Freunde an höherer Stelle

Freunde an höherer Stelle

Was für ein Segen, sie zu kennen und zu haben - Freunde an höherer Stelle. Etwa Antonius aus Padua. Wer kann besser finden helfen als er? Oder Josef. Und Judas Thaddäus, den Patron in "hoffnungslosen Fällen". Oder Maria und Barbara. Alle sind sie "beste Freundinnen, beste Freunde an höherer Stelle" und stets bereit, ein gutes Wort einzulegen

Was für ein Segen, sie zu kennen und zu haben - Freunde an höherer Stelle. Etwa Antonius aus Padua. Wer kann besser finden helfen als er? Oder Josef. Und Judas Thaddäus, den Patron in "hoffnungslosen Fällen". Oder Maria und Barbara. Alle sind sie "beste Freundinnen, beste Freunde an höherer Stelle" und stets bereit, ein gutes Wort einzulegen.

Und die katholische Kirche feiert an Allerheiligen alle, die von höherer Warte aus ein Segen für die Menschen sind. Das Fest reicht zurück bis ins 4. Jahrhundert nach Christus. Damals feierte man in einigen Teilen der Kirche bereits ein Fest aller Märtyrer. Später, unter dem Einfluss der irischen und englischen Mönche, wurde das Fest in ganz Europa verbreitet und auf Anfang November verlegt. Für die Kirche ist dieses Fest ein Dank- und Freudenfest. Und sie feiert damit gleich mehrere wichtige Anliegen. Zum einen ehrt sie die verstorbenen Gläubigen dafür, dass sie in der Welt und in der Gemeinschaft der Kirche Zeugnis für die Anwesenheit Gottes geben, und dass sie dadurch ein Segen für die Welt sind. Zum anderen stellt sie Menschen in den Mittelpunkt, die mit ihrem Einsatz und ihrem Engagement ein Beispiel dafür geben, wie es mit der Welt gut werden kann. Und sie macht ernst mit ihrer Überzeugung, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern es eine neue Form des Lebens gibt, ein Leben in Heiligkeit.

Hanns Dieter Hüsch, der bekannte Kabarettist vom Niederrhein, hat diesen Glauben der Kirche einmal so formuliert: "Die zu ihm gehören mit Leib und Seele, sie sind ihm ans Herz gewachsen. Die seinen Worten folgen und sie in die Tat verwandeln, sie spricht Gott heilig." Mit Leib und Seele Gott gehören, seinen Segen in die Welt tragen und das an den Orten und in den Zeiten, in denen sie nun mal alltäglich leben, das sind die sehr irdischen Kennzeichen aller Heiligen. Und derer, davon ist die Kirche überzeugt, es gibt vor Gott mehr als nur die, die nach römisch katholischem Recht heilig gesprochen sind.

Von anderen werden diese Menschen wie Freunde an höherer Stelle erlebt, wie Begleiter, die uns in den Nöten unseres Lebens Lichter aufstecken. Sie sind Beispiele dafür, wie auch wir heute mit der Kraft des Göttlichen ein Stück Himmel auf Erden verwirklichen können. Und sie laden ein, über die Frage nachzudenken, was denn nach dem Tode ist. Die Gänge auf die Friedhöfe, das Schmücken der Gräber mit Blumen und Kerzen, sie sind wie Betrachtungen darüber, was Gott, was sein Geist für unsere Verstorbenen wirkt. Darum lasst uns Lichter entzünden auf ihren Gräbern. Ihrer wollen wir gedenken."

Marliese Klees ist Pastoralreferentin und leitet den Saarbrücker Kirchenladen "st. - glauben am markt"