1. Saarland

Freizeitstätte mit Zukunft

Freizeitstätte mit Zukunft

Namborn. "Braucht ein kleiner Ort wie Gehweiler wirklich einen Rasenplatz?" Diese Frage habe er in den vergangenen Monaten oft hören müssen, berichtet Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD). Schließlich komme der Ort gerade mal auf knapp 800 Einwohner. Für viele Kritiker seien da die Kosten von 200 000 Euro zu hoch

Namborn. "Braucht ein kleiner Ort wie Gehweiler wirklich einen Rasenplatz?" Diese Frage habe er in den vergangenen Monaten oft hören müssen, berichtet Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD). Schließlich komme der Ort gerade mal auf knapp 800 Einwohner. Für viele Kritiker seien da die Kosten von 200 000 Euro zu hoch.Dabei war Gehweiler der einzige Ortsteil, der kein Rasen- oder Kunstrasenspielfeld hatte. Staub: "Mit sechs dieser Plätze sind wir führend, denn die Gemeinde unterstützt Spielfeldsanierungen mit rund 77 000 Euro."

Als sich dann vor zwei Jahren abzeichnete, dass der Gehweiler Hartplatz saniert werden müsse - unter anderem war der Ablauf defekt, was schon mal zur Überflutung des Sportheims führte - sei vonseiten des Vereins schnell die Entscheidung für den Umbau zu einem Rasenplatz gefallen. Da ein solches Spielfeld aber mehr als 77 000 Euro kostet, übernahm die Gemeinde zusätzlich eine Risikobürgschaft von 120 000 Euro, müsste bei einer Pleite des Vereins also zahlen.

"Dieses Geld ist gut angelegt", argumentiert Staub. Der Grund: Rund um den Gehweiler Fußballplatzplatz gebe es jetzt eine Sport- und Freizeitstätte mit viel Zukunftspotenzial. Die sei laut dem Bürgermeister nicht nur für Fans des runden Leders interessant.

"Es geht um mehr", betont auch der Gehweiler Ortsvorsteher Lars Haßdenteufel. "Das Sportheim wurde auch erneuert. Außerdem gibt es dort eine Boule-Anlage, einen Festplatz und einen Biergarten mit festen Öffnungszeiten." Dieser sei gerade durch die Nähe zum Schmugglerpfad (ein Premium-Wanderweg) interessant, ergänzt Caroline Müller vom Namborner Bauamt. "Der Garten ist für Freizeitsportler ein wunderbarer Rast- und Erfrischungspunkt auf halber Wegstrecke. Und da der Schmugglerpfad auch in der Broschüre des Bostalsee-Ferienparks steht, hoffen wir bald auf noch mehr Wanderer." Dazu komme, dass der nahegelegene Festplatz viele Parkmöglichkeiten biete. "Nach dem Umbau erstrahlt das ganze Gelände in neuem Glanz und sucht im ganzen Landkreis seinesgleichen", fasst Haßdenteufel zusammen.

Der Vorsitzende der SV Viktoria Gehweiler geht noch weiter. "Für mich gibt es saarlandweit keine schönere Anlage", erklärt Heino Schmidt. Vor allem der Rasenplatz sei ein Schmuckstück. Das habe unter anderem Günter Erhard, Trainer der SV Elversberg, beim Gastspiel des Regionalligisten im Gehweiler Aue-Stadion bestätigt. Schmidt sieht das Naturgrün aber auch aus sportlicher Sicht gerechtfertigt. Der Verein stehe mit mehreren Jugendmannschaften und einem erfolgreichen Damenteam gut da. Sorgenkind sei nur die erste Herrenmannschaft, die noch in den Niederungen der Kreisliga A kickt. Das soll sich jetzt ändern. "Ein Rasenplatz ist heute die Voraussetzung für sportliche Qualität", argumentiert Schmidt. Und auch finanziell habe der Verein seine Hausaufgaben gemacht: "Durch viel Eigenleistung unserer Mitglieder konnten wir die Baukosten niedrig halten. Und der Kredit ist nach nur zwei Jahren schon zu zwei Dritteln abbezahlt."

Auf einen Blick

Freizeitstätte mit Zukunft
 Prominente Gäste in Gehweiler: FC S-Sportdirektor Dieter Ferner und Ex-Nationalspieler Andy Möller mit Heino Schmidt (von links).
Prominente Gäste in Gehweiler: FC S-Sportdirektor Dieter Ferner und Ex-Nationalspieler Andy Möller mit Heino Schmidt (von links).

Die Helfer mit den meisten Arbeitsstunden beim Bau: Andreas Schwahn, Gregor Schwahn, Paul Poss, Karl-Heinz Finkler, Harald Theobald, Harald Blinn, Paul Bauer, Oskar Gisch, Alexander Schwahn, Gerd Kirchen, Ernst Bungert. se