Fridays for Future ruft im Saarland zum Generalstreik auf

Fridays for Future im Saarland : Fridays for Future-Saar plant Großes

Fridays for Future ist im Saarland aus den Sommerferien zurück. Für den September rufen die Klimaaktivisten zu einem bundesweiten Streik für das Klima auf.

Während der Sommerferien wurde es spürbar leiser um die „Fridays for Future“-Bewegung. Sowohl im Saarland, als auch bundesweit. Dabei waren die Klimaaktivisten alles andere als untätig. In Dortmund trafen sich in der ersten Augustwoche mehr als 1700 junge Menschen zum „Sommerkongress“. Vier Tage lang wurde gemeinsam diskutiert, gelernt und sich untereinander vernetzt.

Mit dabei waren auch der Schüler Julius Auer (16) und der ehrenamtliche Tierschutzaktivist Marco Wiesemann (20) von „Fridays for Future - Saarland“. Selbst mehrere Tage danach, sind die beiden noch immer von der Veranstaltung beeindruckt. „Dafür, dass es von Jugendlichen organisiert wurde, war das richtig gut geplant“, erklärt Auer. Neben vielen neuen Kenntnissen zum Thema Klima, nahmen die beiden nach eigenen Aussagen vor allem eines mit– viel Ansporn. „Nach dem Sommerkongress haben wir mehr Motivation als jemals zuvor“, sagt Auer. Davon, dass bei Fridays for Future die Luft raus sein könnte, würde er nicht sprechen. „Wir fangen jetzt gerade erst an, die richtig großen Sachen zu planen“, sagt Auer.

Mit „großen Sachen“ spielt Auer unter anderem auf die geplanten Demonstrationen von Fridays for Future am 20. September an. Auch in Saarbrücken sei eine Demonstration geplant, wie Auer und Wiesemann sagen. Die beiden erhoffen sich mehr Teilnehmer, als bei der großen Demonstration Ende Mai, bei der bis zu 1500 junge Menschen durch die Straßen der Landeshauptstadt zogen. Ein Grund dafür dürften auch die Aussagen des Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, vom 5. August sein. In einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung rief dieser zur Teilnahme an den bundesweiten Demonstrationen am 20. September auf. „Es geht darum Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz“, sagte der Gewerkschaftschef.

Anders als Fridays for Future ruft Bsirske allerdings nicht zu einem „Generalstreik“ auf. Nicht jeder werde seine Arbeit unterbrechen könne, sagt er. „Aber wer kann, sollte ausstempeln und mitmachen“. Das Datum der Demonstrationen ist nicht zufällig gewählt. An diesem Tag wird das Klimakabinett der Bundesregierung über ein umfassendes Gesetzespaket verhandeln, mit dem sichergestellt werden soll, dass Deutschland seine Klimaziele bis 2030 erreicht. Bis Mitte September wolle man sich bei Fridays for Future im Saarland jedoch noch mit kleineren Aktionen begnügen. „Wir haben halt nicht so große Kapazitäten. Die nächsten zwei Monate bin ich komplett mit der Vorbereitung für die Demo im September ausgelastet“, sagt Auer. Darüber hinaus stünde man zurzeit mit Aktivisten von „Ende Gelände“ und „Extinction Rebellion“ in regem Kontakt. Am vergangenen Freitag ging es dann doch nochmal spontan in Saarbrücken auf die Straße. Anlass war der veröffentlichte Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC), in dem eine dringende Kehrtwende bei der Landnutzung gefordert wird.

Als politische Aktivisten würden sich Auer und Wiesemann dennoch nicht bezeichnen. „Ich würde das, was wir machen, gar nicht so als politisch einordnen. Das ist für mich einfach gesunder Menschenverstand“, erklärt Wiesemann. Wer sich mit den Fakten und Studien auseinandersetzten würde, der könne den Klimawandel nicht leugnen. „Ich glaube das ist in der Gesellschaft noch nicht so richtig angekommen. Dass wir uns tatsächlich in einer Notsituation befinden. Gerade weil sie wissenschaftlich fundiert ist“, sagt Wiesemann. Deswegen müsse man noch lauter und präsenter im Alltag der Leute werden.

Welche weiteren Aktionen nach dem 20. September noch kommen sollen, wollten die beiden Klimaaktivisten noch nicht verraten. Vieles sei noch nicht spruchreif und würde sich „in den Kinderschuhen“ befinden. Was es auch sein mag, es dürfte eine „größere Sache“ sein.

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