"Für Harmonie zwischen Wald und Wild" Eine Rehwildstrecke von 5200 Stück Ehrennadeln für "treue Geister"

Wadern. Mit festlichem Hörnerklang eröffnete der Jagdhornbläserchor "Hochwald" unter Hornmeister Christian Leidinger die Zusammenkunft der Jäger aus dem Kreis, in deren Mittelpunkt neben einem Jahresrückblick von Kreisjägermeister Armin Birk die Ehrung langjähriger treuer Mitglieder stand

 Alex Simon, Otmar Röder, Wolfgang Kuhn, Hermann Wagner, Heiner Peifer und Willi Reget wurden für die besten Abschüsse bei den Wildschweinen geehrt. Zweiter von links: Klaus Weidig (Vorsitzender der Schwarzwild-Hegegemeinschaft. Fotos: Erich Brücker

Alex Simon, Otmar Röder, Wolfgang Kuhn, Hermann Wagner, Heiner Peifer und Willi Reget wurden für die besten Abschüsse bei den Wildschweinen geehrt. Zweiter von links: Klaus Weidig (Vorsitzender der Schwarzwild-Hegegemeinschaft. Fotos: Erich Brücker

Wadern. Mit festlichem Hörnerklang eröffnete der Jagdhornbläserchor "Hochwald" unter Hornmeister Christian Leidinger die Zusammenkunft der Jäger aus dem Kreis, in deren Mittelpunkt neben einem Jahresrückblick von Kreisjägermeister Armin Birk die Ehrung langjähriger treuer Mitglieder stand. Darüber hinaus wurden die erfolgreichsten Jäger ebenfalls mit Urkunden und Medaillen ausgezeichnet. "Das vergangene Jagdjahr hat uns im Wesentlichen mit der durch die Landesregierung geplanten Novellierung des saarländischen Jagdgesetzes beschäftigt, weil die Partei der Grünen im Rahmen der Koalitionsverhandlungen darauf bestanden hat, das Jagdgesetz grundlegend zu ändern", blickte Kreisjägermeister Armin Birk zurück.

"Wald vor Wild"

Viel Kritik übte der Kreisjägermeister an Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger, der als Vorsitzender des ökologischen Jagdverbandes den Grundsatz "Wald vor Wild" verfolgte. Die Notwendigkeit einer Novellierung sei damit begründet worden, die Akzeptanz der Jagd in der Öffentlichkeit zu steigern und neue wildbiologische Erkenntnisse dabei zu berücksichtigen. "Der vorgelegte Entwurf des neuen Jagdgesetzes enthielt Festlegungen, die insbesondere auch die Jagdgenossenschaften als Grundstückseigentümer und Inhaber des Jagdrechts erheblich in ihren Rechten einschränken sollte", betonte Birk, der gleichzeitig bemängelte, dass der Tierschutz in dem neuen Gesetz viel zu kurz komme.

Ziel der Vereinigung der Jäger des Saarlandes war es, nachdem diese den Entwurf ausführlich und sachlich kommentiert hatte, den absolut ideologisch und ökologisch geprägten Gesetzentwurf zu entschärfen. "Wir als Jäger konnten es nicht hinnehmen, dass ein ausgewogenes und gut funktionierendes Jagdwesen auf den Kopf gestellt wird. Deshalb werden alle zur Verfügung stehenden gesetzlichen Mittel eingesetzt, dem Entwurf entgegenzuwirken", so das Fazit des Kreisjägermeisters. Sein Wunsch an die Kommunal- und Landespolitiker des Kreises, die in ihren Grußworten ebenfalls durchweg für ein harmonisches Miteinander von Wald, Wild, Feld und Umwelt plädierten, dafür Einfluss auf die Landespolitik zu nehmen, dass das Saarland ein der Landeskultur angepasstes Jagdgesetz erhält und kein Ermächtigungsgesetz, das eine kleine politische Gruppierung zufriedenstellt. Der Kreisjägermeister hatte aber auch Positives zu berichten. "Die Partnerschaft zwischen den Jägern und dem Grünen Kreis funktioniert weiterhin sehr gut", betonte Birk, seit dem auf die Erhebung einer Jagdsteuer verzichtet wurde. Hierfür dankte er ganz herzlich. Die Jäger erbringen als Gegenleistung die kostenlose Unfall- und Fallwildentsorgung, die Mithilfe bei Maßnahmen zur Verhütung von Wildseuchen, die Absicherung von unfallträchtigen Straßenabschnitten mit Wildwarnern, die Verbesserung der Lebensgrundlagen für wild lebende Tiere sowie Aufgaben der Weiterbildung und Beratung der Bevölkerung in jagdspezifischen Angelegenheiten. Ein weiteres Thema beim Rückblick des Kreisjägermeisters war die Wildschadensproblematik unter dem Aspekt der erneuerbaren Energien und der damit einhergehende vermehrte Anbau von Mais und Getreide mit der Folge von größeren Wildschäden.

