1. Saarland

Fremdenverkehrsverein vorm Aus

Fremdenverkehrsverein vorm Aus

Besseringen. Bald wird der Fremdenverkehrs- und Gewerbeförderverein Besseringen der Vergangenheit angehören. Nach knapp 22 Jahren will der Vorstand ihn auflösen, ebenso wie die Touristinformation, die der Verein über Jahre ehrenamtlich betrieben hat. Dafür braucht's nur noch das Einverständnis aller Mitglieder. Der Termin für die Mitgliederversammlung steht schon: Montag, 14

Besseringen. Bald wird der Fremdenverkehrs- und Gewerbeförderverein Besseringen der Vergangenheit angehören. Nach knapp 22 Jahren will der Vorstand ihn auflösen, ebenso wie die Touristinformation, die der Verein über Jahre ehrenamtlich betrieben hat. Dafür braucht's nur noch das Einverständnis aller Mitglieder. Der Termin für die Mitgliederversammlung steht schon: Montag, 14. März, 17 Uhr, im VdK-Erholungsheim Sonnenwald.

Kein Nachfolger

"Es hat sich kein neuer Vorstand gefunden", begründet Vorsitzender Berthold Leistenschneider den Schritt. "Weder für meinen Posten noch für die anderen", ergänzt der mittlerweile 84-Jährige. Aus Altergründen lehnt Leistenschneider, seit 1992 Vorsitzender, eine weitere Amtszeit ab. Weil sich keine Nachfolger fanden, machten Leistenschneider und dessen Stellvertreter Josef Bock, zugleich Besseringens Ortsvorsteher, dem Vorstand Mitte Januar den Vorschlag zur Auflösung.Seit Jahren habe man sich bemüht, jüngere Leute für die Arbeit des Fremdenverkehrs- und Gewerbefördervereins zu interessieren - ohne Erfolg, wie Leistenschneider sagt.

Es war die Aufbruchsstimmung in der Kreisstadt, die die beiden Besseringer Randolf Jobst und Franz Friedrich 1989 auf die Idee brachte, den Verein ins Leben zu rufen. "Wir machten uns damals dafür stark, den Yachthafen nach Besseringen zu bringen. "Gerne hätten wird einen Naturhafen daraus gemacht", sagt Gründungsvater Jobst, der 1989 die Leitung des Vereins übernahm. Die Gastronomie sollte vorangebracht werden, auch das VdK-Heim wollten beide anschieben - ein Sache, die ihnen nach seiner Darstellung auch geglückt ist.

Ein weiteres Ziel: Ihr Ort sollte Luftkurort werden. Aufbauend auf einem ersten Klimagutachten von 1972, ließen sie weitere Expertisen erstellen. "Ich habe viele Werte gemessen und diese dann zur Auswertung nach München geschickt", erinnert sich Jobst.

Klimagutachten

Dieses erneute Klimagutachten bestätigte Anfang der 90er Jahre die guten früheren Ergebnisse. 1994 wurde ein badeärztliches Gutachten erstellt, ebenfalls mit positivem Ergebnis. 1997 dann die Urkunde als letzter offizieller Akt des Engagements. "Die Luft in und um Besseringen hat die notwendige Qualität, die sogar für die Anerkennung als Luftkurort ausreichen würde. Was allerdings die für das Prädikat 'Anerkannter Erholungsort' fehlte, waren die erforderliche Infrastruktur - wie ein größeres Hotel", sagt Jobst. Die ehrenamtlich betriebenen Touristinformation und das Engagement des VdK trugen mit dazu bei, dem Erholungsort den Weg zu ebnen. Vor allem die im Haus Sonnenwald des VdK neu entstandene Bäderabteilung räumte letzte Bedenken aus. "In der Blütezeit hatte der Verein gut 30 Mitglieder, darunter Geschäftsleute", blickt Berthold Leistenschneider zurück. Zurzeit zähle man noch zwölf bis 15 Mitglieder, darunter sechs Vorstandsmitglieder.