Für die Biosphäre gelten Regeln

Kirkel/Blieskastel. Ein Biosphärenreservat ist ein Schutzgebiet, das für die jeweilige Vegetationszone repräsentativ ist oder eine Besonderheit aufweist. So heißt es in der Erklärung der Unesco, die weltweit über 550 Biosphärenreservate ausgewiesen hat, davon allein 15 in Deutschland

Kirkel/Blieskastel. Ein Biosphärenreservat ist ein Schutzgebiet, das für die jeweilige Vegetationszone repräsentativ ist oder eine Besonderheit aufweist. So heißt es in der Erklärung der Unesco, die weltweit über 550 Biosphärenreservate ausgewiesen hat, davon allein 15 in Deutschland. Übrigens: Dieses Prädikat ist kein Erbhof, beispielsweise wurde die Anerkennung dem Bayrischen Wald nach über zehn Jahren wieder entzogen. Die Biosphäre Bliesgau ist noch sehr jung - noch kein Jahr alt - und nimmt jetzt erst richtig die Arbeit auf. Auch die dazu gehörigen Kommunen müssen sich erst einmal daran gewöhnen, sich mit den neuen Regelungen abzufinden.

Zum Beispiel auch in Kirkel. "Innerhalb der Gemeinde liegt eine 400 Hektar große Kernzone" erklärt Walter Kemkes, Geschäftsführer des Biosphärenreservats Bliesgau, "diese Zone liegt östlich der Kirkeler Burg und umfasst nur Wald."

Für diesen Wald, der nicht der Gemeinde, sondern dem Land gehört, gilt also seit einigen Monaten die Rechtsverordnung für Biosphären-Kernzonen. "Das heißt, dass hier keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr erfolgen darf", so Kemkes, "der Wald darf alt werden, sich erneuern und sich damit auf natürliche Weise zu einer Art Urwald zurückbilden." Daraus ergebe sich, dass man die Wege innerhalb dieser Kernzone nicht verlassen dürfe, die Hunde an die Leine gehörten und dass es vor allem verboten sei, mit motorisierten Fahrzeugen durch diese Zone zu fahren. "Da hat kein Jäger in seinem Auto etwas zu suchen", so Kemkes, "abgesehen davon, dass in der Kernzone ohnehin Jagdverbot herrscht."

Auch innerhalb der Gemeinde Kirkel wurde während der Schneefälle bemerkt, dass offensichtlich Personen verbotenerweise im Auto durch den Wald gefahren seien, "man konnte deutlich die Spuren der Räder sehen", so der Kirkeler Hauptamtsleiter Otwin Wentz.

Ansonsten bringt die Ausweisung des Waldes als Kernzone noch mit sich, dass bei den jährlichen Kletterveranstaltungen an den Kirkeler Felsen künftig beim Umweltministerium eine Erlaubnis eingeholt werden muss. Und dort wurde prompt entschieden, dass nur noch im Bereich von zwei Felsen geklettert werden darf.

"Auf den anderen Felsen wachsen seltene Pflanzen, die nicht beschädigt werden dürfen." Ansonsten darf man im Wald aber ruhig noch singen oder Bier trinken, auch die Wanderer dürfen noch laut und vernehmlich begrüßt werden, "sofern man nicht tagelang Krawall macht", lacht Kemkes.

Und was das Bier anbelange, das nach gemeinsamen Wanderungen der Vereine gerne am idyllischen Frauenbrunnen genossen wird, so sei auch das kein Problem, "sofern man den Bierkasten oder das Fass zu Fuß hin- und wieder abtransportiert", informiert Walter Kemkes. "Auf den Sandsteinfelsen wachsen seltene Pflanzen."

Walter Kemkes, Biosphärenregion

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