Die Biogasanlage in Fitten und weitere kleinere Anlagen werden die Rahmenbedingungen der im Einzugsbereich liegenden Reviere erheblich verändern. "Das gesamte Risiko des Wildschadensersatzes kann man nicht den Jagdpächtern allein aufbürden", so die Forderung von Birk, sondern ein einvernehmliches und für alle Seiten tragbares Konzept müsse erarbeitet werden. Hierzu zählt auch eine flexible Gestaltung des Jagdpachtzinses. Die Jagdgenossenschaft Merzig hat hierbei eine Vorreiterrolle übernommen.

Wadern. Eine tragende Rolle spielt seit 2002 das Lebensraummodellprojekt "Saarländischer Hochwald", in dem der Lebensraum und die Bewirtschaftung des Rotwildes bearbeitet wurde. Ziel war es, unter Berücksichtigung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung sowie der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege, einen dem Biotop angepassten gesunden Rotwildbestand zu erhalten. Ein artgerechtes Ästungsangebot gepaart mit einer entsprechenden Bejagungsstrategie sorgte für eine Verteilung des Rotwildes auch in Randgebiete, womit Wildschäden in Konzentrationsgebieten gemindert wurden. Im Ergebnis machte dieses Projekt Sinn. "Mit dem neuen Jagdgesetz soll dieses Lebensraumprojekt aufgegeben werden, dazu noch mit den Stimmen derjenigen, die dieses Projekt das fortschrittlichste in Deutschland nannten", zeigte sich der Kreisjägermeister sehr verwundert.

Sehr gutes Ergebnis

Mit der Rehwildstrecke von 5200 Stück in den letzten drei Jahren, davon 1590 in 2010, wurde die Abschussfreigabe mit 85 Prozent erfüllt. Eine hervorragende Jagdausübung bescheinigte Klaus Weidig, Vorsitzender der Schwarzwild-Hegegemeinschaft Merzig-Beckingen, den Jägern aus dem Kreis.

Insgesamt wurden 1434 Wildschweine, davon 1298 im gemeinschaftlichen und Eigenjagdbetrieb (136 im Saarforst), erlegt, davon 942 Frischlinge (66 Prozent), 391 Überläufer (27 Prozent) sowie 101 grobe Stücke (sieben Prozent). "Ein überdurchschnittliches Ergebnis", so Weidig. Beim Rotwild wurden 100 Hirsche erlegt, 53 weibliche und 47 männliche. "Ein über Jahre gutes und stabiles Ergebnis", bescheinigte Dr. Hermann Kessler den Jägern ebenfalls eine gute Arbeit. eb

Wadern. Kreisjägermeister Armin Birk zeichnete Jäger für langjährige Tätigkeit aus: Treuenadel für 25 Jahre: Walter Schuhmacher, Michael Britz, Matthias Jacobs, Stephan Grosch, Harald Braun, Raimund Jäger, Gerhard Ziemann, Marlene Gergen, Christoph Kuhn; Treuenadel für 40 Jahre: Barthel Krupp; Treuenadel für 50 Jahre: Nikolaus Streit, Karl-Heinz Quinten, Erich Linde, Erich Zimmer; Treuenadel für 70 Jahre: Willibert Krupp. Bläsertreuenadel Silber: Günther Simon; Bläsertreuenadel Gold: Jörg Lohrig; Bläsertreuenadel Gold 40: Willibald Steuer; Bläsertreuenadel Gold 50: Horst Ehrlich. Wildhegeabzeichen: Dr. Hermann Kessler; Verdienstnadel VJS Bronze: Kurt Paulus, Oskar Legill, Werner Gleser, Barthel Krupp, Benno Scherer, Wolfgang Voss, Josef Emmerich; Verdienstnadel VJS Silber: Stefan Kasel. eb

Auf einen Blick

Erfolgreiche Jäger: Rehwild: Gold: Oliver John Büschfeld); Silber Wolfgang Weyand (Düppenweiler); Bronze Thomas Esch (Rissenthal; Schwarzwild: Gold Willi Reget (Beckingen); Silber Hermann Wagner (Mechern); Bronze Otmar Röder (Nunkirchen); Bester Jungschütze Alexander Simon (Wadrill); Rotwild: Gold Ulrich Krevet (Wadrill- Kronen-Zwölfender). eb

Hintergrund

Besondere Erfolge hat die Kreisgruppe der Jagdschützen aufzuweisen, die auf eigene Kosten und mit großem Zeitaufwand ihrem Sport nachkommt. Egon Marmitt und Uwe Kasel belegten in der Disziplin Kurzwaffe mit der Mannschaft den zweiten Platz auf Bundesebene. Johannes Jakob hat bei der Saarlandmeisterschaft mit der Langwaffe den Landesrekord mit 342 von 350 möglichen Ringen eingestellt. eb