1. Saarland

Freitags und samstags kein Parken

Freitags und samstags kein Parken

Homburg. Der historische Marktplatz in Homburg bleibt weiterhin während der Woche als Autoparkplatz erhalten. Der Stadtrat wollte in seiner jüngsten Sitzung dem Anliegen des städtischen Seniorenbeirats nicht komplett folgen. Dieser hatte eine Aufwertung des Platzes beantragt und gefordert, diesen als Parkverbotszone auszuweisen

Homburg. Der historische Marktplatz in Homburg bleibt weiterhin während der Woche als Autoparkplatz erhalten. Der Stadtrat wollte in seiner jüngsten Sitzung dem Anliegen des städtischen Seniorenbeirats nicht komplett folgen. Dieser hatte eine Aufwertung des Platzes beantragt und gefordert, diesen als Parkverbotszone auszuweisen. Die Auswirkungen auf die Parkraumsituation blieben unbedeutend, da durchschnittlich nur 20 oder weniger Autos dort parkten, hieß es in der Resolution des Beirates weiter.Oberbürgermeister Karlheinz Schöner lobte auf der einen Seite das Engagement der Senioren, die Innenstadt weiter voranzubringen, warnte aber gleichzeitig vor Schnellschüssen in der Altstadt. "Wir müssen mit dem Thema sehr behutsam umgehen. Es gilt hier auch, die Kaufleute zu berücksichtigen, die auf die Parkflächen angewiesen sind." Es sei schon heute so, dass der Marktplatz nicht an 365 Tagen im Jahr als Parkplatz genutzt werden könne. Schöner zählte zahlreiche Feste wie den Nikolausmarkt, der zehn Tage lang läuft, auf sowie die Veranstaltungen während des Musiksommers, wenn der Platz über Monate freitags bis samstagsnachmittags für Autos zumindest teilweise gesperrt bleibt. Der Oberbürgermeister lehnt einen komplett autofreien Marktplatz so lange ab, bis das Parkhaus in der Gerberstraße steht und die geplante Bauphase auf dem Enklerplatz beendet ist. Bis dies so weit ist, würden in der Innenstadt alle verfügbaren Parkflächen benötigt. Sein Kompromiss: Bis dahin wird der Platz freitags und samstags fürs Parken gesperrt.

Axel Ulmcke (FWG) hält derzeit von einem Beschluss, wie ihn der Seniorenbeirat fordert, nichts: "Wir dürfen dem Handel und Gewerbe in der Altstadt nicht die Luft abschneiden." Raimund Konrad (CDU) sprach sich grundsätzlich für den Vorschlag des autofreien Marktplatzes aus, auf dem Weg dahin solle man die Parkplätze sukzessive reduzieren. Peter Müller von der "Fraktion für Homburg" zollte dem Seniorenbeirat seinen Respekt für die "mutige Resolution". Er hält nichts von einer Sperrung lediglich von zwei oder drei Tagen. "Je früher wir anfangen mit dem autofreien Marktplatz, desto eher wird die Altstadt davon profitieren." Falls ECE komme, müsse man sich ohnehin um die Peripherie Gedanken machen. Müller verwies auf die Landeshauptstadt Saarbrücken, wo der St.-Johanner-Markt auch erst spät autofrei geworden sei. Keinem Einzelhändler sei dadurch Schaden zugefügt worden. "Wir brauchen einen Marktplatz als Treffpunkt und müssen das mutig angehen", forderte Müller.

Anders Markus Emser von der CDU, der auch Ortsvertrauensmann ist: "Ich stimme gegen die Sperrung an Freitagen und Samstagen, weil hier der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wird." Er verwies darauf, dass es für die Anwohner des Schlossberges keine Parkplaketten gebe, "die brauchen die Parkfläche auf dem Marktplatz". Dem Kompromissvorschlag des Oberbürgermeisters, also einen autofreien Marktplatz an Freitagen und Samstagen, stimmte der Stadtrat schließlich bei einer Gegenstimme und sechs Enthaltungen zu. "Hier wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht."

 Auf dem Marktplatz finden das Jahr über mehrere Veranstaltungen statt. Allerdings wird er hauptsächlich als Parkplatz verwendet. Das stört den Seniorenbeirat der Stadt. Foto: Stadt Homburg
Auf dem Marktplatz finden das Jahr über mehrere Veranstaltungen statt. Allerdings wird er hauptsächlich als Parkplatz verwendet. Das stört den Seniorenbeirat der Stadt. Foto: Stadt Homburg

Markus Emser