1. Saarland

"Fremdkörper" im Saalbau

"Fremdkörper" im Saalbau

Homburg. Die Gruppenschau Homburger Künstlerinnen und Künstler in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau Homburg steht in diesem Jahr unter dem Motto "Fremdkörper"

Homburg. Die Gruppenschau Homburger Künstlerinnen und Künstler in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau Homburg steht in diesem Jahr unter dem Motto "Fremdkörper". Die interessierten Besucher erwarten bei dieser Jahresausstellung 38 Werke von insgesamt 32 Kunstschaffenden, die sich anhand von Collagen, Plastiken, Objekten, Karikaturen und einem Performancebeitrag mit dem vorgegebenen Thema auseinandergesetzt haben (wir berichteten)."Ein volles Haus", freute sich Oberbürgermeister Karlheinz Schöner bei der Eröffnung angesichts der zahlreichen Kunstfreunde. Dies war für ihn auch Anlass, auf eine vorgesehene künstlerische Veränderung in der Stadt hinzuweisen. Unter anderem sei daran gedacht, so Schöner, eventuell schon im kommenden Jahr im Zentrum der Stadt neue Räume für Ausstellungen zu schaffen. Darüber hinaus wolle man die Jugend in die Kunst mit einbeziehen und sie für die Kunst begeistern. Ein erster Baustein sei die am 7. November im Foyer des Rathauses geplante Ausstellung mit den von Jugendlichen vom Internationalen Bund (IB) angefertigten Graffiti-Arbeiten.

Kuratorin Francoise Mathis-Sandmaier war es danach vorbehalten, auf das Motto "Fremdkörper" sowie die Werkschau näher einzugehen. Aktualität erhalte das Thema wegen der Ehec-Krise, dem Keim als Fremdes, was den Körper bedrohe, aber auch durch die Diskussion um Migration und Integration, wo es auch um Fremde gehe. Vor diesem Hintergrund hätten sich die Künstler von dem vorgegebenen Thema inspirieren lassen, so Mathis-Sandmaier. So hätten Artur Bozem, Ramona Hewer-Wachs, Birgitta Hüttermann, Birgit Oberlinger und Margarita Ott Fremdkörper im Sinne nicht traditioneller, abwegiger, an sich kunstfremder Materialien in ihre Werke eingearbeitet.

Bei Max G. Grand-Montagne, Norbert Huwer, Hermann Theophil Juncker, Manfred Ritter, Norbert Weber und Pia Welsch spielte der Fremdkörper als formales Kriterium eine Rolle. Mit seinem vordergründig knallig orangerot strahlenden "Störenfried" bringt Huwer die Irritation des Fremdkörpers auf den Punkt und setzt sie visuell vielfältig provokativ in Szene. Was aber, wenn das eigentlich Vertraute, das Natürliche zum Fremdkörper wird oder als Fremdkörper erfahren wird?

Mit seinen Radierungen vereinzelter oder entwurzelter Bäume setzt Willi Krebs der lädierten Natur ein Denkmal und thematisiert nicht zuletzt die wachsende Entfremdung des Menschen von der Natur. Mit artfremden Körpern in der Natur befassen sich die Werke von Brunhilde Gierend, Klaus Glutting und Johannes Rebmann. Peter Köcher, Silvia Konzmann, Barbara Puppa, Christel Traut, Jürgen Trösch und J.N.R. Wiedemann widmen sich dem gesellschaftlichen Fremdkörper. So macht Wiedemann einen Freund des Menschen, die Katze, zum Motiv seiner jüngsten Bildreihe.

Abgerundet wurde die Vernissage mit einer Performance von Susanne Schorr mit dem Musiker Christopher Hans und dem Techniker Michael Fuchs. "Die Künstler haben Fremdkörper im Sinne an sich kunstfremder Materialien in ihre Werke eingearbeitet."

Francoise Mathis-Sandmaier

Auf einen Blick

Die Jahresausstellung "Fremdkörper" mit Werken von 32 Homburger Künstlerinnen und Künstler in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau Homburg dauert noch bis zum 6. November. Geöffnet ist sie mittwochs bis freitags von elf bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie von 18 bis 19.45 Uhr vor den Meisterkonzerten. Der Eintritt ist frei. Unter dem Titel "Aperitif mit Kunst-Häppchen" findet am Donnerstag, 3. November, ab 18 Uhr, eine Sonderveranstaltung statt. Künstlerinnen und Künstler erläutern im Dialog mit dem Publikum ihre Werke. re