1. Saarland

Freiwillige machen Kröten Beine

Freiwillige machen Kröten Beine

Völklingen/Warndt. Bald ist es wieder soweit. Anfang März bis etwa Ende April beginnt wieder die Amphibienwanderung in unseren Breiten. Und wie jedes Jahr organisiert der Naturschutzbund, Ortsgruppe Warndt, auch diesmal wieder eine "Amphibien-Einsammelaktion"

Völklingen/Warndt. Bald ist es wieder soweit. Anfang März bis etwa Ende April beginnt wieder die Amphibienwanderung in unseren Breiten. Und wie jedes Jahr organisiert der Naturschutzbund, Ortsgruppe Warndt, auch diesmal wieder eine "Amphibien-Einsammelaktion". Dazu sucht der Nabu Freiwillige in Völklingen und Umgebung, die in dieser Zeit helfen möchten, die Frösche, Kröten und Molche über die Straßen zu tragen, um so den Amphibien etwas mehr Sicherheit auf ihrem heiklen Weg zwischen Winterquartier und Laichgewässern zu geben. Eingesammelt werden die Tiere an folgenden Orten: am Warndtweiher, am Ziegeleiweiher, im Krämbachtal und am Simschel in Völklingen. Entlang dieser Gebiete werden während der Amphibienwanderung spezielle Zäune aufgebaut, die verhindern, dass Frosch und Co. überhaupt bis auf die Straßen gelangen. Stattdessen fallen die Amphibien in Eimer, die entlang der Zäune in die Erde eingelassen sind.Zwei Mal am Tag, immer morgens und abends nach Einbruch der Dunkelheit, kontrollieren Helfer die Eimer. Wenn Tiere darin sind, tragen die Helfer sie über die Straße. "Vor einigen Jahren wurde meinem Vater im Krämbachtal der Eimer mit den Kröten wegen überhöhter Geschwindigkeit aus der Hand gefahren", sagt Heidi Lessel, Jugendleiterin des Naturschutzbundes Ortsgruppe Warndt. "Daher die Bitte an alle Autofahrer: Nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde in den ausgeschilderten Gebieten fahren, wo die Amphibienwanderung stattfindet! Die Tiere vertragen keine hohen Geschwindigkeiten und sterben am Luftdruck der Autos", sagt Heidi Lessel besorgt.

Ist die Geschwindigkeit zu hoch, mit der die Autos an den kleinen Tieren vorbeirauschen, halten die Amphibien den Druck nicht mehr aus und verenden.

Insgesamt konnten im vergangenen Jahr an den gesamten Wanderungswegen im näheren Umkreis 11 048 Tiere eingesammelt werden. Allein in den größten Gebieten, am Warndtweiher und im Krämbachtal, waren es insgesamt 6363 (siehe Infografik). Durch die jahrelangen Amphibienrettungsaktionen des Naturschutzbundes konnte sich der Bestand der Tiere vermehren.

Dem Naturschutzbund kann man auch helfen, ohne Mitglied zu sein. Vor allem am Wochenende engagieren sich vorwiegend Kinder mit ihren Eltern, Studenten und Rentner. Ansonsten ist das Publikum buntgemischt. Die Helfer sollen nicht jünger als 16 Jahre alt sein, die Hauptaltersklasse liegt zwischen 40 bis 50 Jahren.

Beim Naturschutzbund, Ortsgruppe Warndt, sind freiwillige Helfer immer herzlich willkommen. Alle ehrenamtlichen Helfer tragen Warnwesten, die dem eigenen und zum Schutz der Autofahrer dienen sollen. Neue Helfer werden am Warndtweiher angelernt und benötigen keine Vorkenntnisse. In der Regel werden die Leute danach in der Nähe ihres Wohnortes eingesetzt.

Wer helfen möchte, kann sich bei Juanita Laval-Wolf unter Telefon (0 68 98) 43 96 93 melden.

"Meinem Vater wurde schon einmal der Eimer aus der Hand gefahren."

Heidi Lessel