1. Saarland

Für behinderte Menschen da sein

Für behinderte Menschen da sein

Heilerziehungspfleger kümmern sich um Menschen mit geistiger Behinderung. Der Landesverband der Lebenshilfe bildet Interessenten an seiner eigenen Fachschule in Marpingen-Urexweiler aus.

"Menschen mit einer geistigen Behinderung sind liebenswürdig, haben Spaß und lassen sich mit Kleinigkeiten begeistern", schildert Nathalie Bodwing aus Saarlouis ihre Erfahrungen. Nicht zuletzt deswegen habe sie sich für eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin entschieden, erzählt die 20-Jährige, die einen geistig behinderten Bruder hat. Nathalie Bodwing gehört zu den Auszubildenden, die an der privaten Fachschule des Landesverbandes der Lebenshilfe eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger absolvieren. "Während der Ausbildung konnte ich Praxiserfahrungen sammeln und habe auch gelernt, besser auf manche Situationen zu reagieren", erzählt die junge Frau.

Dass ihr der Umgang mit geistig behinderten Menschen Spaß macht, habe sie während eines Ferienjobs im WZB bemerkt, antwortet die 23-jährige Anja Zimmer aus Illingen auf die Frage, warum sie sich für eine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin entschieden habe. "Fast meine gesamte Familie arbeitet bei der Lebenshilfe, deshalb habe ich gewusst, worauf ich mich einlasse", schmunzelt die 21-jährige Jasmin Müller aus Marpingen.

Die drei angehenden Heilerziehungspflegerinnen absolvieren eine insgesamt vierjährige Ausbildung an der privaten Fachschule des Landesverbandes der Lebenshilfe im Marpinger Ortsteil Urexweiler, die mit einem Orientierungspraktikum beginnt und mit einer praktischen Ausbildung in einer Behinderteneinrichtung abschließt. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr steht der theoretische Unterricht an der privaten Fachschule für Heilerziehungspflege im Mittelpunkt.

Gemeinsam mit Dozentin Daniela Reichardt studieren die Absolventen des zweiten Ausbildungsjahres gerade "Aladin und die Wunderlampe" ein. Um das Stück vor Menschen mit geistiger Behinderung aufführen zu können, haben die Schülerinnen und Schüler das Märchen in leichte Sprache umgeschrieben.

"Pro Jahrgangsstufe haben wir rund 20 Schülerinnen und Schüler", informiert Barbara Kronenberger, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Lebenshilfe und Schulleiterin, die auf eine wesentliche Verbesserung hinweist: Ab dem kommenden Schuljahr müssen Auszubildende, die einen Kooperationsplatz bei einem saarländischen Lebenshilfeträger erhalten, kein Schulgeld mehr bezahlen. Durch die Ersparnis der rund 8000 Euro hoffe man, die Attraktivität der Ausbildung zu steigern und dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Zu den Aufgaben von Heilerziehungspflegern gehört die Assistenz, Beratung, Förderung, Bildung und Pflege von Menschen mit Behinderung. "Menschenrechte sichern, Teilhabe verwirklichen, Zusammenleben gestalten, die Grundsätze der Lebenshilfe sind im Rahmen der Ausbildung Leitfaden und Orientierung in allen Lernfeldern", betont Barbara Kronenberger.

Die Ausbildung vermittele dazu die theoretischen und praktischen Grundlagen. In jeder Ausbildungsphase arbeite man eng mit den Einrichtungen der Behindertenhilfe zusammen.

 Barbara Kronenberger leitet die Fachschule des Landesverbandes der Lebenshilfe. Fotos: Lebenshilfe/Andreas Engel
Barbara Kronenberger leitet die Fachschule des Landesverbandes der Lebenshilfe. Fotos: Lebenshilfe/Andreas Engel

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Auf einen BlickAusbildung zum Heilerziehungspfleger Voraussetzung: Mittlerer Bildungsabschluss. Dauer der Ausbildung: drei oder vier Jahre, je nach Voraussetzung. Verdienstmöglichkeiten nach der Ausbildung: Je nach Einsatzort kann das Entgelt 2258,45 Euro (E 8) oder 2413,38 Euro (E 9) betragen. Träger der Schule: Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Saarland. Anmeldung und nähere Informationen: Telefon (0 68 27) 30 21 36, im Internet www.lebenshilfe-saarland.de, oder per E-Mail info@lebenshilfe-saarland.de. red