1. Saarland

Frische Kränze erinnern an die Opfer der Kriege

Frische Kränze erinnern an die Opfer der Kriege

Der Volkstrauertag zwei Sonntage vor dem 1. Advent gilt als Tag der Ruhe und des stillen Gedenkens an Kriegstote und Opfer von Gewaltherrschaft. Auch in Neunkirchen fand gestern eine zentrale Gedenkveranstaltung statt.

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den "Stillen Tagen". Er wird seit 1952 begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Auch im Kreis Neunkirchen ist jetzt wieder in den Gemeinden bei vielen Gedenkfeiern der Menschen gedacht worden, die durch Krieg, Folter und Gewaltherrschaft ihr Leben verloren haben. Die Generation, die noch tatsächlich kriegerische Gewalt miterlebt hat, stirbt dabei langsam aus und mit ihr die überlieferte Erinnerung an jene schreckliche Zeit.

Was führt die Menschen an einem meist tristen grauen Novembertag immer noch an die Kriegerdenkmäler und auf die Friedhöfe? Stellvertretend für die zahlreichen Veranstaltungen im Kreis haben wir an der zentralen Gedenkfeier in Neunkirchen auf dem Scheib Friedhof teilgenommen.

Es sind gerade einmal noch 40 Menschen, die sich in einem Schweigemarsch vom Unteren Friedhofsweg zur Gedenkstätte inmitten des alten Friedhofs bewegen. Unter ihnen viele Mitglieder des Sozialverbands VdK, der Marienkameradschaft Neunkirchen und einige Reservisten der Bundeswehr. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, an diesem Tag mit dabei zu sein. So auch für Gabriele Jacob aus Neunkirchen, die dem VdK angehört: "Für mich ist es sehr wichtig, dass wir erinnern, erinnern an das große Leid, das Krieg und Gewalt mit sich bringen. Aber auch an die Menschen und die Schicksale, die hinter jedem gefallenem Soldaten stehen." Heinz Kowalewski aus Neunkirchen verweist ausdrücklich darauf, dass der Volkstrauertag nichts mit Militarismus und Heldentum zu tun hat. Otto Jacob aus Neunkirchen betont, dass der Hintergrund des Volkstrauertags immer noch sehr aktuell ist. Zwar ist Deutschland nicht unmittelbar Kriegsschauplatz, aber deutsche Soldaten sind weltweit im Einsatz und lassen ihr Leben im Kampf für Freiheit und Frieden. Alle, die an diesem Morgen vor dem Mahnmal stehen und den Rednern zuhören, verbindet ein großes Ziel. Nämlich jenes, gegen das Vergessen zu kämpfen und die Erinnerung wach zu halten.

Diakon Oswald Jenni von St. Marien Neunkirchen stellte fest, dass es immer schwerer werde, das Gedenken lebendig zu halten. Dass die Generation, die mit ihren Leidensgeschichten zur lebendigen Erinnerung beitrage, dies bald nicht mehr tun könne. "Was wäre wenn?", so seine Frage nach der Zukunft ohne diesen Tag der kollektiven Trauer.

"Ganz gleich, ob in Europa, Afrika, Asien oder wo auch immer auf der Welt - die meisten Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als in Frieden leben zu können", sagte Bürgermeister Jörg Aumann in seiner Ansprache. Dieser Wunsch könne aber nur in Erfüllung gehen, wenn es Menschen gebe, die daran erinnerten, was Krieg und Gewalt für unsere Gesellschaft bedeuteten: "Deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein der Menschen für ein friedliches Miteinander zu stärken." Seit gestern erinnern nun drei große Kränze für einige Zeit an die Opfer der Kriege und der Gewalt, die bis in die heutige Zeit in Teilen der Welt anhält.