Freud' und Leid des Hochwassers

Freud' und Leid des Hochwassers

Noch einmal glimpflich ist in den vergangenen Tagen das Hochwasser an der Blies im südöstlichen Saarland verlaufen. Während das Gewässer in Gersheim am Samstag mit 5,29 Metern seien Höchststand erreicht hatte, gingen dann die Pegelstände kontinuierlich zurück

Noch einmal glimpflich ist in den vergangenen Tagen das Hochwasser an der Blies im südöstlichen Saarland verlaufen. Während das Gewässer in Gersheim am Samstag mit 5,29 Metern seien Höchststand erreicht hatte, gingen dann die Pegelstände kontinuierlich zurück. In Reinheim lag er gestern Nachmittag bei 3,82 Metern, in Blieskastel bei 2,29 Metern, wobei die Altstadt erst bei einem Stand von über vier Metern gefährdet ist. Wie die Stadt gestern mitteilte, blieb die Barockstadt weitgehend vom Hochwasser verschont, nur in einige Keller und Gärten sei Wasser eingedrungen. Doch des einen Leid, ist des andern Freud'. Während in der Blieskasteler Altstadt viele Bürger und Geschäftsinhaber noch um das Ausmaß einer drohenden Hochwasserkatastrophe bangten, nutzten am Samstag Mitglieder eines Saarbrücker Clubs die überflutete Bliesaue zur Ausübung ihrer Hobbys. "Das geht nur heute, weil das Hochwasser gepaart ist mit einer großen Windgeschwindigkeit", meinte einer der Sportler. Sie frönten dem Kitesurfen oder Kiteboarden, wobei man einen "Kite" (Lenkdrachen) für die Fortbewegung auf dem Wasser mit Hilfe eines Kiteboards verwendet. Der Sportler befindet sich dabei auf dem "Board" und wird durch einen lenkbaren "Kite", auch Windschirm genannt, gezogen.Laut Stadtverwaltung hat man aus der Hochwasser-Gefahrenlage wertvolle Erkenntnisse gewinnen können. "Der Alarm- und Einsatzplan kann aufgrund dieses Echtfalls fortgeschrieben werden, und für betroffene Bürger sollen künftig entsprechende Information erarbeitet werden, damit bei einer Hochwassersituation Vorsorge getroffen werden kann", so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Nicht nur ihren Mitarbeitern sei zu danken, sondern auch den Bürgern, "dass sie in dieser ernsthaften Bedrohung Ruhe bewahrt und panikartige Hektik vermieden haben". ert/fb

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