Frühstücken und Kontakte pflegen

Frühstücken und Kontakte pflegen

Urweiler. Qualität hat ihren Preis - für vernünftige Qualität muss es auch vernünftige Preise geben. Das waren die wichtigsten Aussagen beim Neujahrsfrühstück, zu dem der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter auf den Ur-Laubshof in Urweiler eingeladen hatten

Urweiler. Qualität hat ihren Preis - für vernünftige Qualität muss es auch vernünftige Preise geben. Das waren die wichtigsten Aussagen beim Neujahrsfrühstück, zu dem der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter auf den Ur-Laubshof in Urweiler eingeladen hatten. Rund 60 Milchviehhalter aus dem ganzen Land, die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), den CDU-Landtagsabgeordneten Edmund Kütten und Landrat Udo Recktenwald konnte Klaus Laub begrüßen.Kontakte knüpfen und pflegen und natürlich gut frühstücken nannte Laub als Ziele des Treffens. Kurz schilderte er die aktuelle Situation der Milchbauern. Die Erlössituation der Betriebe habe sich durch den höheren Milchpreis, drei bis vier Cent mehr pro Liter, leicht verbessert. Gleichzeitig seien aber die Kosten explodiert. 25 Prozent mehr müssten die Landwirte heute für Treibstoff, Strom, Kunstdünger und so weiter ausgeben.

Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Milchbauern ermöglichen, marktorientiert zu produzieren, sieht Laub als einzigen Ausweg aus diesem Dilemma. Immer mehr zu produzieren sei der falsche Weg, denn Überproduktion drücke die Preise, wie die Bauern vor drei Jahren bei Literpreisen von 20 Cent erfahren mussten.

In dieselbe Kerbe hieb auch Alice Endres, Vertreterin des Milch-Board, einer bundesweiter Milcherzeugergemeinschaft. Zehn Millionen Euro seien den Milchbauern im Saarland durch die niedrigen Milchpreise verloren gegangen. Geld, das in den Betrieben eingespart werden musste. Und gespart werde in bäuerlichen Unternehmen nicht am Betrieb: "Einsparen mussten die Frauen", machte Endres ihrem Ärger Luft. Dem Landrat gab sie mit auf den Weg, dafür zu sorgen, dass es bei der Biogasproduktion nicht zu rheinland-pfälzischen Verhältnissen komme. 60 Prozent der Biogasproduktion seien dort in der Hand der Industrie.

"Milch ist ein lebensnotwendiges Nahrungsmittel", diese Erkenntnis sei vielen Verbrauchern verloren gegangen, ebenso wie die Tatsache, dass "Qualität ihren Preis hat", sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Aufgabe der Politik sei es, die Rahmenbedingungen so abzustecken, dass die Produzenten für vernünftige Qualität, vernünftige Preise erzielen können. Dabei dürfe man nicht verkennen, dass, wenn es darum gehe, in Brüssel etwas durchzusetzen oder zu erreichen, die Interessen der Bundesländer durchaus recht unterschiedlich seien. Hier gelte es Partner zu finden, damit den Interessen der saarländischen Landwirtschaft Rechnung getragen werde. Nach der Abkehr von der Atomenergie müsse für das Land eine verlässliche Energieversorgung gesichert werden und das zu Preisen, die die Marktchancen der Unternehmen im Land nicht beeinträchtigten. Erneuerbare Energien müssten dazu einen Beitrag leisten. Die landwirtschaftlichen Betriebe sollten hier ihre Chancen nutzen und diesen Markt nicht den großen Stromproduzenten überlassen. Die große Anzahl der Frauen, die im Verband mitarbeiten, wertete die Ministerpräsidentin als gutes Zeichen. Schließlich arbeiteten die Frauen in den Betrieben, meist Familienbetriebe, entscheidend mit. Von der Qualität der Produkte aus der Region überzeugte sich Kramp-Karrenbauer beim Frühstück.

In Zukunft solle für die Landwirtschaft nur noch ein Ministerium zuständig sein. Diesen Wunsch gaben die Bauern der Ministerpräsidentin mit für die Koalitionsverhandlungen. "Vernünftige Qualität muss vernünftige Preise erzielen können."

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Neujahrsfrühstück der Milchbauern

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