." Zur Fortbildung gebe es regelmäßig Lehrgänge, die die Spielleiter auf den neuesten Stand bringen und ihre Fitness testen. Denn je nach Liga wird viel Kondition vorausgesetzt. Regelmäßiges Training sei also Pflicht.

Als Vorbild nennt Stefanie Schreiner einen der bekanntesten Schiedsrichter Deutschlands: Markus Merk. "Es ist schade, dass er nicht mehr pfeift. Er hatte so einen tollen Umgang mit den Spielern", lobt sie den dreimaligen Weltschiedsrichter des Jahres. Wie ihr Idol, will Schreiner auch "einmal in der Frauen-Bundesliga zu pfeifen." vsc